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11.08.2012, 20:30   ---   Und wieder einmal: Darwin

Zum mittlerweile fünften Mal bin ich nun in Darwin, der angenehm entspannten und warmen Hauptstadt des Northern Territory, und es scheint mich einfach nicht gehen lassen zu wollen. Mein Start hier war dieses Mal allerdings ein wenig turbulenter als sonst. Ich hatte ungeschickterweise verpennt meinem Kumpel Greg Bescheid zu sagen wann ich zurückkomme und als es mir auffiel war er nicht erreichbar. Am Flughafen angekommen stellte sich heraus, dass der kommende Montag ein Feiertag war und so lag die Vermutung nahe, dass er das lange Wochenende für einen Camping-Ausflug nutzte. Daraufhin versuchte ich ein Hostel in der Stadt zu finden, war aber auch hier nicht sehr erfolgreich. Am Montag stand der Darwin Cup an, ein Pferderennen und riesen Spektakel (deshalb auch der Feiertag… ja genau ein Feiertag für ein Pferderennen!!) und demnach schien die ganze Stadt ausgebucht zu sein. In letzter Minute ergatterte ich dann doch noch das letzte Bett in einem Hostel am Stadtrand, aber auch dort konnte ich nur die eine Nacht bleiben. Aber was wäre die Welt ohne Couchsurfing… ;-) Und so habe ich am nächsten Tag Jay kennengelernt und er hat mich netterweise ganz kurzfristig auf seiner Couch untergebracht! Dann war auch Greg zurück in der Stadt, ich zog wieder um in seine Wohnung und es war wie gewohnt mal wieder volles Haus mit vier weiteren Couchsurfern, die er gerade noch untergebracht hatte. :-)

Es ist das erste Mal, dass ich mitten in der Trockenzeit in Darwin bin und hier ist unglaublich viel los. Am Montag war, wie schon erwähnt, der Darwin Cup und ich hab in letzter Minute noch einen Job dort ergattert. Ich war noch nie vorher bei einem Pferderennen und wollte deshalb auf jeden Fall hingehen. So habe ich mir dann das Eintrittsgeld gespart und wurde direkt noch bezahlt! ;-) Zusammen mit zwei anderen habe ich auf einer geschlossenen Firmenveranstaltung innerhalb der Rennstrecke die Bar geschmissen, unsere Gäste waren super nett und locker drauf und wir hatten einen freien Blick auf die Rennbahn – leicht verdientes Geld! :-) Die ganze Atmosphäre war total klasse und schon allein die aufwändigen Kleider und vor allem die krassen Hüte der Frauen waren Entertainment vom Feinsten, Wahnsinn was die zum Teil auf dem Kopf trugen…
Für das allerletzte und wichtigste Rennen konnte ich dann sogar mal kurz weg von der Bar, stand dann direkt an der Rennstrecke und die Stimmung war einfach gigantisch und mitreißend!!!

Ansonsten findet die gesamte Trockenzeit hindurch 2 mal wöchentlich der Mindil Beach Market statt. Dort gibt es jede Menge leckeres Essen aus der ganzen Welt, Handarbeiten, Kunst, Live-Musik… alles mögliche, total cool und zum Sonnenuntergang sitzen hunderte von Menschen gemeinsam am Strand, bestaunen das himmlische Farbenspektakel und applaudieren wenn die Sonne im Meer versinkt. Der Markt ist im Vergleich zu meinem ersten Besuch vor 6 Jahren deutlich gewachsen, aber noch immer spielt dort die Didgeridoo/Percussions-Band, die ich schon damals so gigantisch fand und es ist einfach immer noch ein toller Markt!

Am Donnerstag startete das alljährliche Darwin Festival mit einem gratis Eröffnungskonzert. Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen, es war gut besucht und es spielten tolle Bands!! Das Festival läuft nun für die nächsten 2 Wochen mit jeder Menge Konzerte, Theater, Tanz, Kunst und vielem mehr in der gesamten Stadt, einiges sogar mit freiem Eintritt. Da werde ich mir sicherlich noch die eine oder andere Veranstaltung anschauen!
Und dann laufen ja momentan auch noch die London Olympics und mit 5 verschiedenen Nationen im Haushalt (Australien, Deutschland, USA, Frankreich, Finnland) macht das auch noch mal deutlich mehr Spaß als allein! :-)

Letztendlich hatte ich mich dann eigentlich gerade entschieden Darwin nun endgültig zu verlassen und nach Cairns aufzubrechen und tadaaaa… ich habe Arbeit! Eine Vollzeit-Stelle zu fairer Bezahlung, dazu mit einem auf den ersten Eindruck sehr netten und umgänglichen Chef. Das kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen und so bleibe ich doch noch ein Weilchen. :-)


24.08.2012, 20:00   ---   Wicked

Ich bin mal wieder ein echter Glückspilz und habe mir nen super Job geangelt! :-) Ich arbeite nun von Montags bis Samstags bei Wicked Campers, einer Mietwagenfirma (bei denen hatten Mareike und ich uns letztes Jahr nen Van gemietet), und fühle mich dort pudelwohl. Meine 3 Kollegen (Chef und Mechaniker Greg, Büro-Freggel Dave und Mechaniker Kristo) sind super nett und locker drauf, die Bezahlung ist gut und die Arbeit macht Spaß. Ich sitze zur Abwechslung mal wieder im Büro, genieße das total, und das waschen der retournierten Campervans ist ein richtig guter Ausgleich. In Kürze wird Dave aber wohl aufhören und selbst wieder das Backpackerleben genießen. Bis dahin muss ich fit sein um alleine das Büro zu schmeißen.

Zuhause ist es wieder ruhig geworden. Unsere Amis Lauren und Charlotte sind ausgezogen, Finnin Niina ist an die Ostküste weitergeflogen und Französin Marlène macht Urlaub auf Bali. Stattdessen kam aber kurz darauf eine weitere Französin hierher, Aurélie, und sie ist in unwahrscheinlich vielen Dingen wie eine französische Variante von mir selbst, super witzig. ;-)
Und außerdem haben wir mehr oder weniger eine streunende Katze adoptiert. Sie kam immer mal sporadisch hier vorbei, irgendwann haben wir sie rein gelassen und gefüttert, weil sie so hungrig wirkte und seitdem sitzt sie jeden Abend miauend vor unserer Tür und spaziert herein als wenn es ihr Reich wäre, total süß! :-)

Ansonsten genieße ich meinen Alltag, die Stadtnähe (ist doch schön ausnahmsweise nicht mitten in der Pampa zu leben!), habe nach mehrwöchiger Pause wieder angefangen zu joggen und versuche das Beste aus meiner Freizeit zu machen.
Kürzlich hat die Australische Cricket-Nationalmannschaft ein Freundschaftsspiel gegen das sogenannte A-Team (quasi die Spieler, die um einen Platz in der Nationalmannschaft hoffen) gespielt. So exakt habe ich die Regeln noch nie verstanden, aber laut Greg muss ich halt einfach mal nen Cricket-Spiel geschaut haben (die Australier lieben ihr Cricket!) und so stand ich kurz darauf am Spielfeld. Für den ahnungslosen Betrachter hat das Spiel eine gewisse Ähnlichkeit mit American Baseball, allerdings sollte man diesen Gedanken lieber für sich behalten auf keinen Fall laut äußern! ;-) Insgesamt ist es eher ein träger Sport ohne besonders viel Aktion und ich wage zu behaupten, dass die Spieler kaum überhaupt in Schweiß geraten (außer vielleicht aufgrund der Hitze). Nun gut, jetzt habe ich es mir mal live angeschaut und kann den Punkt getrost abhaken! :-)
Wesentlich interessanter und aktionreicher war dagegen die Rodeo Meisterschaft in einem Vorort von Darwin, damit konnten Aurélie und ich direkt deutlich mehr anfangen!

Und dann ist ja noch immer das Darwin Festival und ich habe es immerhin geschafft mir Tickets für 2 Shows zu ergattern. Die erste war ein Konzert von Colin Hay, Frontman der 80er Jahre Band Men At Work (insbesondere deren Megahit „Down Under“ kennt wohl jeder). Die Show war super gut, er hat neben seinen eigenen Songs auch die großen Men At Work-Hits gespielt und war dabei witziger als so mancher Comedian!
Das absolute Highlight war aber die Kabarett-Truppe „La Soirée“. Sie sind der Headliner des Festivals, spielen jeden Abend mindestens eine Show  und sind komplett ausverkauft – zu Recht!! Die Show ist eine gigantische Mischung aus Akrobatik, Comedy, Burlesque und Magie, präsentiert auf eine ganz eigene, eindrucksvolle Art, absolut atemberaubend!

Haha und kürzlich startete die neue Staffel von „Farmer wants a wife“ (die australische Version von Bauer sucht Frau) im Fernsehen, unter anderem mit Farmer Sam. Das ist der Trucker, der mich während meiner Zeit auf Auvergne Station mal in seinem Road Train mitgenommen hatte, super witzig ihn jetzt auf Brautschau im Fernsehen zu sehen! :-D


02.09.2012, 17:00   ---   Wasserfall - Wasser = Felsklippe

Letzte Woche hatte ich ein super Wochenende!! Ich hatte bei der Arbeit arrangieren können, mir Samstag frei zu nehmen, Greg hatte ebenfalls das gesamte Wochenende frei und so haben wir die Gelegenheit für einen Camping-Ausflug im Kakadu Nationalpark genutzt. Seit 6 Jahren hab ich es nie zu den Wasserfällen Jim Jim Falls und Twin Falls geschafft (in erster Linie, weil die Zufahrtstrecke die meiste Zeit des Jahres unbefahrbar ist) und das war die Chance! Aurélie war ebenfalls mit dabei und so ging es am Samstag Morgen gut gelaunt los Richtung Busch. Greg’s Landcruiser ist zu hundert Prozent geschaffen für diese Gegend und so konnten wir fast komplett die asphaltierten Strecken meiden und stattdessen die roten Staubpisten nehmen. Wir haben Wilde Pferde gesehen, außerdem ein Saltwasserkrokodil im Yellow Water Billabong und hatten nen gemütliches Camp mit BBQ, Lagerfeuer und Bundy (Australischer Rum). Am nächsten Morgen machten wir uns auf zur letzten Etappe zu den Wasserfällen (die wohl am weitesten von Darwin entfernten Orte des Nationalparks). Hier erwartete uns eine ziemlich derbe 4WD Strecke mit enormen Unebenheiten, tiefem Sand, Felsen und mehreren Flussdurchquerungen – ein riesen Spaß!! :-) Um zu den Twin Falls zu gelangen mussten wir am Ende der Strecke ein Boot durch die Twin Falls Schlucht nehmen. Die Landschaft war einfach super schön, das Wasser kristallklar, letztendlich musste man noch ne gute viertel Stunde zum Wasserfall laufen und dann standen wir am Ende der Schlucht an einem Sandstrand und die Twin Falls plätscherten die Felsen hinunter, echt schön! Und dann auf zu den Jim Jim Falls! Am Ende des 4WD Tracks stand uns noch eine Wanderung bevor, die meiste Zeit kraxelten wir über unebene Felsen durch die Schlucht, umgeben von traumhafter Landschaft… und dann standen wir vor der Jim Jim Felsklippe! Ja richtig, lediglich eine Klippe! Da wir uns bereits am Ende der Trockenzeit befinden und es ewig keinen Regen gegeben hat hab ich schon nicht so wahnsinnig viel Wasser erwartet, aber abgesehen von winzigem Getröpfel kam tatsächlich gar nichts mehr herunter. :-( Nichtsdestotrotz war es super schön dort und insbesondere der Krokodil-freie Pool, in den normalerweise der Wasserfall hinunterstürzt, war eine tolle Abkühlung in der Hitze!

Und dann kam das bittere Ende eines tollen Wochenendes… auf der Wanderung zurück zum Auto rutsche ich auf den Felsen ab, knickte mir das Fußgelenk um und fiel auf meinen Finger! Nach dem ersten Schreck, dachte ich es wär nicht schlimm, lief weiter bis zum Auto (was blieb mir auch anderes übrig!?), kühlte die bereits eintretende Schwellung mit dem letzten bisschen Eis aus unserer Kühlbox und ab nach Hause. Als ich am nächsten Morgen aufstand war der Finger auf etwa doppelte Größe angeschwollen und kaum bewegbar und das Fußgelenk tat so weh, dass ich kaum auftreten konnte! An Arbeiten war in dem Moment nicht zu denken und stattdessen fuhr Marlène (sie war gerade von ihrem Bali-Urlaub zurückgekehrt) mich zum Krankenhaus. Ein paar Stunden später war ich schlappe 300$ ärmer, voll beladen mit Schmerzmitteln (stark genug um mich direkt für den Rest des Tages in Tiefschlaf zu versetzten), aber hatte immerhin Gewissheit, dass nichts ernsthaft kaputt ist, lediglich eine starke Sehnenzerrung und Prellung!

Ab Dienstag habe ich aber schon wieder gearbeitet, zum Ende der Woche hat Dave uns dann unerwartet verlassen und es wurde super stressig. Ich war ja mal gerade so halb eingearbeitet, außer ihm kennt sich dort sonst niemand auch nur ansatzweise im Büro aus und ich erlebte erneut einen Sprung ins kalte Wasser! Hach ja, die liebe Herausforderung… ich würd mal sagen, wir haben die Nummer letztendlich ziemlich gut gemeistert und ich habe es mir nun zum Ziel gemacht Ordnung und Übersicht in dieses Chaos-Büro zu bringen! ;-)

Unsere Katze kommt nach wie vor jeden Abend zum Abendessen vorbei und nachdem wir erst dachten sie wird einfach nur fett haben wir nun festgestellt, dass sie wohl doch eher tragend ist – wir bekommen Babys!!! :-) Naja, sie wird sie wohl kaum bei uns zur Welt bringen, aber hoffentlich bin ich noch lange genug hier um zu erleben, dass sie sie irgendwann mal zum täglichen Abendessen mitbringt. ;-)

Passend zum Wochenende fühlte sich mein Fuß schon viel besser an, Marlène wollte am Sonntag leider Richtung Cairns abreisen und so kam eine Party am Mindil Beach gestern Abend wie gerufen! Wir haben dort super Leute getroffen, hatten ne irre witzige Nacht, gefolgt von einem wunderbar faulen Sonntag und morgen beginnt schon wieder eine weitere Arbeitswoche.


16.09.2012, 15:15   ---   Workaholic

Nach fast 2-jähriger Weltenbummlerei bin ich nun vorübergehend wieder genauso ein Workaholic wie schon vorher zu hause. Neben meiner 6-Tage-Woche bei Wicked plus regelmäßiger Überstunden habe ich nun noch einen weiteren Job angenommen, als Kellnerin im Hogs Breath Cafe. Der Plan war etwa 2-3 Abende die Woche zu arbeiten um einfach ein wenig mehr unter Leute zu kommen. Das Hoggies scheint aber momentan akuten Personalmangel zu haben und so bin ich nun 4-5 Tage die Woche dort abends eingespannt und habe teilweise nur etwa eine Stunde Zeit zwischen den beiden Jobs um schnell nach Hause zu fahren, zu duschen und eine Kleinigkeit zu essen. Aber die Arbeit macht Spaß! Das Hoggies ist nen tolles Restaurant, super lockere Atmosphäre, leckeres Essen und tolle Kollegen, mit denen ich dann nach Feierabend auch öfters nochmal etwas trinken gehe.

Mein Büro bei Wicked nimmt immer mehr Struktur und Ordnung an, aber wirklich entspannt ist es noch immer nicht. Quasi jedes Mal wenn ich den Eindruck hab es läuft jetzt mal ganz entspannt rund kommen einem die kuriosesten Zwischenfälle in die Quere… Aber ich arbeite weiter dran! ;-) Diese Woche hat uns Kristo verlassen und wurde zum Glück direkt durch Francis, eine holländische Backpackerin, ersetzt. Sie ist zwar keine Kfz-Mechanikerin wie er, aber trotzdem eine super Hilfe!

Und meine beste Tat überhaupt war der Kauf eines Fahrrads!! Damit bin ich nun viel flexibler unterwegs, kann auf eigene Faust und ohne Busse durch Darwin touren und bin vor allem auch viel viel flotter in der Stadt und bei der Arbeit, total toll! :-)
Unsere Katze ist noch immer schwanger und es kann echt nicht mehr lange dauern. Außerdem müssen wir uns jetzt wirklich mal nen Namen für sie überlegen, immerhin gehört sie ja schon fest zur „Familie“. :-D Und die letzten 2 Wochen hatten wir wieder mal eine Couchsurferin zu besuch, Kicki aus Schweden. Ein super nettes und witziges Mädel, sie kocht das leckerste Thai Curry und ist ne super Gesellschaft um abends auszugehen! :-)

Nach einer anstrengen und enorm arbeitsreichen Woche genieße ich nun einen wohlverdienten, ruhigen Sonntag. Ich habe wunderbar ausgeschlafen, bin zum Lake Alexander geradelt und habe direkt das kühle Wasser genossen. Darwin wird momentan immer heißer und schwüler, die Regenzeit rückt näher und da ist so eine Abkühlung einfach Gold wert! Und nun liege ich hier gemütlich am See und lasse mir die Sonne auf den Bauch scheinen, bevor ich heute Abend wieder im Hoggies durchstarte. :-)


27.09.2012, 23:00   ---   Irgendwann reicht’s!

Nach knapp 2 Monaten bei Wicked hab ich nun genug. Grundsätzlich hat mir der Job ja schon echt Spaß gemacht und das Geld stimmte auch, aber es gibt Dinge, die ich mir während meiner hart erarbeiteten Freiheit nicht geben muss. Eine ungesunde Mischung aus maximalster Idiotie auf höchster Firmenebene, enormem Druck und unerfüllbaren Vorstellungen vom Big Boss John (man kann sich halt leider nicht zweiteilen) haben mich letzte Woche nahezu in den Wahnsinn getrieben. Dazu kamen noch mieseste Laune meines Chefs und Kollegen Greg, die ich konsequent ausbaden durfte und dann hatte ich einfach genug. Unter den Umständen kann ich meinen Job noch so gut machen, es wird einfach niemals rund laufen! Als es am Montag mit dem gleichen sinnlosen Dauerterror weiterging habe ich meine Konsequenzen gezogen und gekündigt. So ein Theater muss ich mir einfach nicht geben und ich muss sagen es fühlte sich unglaublich gut an, eine enorme Erleichterung! Fair und verantwortungsbewusst wie ich bin habe ich mich darauf eingelassen gerade noch so lange zu bleiben, bis ich Francis im Büro angelernt habe, aber spätestens Mitte nächster Woche bin ich raus. :-)

Im Hoggies bin ich dagegen nach wie vor umso zufriedener! Es herrscht ein tolles Arbeitsklima, meine Kollegen sind fantastisch, wir sind ein Team, jeder packt an wo er nur kann und es macht einfach richtig Spaß! Wenn ich bei Wicked endgültig raus bin werde ich dann wohl einfach hier ein paar mehr Stunden machen als bisher.

Am Sonntag hatte ich den gesamten Tag frei und obendrein stand noch mein 2-jähriges Reisejubiläum an, immer wieder unglaublich wie die Zeit rennt! Ich hatte mir für den Anlass einen Firmenwagen mitgenommen und bin mit Greg, unseren Couchsurfern Jo, Julia und Caro und meiner Hoggies-Arbeitskollegin Nadine nach Berry Springs gefahren. Das ist ein Naturschutzgebiet nur etwa eine Stunde von Darwin entfernt mit mehreren natürlichen Pools, die alle untereinander verbunden sind. Das alles völlig Krokodil-frei! ;-) Dort haben wir ganz entspannt den Tag genossen, sind zwischen den Pools hin und her geschwommen und in Australien darf natürlich auch ein ausgiebiges BBQ nicht fehlen! Abends bin ich noch ein bisschen mit Nadine und Jo los gegangen und hatte auch in diesem Jahr einen wirklich gelungenen Jahrestag! :-)


17.10.2012, 12:30   ---   Wenn’s am schönsten ist soll man gehen

Es sind schon wieder 3 Wochen seit dem letzten Bericht vergangen… aber ich war einfach viel zu sehr damit beschäftigt Darwin zu genießen! :-)
Als ich bei Wicked endlich meinen letzten Tag hatte ging mein Leben hier direkt steil bergauf! Ich habe angefangen im Hoggies auch Mittagsschichten zu arbeiten, konnte aber dennoch morgens immer entspannt ausschlafen und mich von den nächtlichen Feiereien erholen. Zwischen den Schichten und an freien Nachmittagen war ich oft mit meiner Kollegin und sehr guten Freundin Holly an der Lagune und abends nach der Arbeit ging es immer direkt wieder auf Piste. Diese Arbeitszeiten passen einfach hundertprozentig zu meinem aktuellen Party-Lifestyle! :-)

Letztes Wochenende stand im Hoggies Mitarbeiter-Pyjama-Party an und ich war den ganzen Tag noch so verkatert von der Nacht zuvor, dass ich ausnahmsweise mal wirklich nicht losgehen wollte! Aber wie es dann so ist lässt man sich irgendwie doch überreden auf einen Drink vorbeizukommen, daraus werden ganz schnell zwei und ehe man sich versieht ist die Nacht vorbei! ;-) Das ganze endete in einer absolut legendären Party, die Manager haben uns gut abgefüllt, es war nen riesen Spaß, Saufspiele… Lediglich das Schlafsackrennen durchs Restaurant hat dann doch ein paar Verletzte gefordert. ;-) Definitiv ne irre Party und wohl auch meine längste Nacht in Darwin!

Und dann ging alles ganz schnell… Ich wollte ja nach wie vor unglaublich gerne durch die Kimberleys im Norden Westaustraliens nach Broome reisen, aber sobald die Regenzeit anfängt ist die Strecke ruckzuck unbefahrbar. Also jetzt oder nie und so machte ich mich langsam auf die Suche nach einer Mitfahrgelegenheit. Kurz darauf wurde ich bereits fündig, wir haben uns auf Anhieb super verstanden und gestern sollte es losgehen. Ich habe dann noch eben in Rekordzeit mein Fahrrad verkauft (und ganz locker noch mehr dafür bekommen als ich ursprünglich bezahlt hatte!), nach langer Zeit mal wieder mein Gepäck zusammengepackt und es ging auf in die letzte Nacht in Darwin – eine weitere irre witzige Nacht, die wohl auch noch lange in Erinnerung bleiben wird! :-D

Am nächsten Morgen hatten Holly und ich einen Termin beim Tättowierer! Wir wollten beide schon lange nen Tattoo, waren aber bisher zu schissig und nun hatten wir uns von Corey, unserem Hoggies-Bartender und nächtlichem Tap-Bar-Gefährten, überzeugen lassen, dass es gar nicht so schlimm und schmerzhaft sei. Holly hat es dann in letzter Sekunde aber doch noch geschafft sich mit Übelkeit aus der Affäre zu ziehen (na gut, sie war wirklich krank und sah auch ganz elend aus!) und so musste ich allein hin! :-( War aber alles gar nicht schlimm, tat tatsächlich nicht wirklich weh und nun habe ich die Silhouette eines fliegenden Vogels im Nacken – ein Symbol der Freiheit als ewige Erinnerung an diese grandiose Reise! :-)

Und dann sollte es losgehen!! Ach nee doch nicht… ;-) Gewisse Platzprobleme im Auto verzögerten die ganze Aktion dann doch noch um nen Tag, die anderen werden einiges von ihrem Gepäck vorausschicken und dann geht es heute endlich los. Ich habe dafür gestern noch mal die Gelegenheit genutzt eine weitere Nacht in meiner geliebten Tap-Bar zu verbringen und konnte so den Abschied von Darwin noch mal ein wenig hinauszögern. ;-) Ich hatte einfach eine echt tolle Zeit hier mit phantastischen Leuten und insbesondere die letzten 2 Wochen waren einfach nur irre gut! Aber man soll ja bekanntlich gehen wenn es am schönsten ist und das werde ich nun tun – mit einem lachenden und einem weinenden Auge! ;-)


23.10.2012, 20:30   ---   Zurück im Busch

Fast eine Woche sind wir nun schon unterwegs und hatten bereits eine gigantische Zeit! Ich reise zusammen mit Ash (Australier), Krystina (Irin) und Nick (Südafrikaner) - ein ziemlich bunter Mix aus Nationalitäten! Das gute Gefühl nach dem ersten Treffen hat sich wieder einmal bestätigt, wir sind nen super Team und haben eine Menge Spaß!

Am Mittwoch Nachmittag ging es endlich los und wir fuhren direkt durch in den Nitmiluk Nationalpark. Nach so langer Zeit in Darwin war es richtig schön mal wieder draußen in der Natur zu sein und im Busch zu campen. Wir haben den ersten Abend mit einigen Drinks begossen, um Mitternacht wurde noch ein wenig Nicks Geburtstag gefeiert und am nächsten Morgen starteten wir den Tag mit einem erfrischenden Bad an den Edith Falls, einem natürlichen Pool mit einem kleinen Wasserfall. Und Nicks Erkenntnis des Tages war „Springe niemals mit ner Sonnenbrille auf dem Kopf ins Wasser oder sie wird in den dunkeln Tiefen versinken“ – nicht unbedingt ein gelungener Start in den Geburtstag, aber eine Lektion fürs Leben! ;-)
Nach einem kurzen Stop an der Katherine Gorge mit einem wunderschönen Ausblick über die Schlucht und das umliegende Buschland ging es geradewegs Richtung Westaustralien. Wir verbrachten die Nacht im Gregory Nationalpark in der Nähe von Auvergne Station, wo ich Mitte des Jahres gearbeitet hatte, und während ich die vertraute Landschaft genoss machten die Jungs sich in der Dunkelheit fast in die Hose, weil sie überall Geräusche hörten… welch ein Wunder! Wir waren im Busch und dort leben nun mal Tiere! Ganz unentspannt saßen sie dort, bewaffnet mit ner Machete und bei jedem Rascheln wurde hektisch die Taschenlampe durchs Umland gestrahlt, urkomisch! :-D Und dann kam irgendwann endlich zu ihrer Erleichterung ein harmloses, niedliches Opossum aus dem Busch gekrabbelt, schlich neugierig auf uns zu und posierte für die Kamera. :-)

Am nächsten Morgen stand als erstes Auvergne Station auf dem Plan! Es fühlte sich total vertraut an als wir dort auf den Hof fuhren, die Überraschung war mir mal wieder gelungen und es war toll etliche Leute dort wiederzusehen! Robyn versorgte uns mit Toasties und Kuchen, Hannah brachte mich auf den neuesten Stand des Klatsch und Tratsch und kaum etwas hatte sich verändert. Ash, Krystina und Nick bekamen einen kleinen Einblick in das Leben auf einer Cattle Station, an den Yards wurde gerade noch ein Road Train beladen und dann ging es auf zur Grenze! Nach einer kurzen Inspektion am Quarantäne-Checkpoint und mit einer 90-minütigen Zeitverschiebung waren wir in Westaustralian und kurz darauf in Kununurra, um uns mit Lebensmitteln für die Reise einzudecken. Das Auto war rappelvoll bis oben hin und dann sollte es losgehen – wenn Krystina nicht die Schlüssel im Auto eingeschlossen hätte! :-D Nicht dass mir das zu Hause nicht auch schon passiert wäre, aber dort war ein Ersatzschlüssel nie ganz weit. Aber tadaaa… Der Dienstwagen eines Schlossers parkte direkt gegenüber, Krystina und ich fingen ihn an seinem Wagen ab und in null Komma nix hatte er unsere Tür geöffnet. ;-)
Mittlerweile zogen dunkle Wolken über der Stadt auf, ein starker Wind fegte durch die Straßen und angesichts dieses Sturmes beschlossen wir die Nacht in einem Hostel zu verbringen, anstatt unsere Zelte im Busch aufzuschlagen.
Am nächsten Morgen strahlte wieder die Sonne und wir starteten den Tag an einem Wasserloch umgeben von steilen Klippen, the Grotto. Mit meinem frischen Tattoo war schwimmen leider noch tabu und so entspannten und erfrischten Krystina und ich uns auf den Felsen im flachen Wasser (böse Zungen behaupteten auch wir würden die anwesenden Warane imitieren) während Ash und Nick ihre Höhenängste überwanden und von Klippen und Bäumen ins Wasser sprangen.

Und dann war es so weit, die Gibb River Road lag vor uns!! 665 staubige Kilometer unbefestigte Straße mit Flußdurchquerungen und teilweise enormen Bodenwellen durch die Wildnis der Kimberleys, ursprünglich eine Viehtruck-Strecke, die die Cattle Stations der Region mit den Häfen von Derby und Wyndham verband. Wir waren umgeben von unfassbaren Weiten, Natur pur und der Bergkette der beeindruckenden Cockburn Ranges – wir befanden uns inmitten der Filmkulissen des Filmes „Australia“, es fehlte lediglich, dass Hugh Jackman vorbeigallopiert kommt. ;-)
Wir verbrachten 3 Tage in El Questro, einer ehemaligen Cattle Station, und wurden bereits in unglaublicher Frühe von der Sonne und enormer Hitze aus unseren Zelten gezwungen (Sonnenaufgang ist gegen 5 Uhr morgens, um 6 Uhr war selbst ich hellwach und die Sonne stand bereits schon hoch am Himmel).
Zebedee Springs ist eine heiße Quelle in El Questro, die in mehrere natürliche Pools fließt. Nicht dass man bei der Hitze auch noch nen heißes Bad bräuchte, aber umgeben von schattenspendenden Palmen und Farnen war es trotzdem richtig toll.
Die Schlucht El Questro Gorge stand als nächstes auf dem Plan, doch eine ziemlich tiefe Flussüberquerung stoppte uns auf halber Strecke. Unser Auto hat keinen Schnorchel und wir wollten logischerweise nicht riskieren den Wagen im Wasser verrecken zu lassen… so blieb nur eine Lösung: Laufen! Die etwa 2km bis zur Schlucht waren ziemlich eintönig und vor allem in der prallen Sonne, doch die Schlucht selbst war es allemal wert! Die Wanderung führte uns lang durch die Schlucht durch traumhafte Landschaft, tropische Vegetation, die hohen Felswände schützten uns vor der Sonne und am Ende wurden wir mit einem weiteren Krokodil-freien Pool belohnt.
Wir haben noch viele weitere Ecken El Questros erkundet, spaßige 4WD Strecken, atemberaubende Aussichtspunkte, ein weiterer Pool mit Sandstrand in der Moonshine Gorge (als wir hier wieder an demselben tiefen Fluss scheiterten hatten wir Glück zuerst von zwei Rangern und auf dem Rückweg von einem Schweizer Pärchen mitgenommen zu werden!), hatten eine witzige Nacht mit viel zu viel Bier mit den Angestellten von El Questro und dann ging es heute morgen zu meinem bisherigen Favoriten unter den Schwimmgelegenheiten: Emma Gorge! Ein runder Pool mit hohen Felsklippen, die Wände bewachsen mit Moos und Farnen, die letzten Reste des sonst wohl gigantichen Wasserfalls rieseln hinunter in den Pool… atemberaubend! Dieses Mal war ich der Trottel, der mit Sonnenbrille ins Wasser sprang, aber zu meinem Glück war es nicht ganz so tief wie bei Nick, nur etwa 2-3 Meter und mit Hilfe von Ashs Taucherbrille konnte ich sie bergen. :-)

Dann war es an der Zeit El Questro zu verlassen. Wir bestaunten ein letztes Mal die unglaubliche Landschaft, ließen den Blick noch einmal über die Cockburn Ranges schweifen und auf ging es Richtung Westen. Wir überquerten problemlos den Pentecost River, den tiefsten Fluß auf der Gibb, passierten die bereits für die Regenzeit verlassenen Home Valley und Ellenbrae Stations und haben eine gewaltige Strecke zurückgelegt. Auf dem Weg zu unserem Camp am Barnett River begegneten wir einer Gruppe Rinder und entgegen meinem Hinweis ruhig an ihnen vorbeizufahren muhte Ash sie durchs Fenster an und hupte einmal kräftig. Ehe wir uns versahen jagte die gesamte Truppe mit den Hörnern voran hinter uns her, verrückt! :-P Glücklicherweise haben sie die Verfolgung aufgegeben, wir sind heile in unserem Buschcamp angekommen und haben einen gemütlichen Abend am Lagerfeuer verbracht.


25.10.2012, 17:00   ---   Dann machen wir mal Pause…

Gestern starteten wir den Tag am Mount Barnett Roadhouse mit Meat Pies und kalten Getränken – einer unglaublichen Wohltat in dieser Hitze – und sind von dort aus in die Manning Gorge gewandert. Gleich zu Beginn des Walks mussten wir einen Fluss durchqueren, zu tief um zu laufen und so durften unsere Kameras mal gepflegt im Auto warten. ;-) Der Walk war so mittelmäßig spannend, der Pool am Ende umso besser. Der wohl größte Pool auf der Gibb, super schön und zu Beginn der Trockenzeit fließt hier noch ein sicherlich eindrucksvoller Wasserfall die treffenförmigen Felsen hinunter. Der ist zum Ende der Trockenzeit (also jetzt) leider verschwunden, aber stattdessen konnten wir die sonst überspülten Felsen zum Klippenspringen ins kühle Wasser nutzen. :-)

Auf dem Weg zur nächsten Schlucht sahen wir nen riesiges Buschfeuer lodern, ein zugleich erschreckendes aber auch beeindruckendes Schauspiel wie der Wind die Flammen immer wieder anpeitschte und in sekundenschnelle vorantrieb! Zu unserem Pech loderten die Flammen ausgerechnet an der Bell Gorge, wo wir gerade hin wollten, und das fiel somit aus. Ziemlich enttäuschend, aber es blieb uns nichts anderes übrig als weiter zu fahren.

So haben wir die letzte Nacht im Camp an der Windjana Gorge verbracht und heute sollte damit schon unser letzter Tag auf der Gibb sein. Der Plan war morgens die Schlucht hier zu erkunden, dann weiter zum Tunnel Creek und ab nach Broome… Schön wär’s! Wir hatten unser Camp zusammengepackt und wollten gerade rüber fahren zum Start der Wanderung, doch da wollte das Auto nicht, sprang einfach nicht an. Mit unseren limitierten mechanischen Kenntnissen konnten wir nicht wirklich etwas bewirken, weit und breit war keine Hilfe in Sicht und da nun eh erstmal nichts zu machen war konnten wir genauso gut ein bisschen wandern gehen. ;-) Die Schlucht ist super schön und so ganz anders als all die anderen… Hohe Felswände, aber insgesamt viel weiter, ein Bach zog sich lang durch die Schlucht umgeben von Sandstränden, Süßwasser Krokodile zogen ihre Bahnen (sie sind grundsätzlich harmlos und keine Gefahr für Menschen, solange sie sich nicht bedroht fühlen, aber zum schwimmen ist einem in ihrer Gesellschaft trotzdem eher nicht zu Mute) und in den Bäumen am Rande der Schlucht wimmelte es nur so von Fledermäusen. Da schwirrten ungelogen tausende von ihnen herum, so viele auf einem Haufen habe ich noch nie irgendwo gesehen!!

Zurück am Auto hatte sich an der Situation logischerweise noch nichts geändert, aber kurz darauf fuhr ein weiteres Auto an uns vorbei – 4 nette Typen aus Perth. Wir winkten sie heran und – man mag es kaum glauben – sie hatten nen KFZ-Mechaniker an Bord! :-D Unglaublich hilfsbereit und engagiert hat er den Wagen gute 2 Stunden lang von A bis Z durchgecheckt mit dem Resultat, dass die Benzinpumpe den Geist aufgegeben hat und es keine Chance zur temporären Wiederbelebung gibt. Aber damit war das Potential ihrer großzügigen Hilfsbereitschaft noch nicht ausgeschöpft! Abschleppwagen kosten hier draußen in der Pampa nen halbes Vermögen, insbesondere auf unbefestigten Strecken wie der Gibb, und so boten sie uns an uns bis in die nächste Stadt – das 160km entfernte Derby – abzuschleppen (Wir hatten grundsätzlich schon mal ein unglaubliches Glück, dass uns das erst hier auf dem allerletzten Stück der Gibb passiert ist und nicht irgendwo mittendrin!). Wir konnten unser Glück kaum fassen, doch in diesem Fall wurden wir dann doch bitter enttäuscht: Unser Auto hat vorne keinen Abschleppring! Der musste wie es aussieht weichen als der Bullbar angebaut wurde und so gab es leider nichts mehr was unsere Retter für uns tun konnten, da kann nur noch ein Abschleppwagen helfen. :-( Und zu allem Übel ist heut auch noch Ashs Geburtstag, sicherlich einer, den er nicht so schnell vergessen wird… 
Nun gut, bevor wir das Geld für nen Abschleppwagen aus dem Fenster warfen wollte Ash noch schnell seine Mutter anrufen, denn die hat wohl immer ne Lösung… und so war es! Sie hat mal eben ruck zuck ihren Sohnemann beim RAA angemeldet (sowas wie der ADAC), quasi als Geburtstagsgeschenk, und erwähnt, dass wir nun von Darwin aus auf die Gibb fahren (um sicherzustellen, dass die Strecke nicht irgendwie ausgeschlossen wird). Als Premium Mitglied (da hat sie sich natürlich vorher genauestens informiert) sind Anschleppkosten von 200km inklusive, also alles Roger! :-) Allerdings müssen wir jetzt noch gute 3 Tage hier ausharren um es wenigstens glaubwürdig erscheinen zu lassen, dass wir von Darwin aus schon so weit gekommen sind… das werden lange 3 Tage! Glücklicherweise stecken wir an einem Ort fest wo wir zumindest Duschen, Toiletten und Trinkwasser haben und auch die Umgebung ist schon echt schön! Nur mit dem Essen wird es etwas ungemütlich… Da wir ja nun am Ende unseres Trips sind, sind entsprechend auch unsere Vorräte ziemlich am Ende. Die Rangerin hier war aber schon so irre nett uns ein wenig mit Lebensmitteln auszuhelfen und ansonsten steht halt strikte Rationierung an! ;-)


01.11.2012, 9:30   ---   Raus aus der Miesere, hinein in den Urlaub

4 Tage in Windjana, 4 laaaaange Tage… Wir haben morgens gemütlich ausgeschlafen (sofern das denn möglich war, wenn ab 5 Uhr morgens die pralle Sonne ins Zelt strahlt und das ganze Ding in eine Sauna verwandelt), zum Frühstück gab es Coco Pops mit Wasser (man muss zu Alternativen greifen wenn die Milch aus geht) und von da an wurde gelesen, gedöst, jongliert, fotografiert, Stunden bis zum Sonnenuntergang heruntergezählt… viel mehr gab es nicht zu tun. Sporadisch sind wir dann noch in die Schlucht gelaufen, aber nach 4 Tagen hat man da auch echt alles gesehen und kennt jedes Krokodil beim Namen! Unsere absolute Retterin war ganz klar Kelly, die Rangerin! Sie kam jeden Tag mit Lebensmitteln für uns um die Ecke, hat in ihrem Haus unsere Computer und MP3-Player aufgeladen, unser Trinkwasser im Kühlschrank gelagert und am Sonntag bot sie uns dann sogar noch an, uns zum Tunnel Creek zu fahren, der ursprünglich letzte Stop unserer Reise und zufällig noch Teil ihres Nationalparks. ;-) Vorher wollten wir nur schnell noch den RAA anrufen und melden, dass wir ne Panne haben, denn die Zwangs-Wartezeit war nun um und wir wollten keine Zeit vergeuden. Und zack, da ging alles ganz schnell! Sie würden direkt einen Abschleppwagen aus Derby losschicken und obendrein gibt’s noch 2 Übernachtungen in Derby! Das nenn ich mal Service… wir hatten fest damit gerechnet erst am Montag dort weg zu kommen. Nun gut, die Fahrt dorthin würde ja ohnehin noch ein wenig dauern, also nichts wie ab zum Tunnel Creek. :-) Wie der Name schon sagt ist das ein Bach, der durch einen Tunnel führt, genauer gesagt hat dieser Bach den riesigen Tunnel geformt. Jetzt zum Ende der Trockenzeit ist der Wasserstand allerdings enorm niedrig und somit kann man komplett bis zum anderen Ende durch laufen. Es ist ziemlich duster dort drinnen, es gibt ein paar skurrile Sandsteinformationen, Fledermäuse hängen an den Decken und gelegentlich kann man im Schein der Taschenlampen die rot leuchtenden Augen der Freshies (Süßwasserkrokodile) entdecken. Aber sobald man das Wasser betritt sind die scheuen Zeitgenossen verschwunden, also absolut harmlos.

Als wir wieder draußen ankamen war Kelly bereits zurück um uns abzuholen und zurück in Windjana erwartete uns bereits unser Abschleppwagen. In Null Komma Nix hatten wir alles zusammengepackt und ab ging es nach Derby, wo wir in einer Art balinesicher Oase der Ruhe wohnten – ein absoluter Traum einer Wohnung!!
Derby selbst ist ein unglaublich verschlafenes, kleines, staubiges Dorf wo es abends um 8:30 bereits problematisch ist noch etwas zu Essen zu bekommen. Ash und Krystina mussten logischerweise erst einmal das Auto in Ordnung bringen, aber mich hielt hier nicht viel und so beschloss ich am nächsten Tag schon vorab nach Broome aufzubrechen. Der einzige Bus fährt um 4 Uhr morgens (!!!) – ganz klar keine Option für mich – und stattdessen entschied ich mich zu trampen. Hat ganz wunderbar geklappt, ich wurde ruckzuck von netten Menschen eingesammelt und abends saß ich bereits am berühmten Cable Beach.

Mein Hostel hier ist total toll, tolle Leute und ne super Atmosphäre und nach so einer langen Hostelpause genieße ich das total! Das gesamte Broomsche Kulturprogramm mit Perlen-Tauch-Museum, japanischem Friedhof & Co habe ich vor einigen Jahren schon mal komplett durchgekaut, das durfte also dieses Mal ausfallen. Stattdessen bin ich nach Broome Town gefahren, war shoppen und bin ein wenig durch das alte Chinatown geschlendert – viel verändert hat sich hier seit meinem letzten Besuch nicht (ganz anders als in der Cable Beach Gegend, wo jetzt ein Resort neben dem anderen steht). Zu meinem Glück war gerade erst Vollmond vorbei und bei Ebbe entsteht dann in Broome immer der sogennante „Staircase to the Moon“. Wenn die Sonne lange untergegangen ist geht der Mond strahlend gelb über dem Meer auf und spiegelt sein Licht im Watt. Leider war der Horizont ein wenig bewölkt, aber dennoch war es total beeindruckend. Wir standen dort im stockfinsteren, Richtung Horizont starrend und plötzlich kam dieses strahlend gelbe Licht hinter den Wolken hervor und warf seine Reflexionen über das weitläufige Watt, total toll!
Gestern war dann mal den ganzen Tag entspannen angesagt. Habe gemütlich ausgeschlafen, den Tag mit ein paar Leuten im Pool verbracht und abends ging es zum Cable Beach für den Sonnenuntergang. Ash, Krystina und Nick waren mittlerweile auch angekommen und leisteten mir Gesellschaft, wir hatten danach noch nen Drink in der Sunset Bar und damit war unsere gemeinsame Reise endgültig beendet. Ich mache mich morgen auf den Weg zu meinem Kumpel Bart (wir sind vor einiger gefühlten Ewigkeit zusammen durch Tanzania gereist), der als Lehrer in einer Aboriginal Community arbeitet und dann geht es an die Ostküste und für die anderen geht es zusammen mit einer weiteren Person die Küste hinunter nach Perth.


14.11.2011, 8:00   ---   4300km zur Sonnenfinsternis

Und auf ging es zu Bart nach Bidyadanga, etwa 200km südlich von Broome. Wo das Trampen ja beim letzten Mal schon so wunderbar geklappt hat wollte ich es erneut versuchen. Der Besitzer meines Hostels fuhr mich bis zur Hauptstraße, von dort nahm mich ein nettes, besorgtes Pärchen mit aus der Stadt raus und wieder jemand anderes brachte mich dann bis zum Highway. Das ist immer der schwierigste Teil: Aus der Stadt raus und bis zum Highway zu kommen, denn die meisten Leute fahren hald toch nur innerhalb der Stadt herum! Dort stand ich dann vielleicht zehn Minuten als ein Auto hupend und jubelnd auf mich zugebraust kam – „Was für Freaks“ war der erste Gedanke! Doch die Freaks hielten an und entpuppten sich als Ash, Krystina, Nick und ihr neuer Travel-Buddy Sean auf dem Weg nach Perth, super witziger Zufall. Völlig überladen und zusammengepfercht mit 5 Personen ging es dann auf unsere letzte gemeinsame Fahrt bis zur Bidyi-Abzweigung, von wo Bart mich kurz darauf abholte.
Es war super ihn nach so langer Zeit mal wieder zu sehen, wir hatten viel zu erzählen und verbrachten den Nachmittag mit 4WDriving in der näheren Umgebung und am Strand. Die Aborigines der Community sind die traditionellen Besitzer des Landes und aufgrund der kulturellen Bedeutung dürfen Weiße nur an bestimmte Orte gehen. Das wird voll und ganz respektiert und um das Land zu begrüßen nahmen wir in aboriginal Tradition den Mund voll Meerwasser und sprühten es zurück. Barts „Garten“ ist echt traumhaft schön, ein riesiger Sandstrand mit traumhaften riesigen Muscheln und Schneckenhäusern, Sanddünen… echt toll. So toll, dass das Auto entschied noch ein wenig bleiben zu wollen und sich im tiefen Sand am Strand fest fuhr. ;-) Wie haben eine ganze Weile gebuddelt und Luft aus den Reifen gelassen, wieder gescheitert, erneut gebuddelt, den Untergrund mit Ästen befestigt, noch mehr Luft abgelassen… letztendlich haben wir es dann doch mal raus geschafft und sind weitergefahren zu den Mangroven. Dort waren wir im Watt eine Weile auf Jagd nach Mudcrabs (haben jede Menge gefunden, aber alle zu klein für eine anständige Mahlzeit) während am Horizont langsam die Sonne unterging.
Schule am nächsten Morgen habe ich leider verpasst, weil ich einfach nicht aus dem Bett gekommen bin, aber wie Bart später erzählte waren ohnehin nur 2 Schüler seiner Klasse da. Das passiert wohl schon mal an einem Freitag, insbesondere zum Ende des Halbjahres…

Und dann war es für mich an der Zeit Richtung Osten aufzubrechen! Bart fuhr am Nachmittag ohnehin nach Broome und nahm mich dann mit bis zu der Abzweigung am Highway. Dort am Roadhouse traf ich auf Trucker Ray, der mir anbot mich in seinem Road Train nach Fitzroy Crossing mitzunehmen – Yayyyy!!! :-D Dort habe ich für die Nacht mein Zelt aufgeschlagen, morgens ein wenig die Umgebung erkundet und weiter ging es. Von einem meiner netten Fahrer habe ich mich dann am Turkey Creek Roadhouse absetzten lassen, in der Hoffnung von dort noch irgendwie in den Purnululu Nationalpark zu kommen, aber wie erwartet ist das zu dieser Jahreszeit enorm schwer, selbst die Helikopter-Touren fliegen nicht mehr. Aber lange saß ich nicht fest, denn im nächsten Moment hatte die nette Frau vom Roadhouse schon jemanden gefunden, der mit mitnehmen konnte nach Kununurra. Dort hatte ich dann die ersten 1500km Trampen erfolgreich hinter mich gebracht und hatte eine super Zeit! Es ist eine total entspannte Art des Reisens und erinnert mich ein wenig an meine Zeit in Afrika: Man startet einfach morgens möglichst zeitig und lässt sich überraschen wie weit man an dem Tag kommt, planen kann man nichts! Nur mit dem Unterschied, dass in Afrika das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf diese Art und Weise funktioniert. ;-) Manch einer mag glauben, dass Trampen hier oben im Norden aufgrund der enormen Weitläufigkeit und Isolation besonders gefährlich ist, aber das macht es lediglich um ein vielfaches einfacher! Menschen halten schnell mal aus Mitleid an, wenn jemand so mitten in der Pampa in der prallen Sonne herumsteht (die Hitze ist tatsächlich irre, tagsüber locker 45°C!!!) und weil es ja nur alle paar hundert Kilometer mal eine Ortschaft oder ähnliches gibt fährt auch jeder direkt eine entsprechend lange Distanz und man kommt entsprechend weit. Außerdem finde ich sind die Menschen hier oben noch viel freundlicher und hilfsbereiter als anderswo in Australien. Und ich kann nicht bestreiten, dass Trampen für Frauen generell einfacher ist (ja ich weiß, es ist auch nicht hundertprozentig sicher!). Meine längste Wartezeit irgendwo war etwa eine halbe Stunde und mein Rekord liegt bei 2 Minuten! ;-)

Am nächsten Tag traf ich mich mit Hughie, dem Helikopter-Piloten von Auvergne Station, auf ein paar Bierchen in der Taverne und wir verbrachten den Tag mit einigen anderen super entspannt an nem total schönen Plätzchen im Fluss. Corco, einer der anderen Piloten, war auch mit dabei, und Sam, der Truckie mit dem ich auf der Station mal mitgefahren bin, mit seiner „Bauer sucht Frau“-Freundin Jodie - toll zu sehen, dass so etwas tatsächlich so gut funktionieren kann! :-)
Am Montag nahm Hugh mich mit nach Auvergne, in guter Aussi Manier war der Eski (Kühlbox) voll Bier, wir hatten ne witzige kleine Sprittour und erneut ein schönes Wiedersehen auf der Station. :-) Ich konnte direkt wieder in mein altes Zimmer einziehen und am nächsten Tag stand der Melbourne Cup an, Australiens größtes Pferderennen. The race that stops the Nation! Auvergne hatte etliche andere Stations & Co. zu einer großen Party eingeladen, ich half Robyn morgens bei den Vorbereitungen in der Küche, die Feier war ein riesen Spaß und es war einfach schön noch einmal dort zu sein!

Kurz darauf ging es für mich aber weiter Richtung Ostküste. Trampen lief nach wie vor super easy mit unglaublich netten Menschen und in Katherine landete ich dann einen echten Glückstreffer: Ryan stoppte mit seinem mega Roadtrain (55m Länge, 700PS… ) und nahm mich mit bis nach Mount Isa, mal schlappe 1300km! Ich verbrachte meine Zeit gelegentlich mit Forrest Gump & Co auf seinem DVD-Player, durfte mich über seine Mango-Eis Vorräte her machen und schaffte es so ganz einfach den Stuart Highway zu passieren ohne doch noch einmal Richtung Darwin abzubiegen. ;-) Mit nem 3000l Dieseltank erübrigen sich regelmäßige Tankstops, wir kamen dementsprechend gut voran und am nächsten Tag überquerten wir die Grenze zu Queensland und ich war bereits in Mount Isa - 3 Zeitzonen innerhalb einer Woche! Dort brauchte ich allerdings erstmal einen Tag Reisepause, habe einfach mal ganz unbekümmert nichts getan und in der Zwischenzeit hatte die nette Frau vom Hostel schon jemanden gefunden der den Tag drauf an die Küste nach Townsville fuhr, total cool! Nun gut, zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass dieser Freggel eine unglaublich eigensinnige Weltanschauung besaß und die schlechtesten Witze des Universums parat hatte… da können 900km echt lang werden!! Unglaublich erleichtert kam ich abends in Townsville an, einer echt schönen Stadt mit Blick auf Magnetic Island, traf mich auf ein Bier mit meinem ehemaligen Tully-Gefährten Geoff (vor 7 Jahren hatte ich eine unglaublich tolle Zeit mit wunderbaren Leuten in der kleinen Bananen-Stadt Tully) und zur Abwechslung mal mit dem Bus fuhr ich weiter nach Cairns. Im Vorbeifahren konnte ich einen kurzen Blick auf Tully werfen und wäre am liebsten für einen kurzen Spaziergang ausgestiegen und ein Stück weiter nördlich sah ich mein erstes wildes Cassowary (ein großer schwarzer Vogel mit blauem Kopf und Hals und einem riesen Horn-artigen Ding auf dem Kopf, weiß der Henker wie die auf Deutsch heißen :-P) über die Straße flitzen. :-)

Yayyy und dann war ich in Cairns. Hier hatte ich schon mal ne echt gute Zeit und ich hatte es genau rechtzeitig zur totalen Sonnenfinsternis heute Morgen geschafft!! Eine totale Sonnenfinsternis entsteht, wenn der Mond exakt zwischen der Sonne und der Erde steht und die Sonne vollständig abdeckt. In diesem Moment wirft der Mond einen Schatten über einen winzigen Teil der Erde, dort wird es dann am helllichten Tag ganz plötzlich dunkel und das ganze Spektakel ist unglaublich selten. Heute Morgen gegen 6:30 Uhr sollte es so weit sein und zusammen mit tausenden anderen Menschen stand ich an der Esplanade. Das Wetter schien sich gütig zu zeigen und der Himmel war fast komplett wolkenfrei – bis auf eine einzige fette Wolke, die ausgerechnet vor der Sonne hing!! Das konnte echt nicht wahr sein… Kurz vor der Finsternis öffnete sich die Wolke gerade weit genug, sodass wir sehen konnten wie der Mond sich langsam vor die Sonne schob und auch nach der Finsternis hatten wir noch einmal Glück, aber der Moment, wo der Mond die Sonne vollständig abdeckt und man ihren hellen Schein um den dunkeln Mond herum leuchten sieht war uns leider nicht gegönnt. Aber es ist trotzdem ein seltsames Erlebnis wenn es am helllichten Tag plötzlich für etwa 2 Minuten stockduster wird!


26.11.2012, 21:30   ---   Grün

Nachdem die Enttäuschung der Sonnenfinsternis überwunden war habe ich mich für eine gute Woche in Cairns niedergelassen um mich von der langen und anstrengenden Reise der letzten 3 Wochen zu erholen. Ausgiebig ausschlafen, ziellos durch die Gegend schlendern, an der Lagune liegen (Strandersatz in Cairns) und ganz einfach nichts tun. Außerdem war auch Elodie – meine Hoggies Kollegin aus Darwin – im selben Hostel, mein Kumpel Mark aus Melbourne war zum Eclipse Festival angereist und plötzlich stand auch noch unser Hoggies Bartender und täglicher Tap-Bar-Gefährte Corey vor mir – jede Menge schöne Wiedersehen zum Zeitertreib! :-) Cairns hatte ein überraschend angenehmes Klima für diese Jahreszeit (anstatt erwarteter schwüler Hitze waren die Nächte angenehm kühl) und eine besondere Wohltat war die wunderschön grüne Vegetation – sattes tropisches grün wohin man schaut! Nach mehreren Wochen im trockenen, staubigen Outback weiß man das noch mal mehr zu schätzen!

Und quasi direkt vor der Haustür liegt das Great Barrier Reef, der größte lebende Organismus der Welt! Hier habe ich vor 7 Jahren meinen ersten Tauchschein gemacht und nach einer doch enorm langen Tauchpause (ziemlich exakt ein Jahr war der letzte Tauchgang schon her) konnte ich es kaum erwarten wieder ins Wasser zu kommen! Die mehrtägigen Trips waren leider aufgrund des Menschenansturms zur Sonnenfinsternis alle ausgebucht und so fand ich mich auf einem Tagesboot mit Unmengen von Schnorchlern wieder. Nichts gegen Schnorchler, ist ja alles schön und gut, aber es macht so einen Trip einfach unüberschaubarer und unpersönlicher. Als kleine persönliche Herausforderung hatten mein Tauchpartner und ich uns entschieden zur Abwechslung mal ohne Guide durchzustarten. Hatten wir beide noch nie gemacht und wir waren umso überraschter, dass wir uns tatsächlich bei allen 3 Tauchgängen zum Boot zurück navigiert haben. ;-) Die Unterwasserwelt war logischerweise bei weitem nicht so atemberaubend wie bei meinem ersten Tauchgang vor 7 Jahren und insbesondere mit Indonesien konnte dieser Tauchplatz einfach bei weitem nicht mithalten, aber es war trotzdem toll einfach mal wieder zu tauchen. Und nebenbei konnte ich ganz entspannt mit meiner Kamera spielen, denn ich hatte mir kurz vorher ein spezielles Unterwassergehäuse gekauft. :-)

Dann war es langsam an der Zeit mich wieder auf die Socken zu machen und ein spottbilliger Mietwagen-Relocation-Deal nach Mackay kam da wie gerufen. Für lediglich 1$ pro Tag bekam ich das Auto gestellt unter der Vorraussetzung es 3 Tage später in Mackay abzugeben. Zusammen mit Karen aus meinem Hostel ging es zuerst ab in die Atherton Tablelands – eine traumhaft schöne Landschaft mit grünen Hügeln wohin man schaut, tropischer Vegetation und tollen Wasserfällen zum schwimmen, herumklettern oder einfach nur angucken. Zur Mittagspause in Innisfail am nächsten Tag rief ich meinen Kumpel Mark an um mal zu hören wo er gerade steckt und ob er schon aus Cairns abgereist ist… da stand er gerade 200m weiter an einer Tankstelle, super witzig! Kurz darauf war er bei uns und kam direkt noch mit nach Tully für einen kurzen Spaziergang durch „meine Vergangenheit in der Bananenstadt“. ;-) Traurigerweise hat sich aber mittlerweile doch einiges dort verändert und am traurigsten war es zu sehen, dass unser geliebter Top Pub heutzutage ein Hostel ist. :-(

In Townsville habe ich Karen abgesetzt und für mich ging es direkt weiter nach Ayr zu einem langersehnten Tauchgang: Das Wrack der S.S.Yongala liegt dort seit 100 Jahren in 28m Tiefe auf dem Meeresgrund. Als ich das letzte Mal in der Gegend war durfte ich nur bis 18m tauchen uns musste es daher ausfallen lassen. Dieses Mal waren wir wieder wie gewohnt nur allein unter Tauchern, nette kleine Gruppe, super Atmosphäre! Und dann die Tauchgänge… absolut gigantisch! Da die Yongala zum einen als zu instabil gilt und zum anderen traurigerweise das Grab der 122 Passagiere und Crew ist, ist jegliches Eindringen ins Innere des Wracks strengstens verboten, aber draußen gibt es so unwahrscheinlich viel zu sehen, dass es einem auch dort niemals langweilig wird. Das gesamte Wrack ist ein einziger Korallengarten und umgeben von solchen Massen an Fischen wie ich sie glaub ich noch nie irgendwo gesehen habe. Wir waren ungelogen umgeben von Millionen kleiner Fische, dazu riesige Thunfische, locker 2,5m Groupers, Barrakudas, Maori Wrasses, Seeschlangen, riesige Moränen… ein Adlerrochen schwamm nur wenige Meter entfernt an mir vorbei, eine Schildkröte schlummerte an Deck des Wracks und ein Stachelrochen zog gelassen seine Bahnen – einfach atemberaubend!
Am nächsten Morgen legte ich einen kurzen Frühstücksstopp in der kleinen Küstenstadt Bowen ein. Bowen dienste als Darwin-Filmkulisse für den „Australia“ Film und ein netter Barbesitzer erzählte mir ganz begeistert von den Dreharbeiten vor einigen Jahren und zeigte mir welche Gebäude für den Film genutzt wurden und wie dort alles abgelaufen ist, super interessant. Von dort aus ging es durch nach Mackay, ich habe das Auto abgegeben und morgen Vormittag habe ich recht kurzfristig ein Vorstellungsgespräch für einen Job bis Weihnachten, mal sehen was daraus wird!


07.12.2012, 10:40   ---   Weihnachtslieder und Kinderspielzeug

Um es kurz zu machen: Ich hab den Job! Seit Ende letzter Woche arbeite ich hier in Mackay im Shopping Centre und verkaufe bis Weihnachten Kinderspielzeug an einem temporären Verkaufsstand. Das ist mal wieder etwas völlig anderes und macht dazu auch noch Spaß. Zusammen mit meiner Kollegin Susanne quassel ich rund um die Uhr mit netten Kunden, spiele mit den Kiddies und um uns herum ist Weihnachten. Das ganze Kaufhaus ist weihnachtlich geschmückt, es laufen nonstop Weihnachtslieder, Santa Claus belustigt Kinder im Foyer, die ganze Stadt ist auf Geschenke-Jagd… und draußen herrschen die gewohnten 35°C. Auch bei meinem insgesamt bereits vierten sommerlichen Weihnachten will da einfach keine Weihnachtsstimmung aufkommen!
Und wenn man den ganzen Tag im Shopping Centre steht und Menschen beobachtet fallen einem Dinge auf, die einem sonst im Vorbeilaufen wohl immer entgangen sind. Es gibt hier total viele Kinder, entsprechend auch unwahrscheinlich viele Schwangere und Familien mit mindestens 3 Kindern sind überhaupt keine Seltenheit – auffallend anders als in Deutschland! Außerdem scheinen Australier deutlich jünger zu sein wenn sie Familie gründen und entsprechend jung sind auch die meisten Großeltern. Ich kann mich ein älteres Ehepaar erinnern, bei dem ich davon ausging sie suchten nach Genchenken für die Enkelkinder, stattdessen korrigierten sie mich, dass die Spielzeuge für die 4 Urenkel seien! Ups… ;-)
Arbeit läuft also, da wir 7 ganze Tage die Woche arbeiten kommen wir auf ne Menge Stunden und somit rollt der Rubel ganz gut und auch über die aktuelle Wohnsituation kann ich mich keineswegs beklagen. Zusammen mit meinem Kollegen Jim und Sascha und unserem Chef Robbie (Jim und Robbie arbeiten an dem zweiten Stand den wir im Centre haben und Sascha macht alles was sonst so anfällt) wohne ich in einer 4-Sterne Ferienwohnung im Vorort Blacks Beach. Super entspannt dort, nen schönes Apartment, 2 Pools im Resort und keine 200m von unserer Terassentür bis zum traumhaften Strand!! Anfangs habe ich mich ein wenig gefühlt wie nen Prinzesschen, dass von vorne bis hinten verwöhnt und betüddelt wird (Robbie und Jim sind nette Kerle, aber das war mir echt zu viel), aber seit Sascha nun noch eingezogen ist hat sich das schon wesentlich gebessert. Also mal wieder alles top! :-)


14.12.2012, 9:45   ---   Flug ins Paradies

Letztes Wochenende konnte ich mir frei nehmen und so nutze ich die Gelegenheit um Elodie in Airlie Beach zu besuchen. Robbie fuhr mich nach der Arbeit zum Bus und abends konnten wir schon gemütlich mit einem Cider anstoßen. Und unser Hostel war mir auch gar nicht mal so unbekannt… neuer Name, neuer Eingangsbereich, doch dann stand ich in genau dem Hostel wo ich schon 2005 gewohnt hatte. :-)
Am nächsten Morgen erwarteten uns ein blauer Himmel und strahlender Sonnenschein. Bestes Wetter für ein langersehntes Highlight meiner Reise: Ein Flug über das Great Barrier Reef!! Zuerst ging es über die Whitsunday Islands, 74 wunderschöne Inseln mit weißen Sandstränden im türkisblauen Meer, wo ich beim letzten Mal einen phantastischen Segeltörn gemacht hatte. Und dann ab zum Riff!! Knappe 10 Minuten Flugzeit liegen dazwischen und dann kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus, einfach unbeschreiblich beeindruckend! Klar, die Bilder kennt man von Postkarten, aber in Natura ist man dann nur noch sprachlos. In immer neun Formen erstreckt sich das Great Barrier Reef über den Ozean, in den flachen Lagunen strahlt das Wasser in kitschigem türkis, im Kontrast dazu das tiefdunkle Blau des natürlichen Kanals entlang des Hardy Reef… und das Highlight des Fluges: Heart Reef, ein herzförmiges Riff inmitten der Hardy Lagoon. Soooo schön!!!
Auf dem Rückflug ging es noch einmal über die Whitsundays und den berühmten strahlend weißen Whitehaven Beach (besteht aus reinem feinsten Silica Sand, so fein dass er unter den Füßen quietscht) mit seinem Hill Inlet. Und dann war die Zeit auch schon viel zu schnell vorbei, verging quasi wie im Flug. ;-)
Den Rest des Wochenendes haben wir an der Lagune verbracht, in der Sonne relaxt und am Samstag Abend natürlich auch ein bisschen gefeiert.Und nach einem leckeren Steak in Airlies Hoggies ging es gut erholt und endlich wieder topfit (ich hatte die letzten 3 Wochen immer mal wieder mit einer Erkältung zu kämpfen) zurück nach Mackay.


26.12.2012, 10:00 --- Weihnachten Aussie Style

Die beiden letzten Wochen in Mackay vergingen wie im Flug! Susanne und ich haben uns fleißig den Mund fusselig geredet, sind unzählige Kilometer mit den Wiggle Wheels (nen total cooles Kindergefährt) durch den Stand gefahren und haben uns nebenbei selbst so manches australisches Mysterium erklärt. Warum ist Australien so überaus empfindlich wenn es um potentielle Verletzungsgefahren geht? Und wofür kaufen Australier Säcke-weise kleine Styropor-Kugeln? Und so manches Mal waren wir echt sprachlos in Folge irrsinnig dummer Kundenfragen! Einer meiner Favoriten: Ich erklärte einer Kundin wie lange ein vollständig geladener Akku unserer elektrischen Roller durchhalten würde, woraufhin sie allen ernstes fragte wie lange der Akku denn dann halten würde wenn er nicht vollständig geladen sei!!
In der letzten Woche kam noch Alicia, Robbies Freundin, zu unserer kleinen Familie hinzu um noch einen dritten Stand im Centre zu eröffnen, jeder von uns kümmerte sich langsam um seine Weihnachtsplanung und dann gab es noch 2 Tage lang Regen, der mich direkt viel mehr in Weihnachtsstimmung versetzte! ;-)

Und dann war schon Heiligabend, unser letzter Arbeitstag! Robbie kochte noch ein letztes Mal für die ganze Bande und am nächsten Morgen trennten sich unsere Wege. Für mich ging es wieder zurück nach Airlie Beach um mit Elodie Weihnachten zu verbringen. Der Regen hatte sich mittlerweile wieder verzogen und wir waren bei Elodies Arbeitskollegin Kylie zur Weihnachtsparty eingeladen. Eine witzige Truppe, gigantisches Essen, die Jungs hatten noch frische Krebse gefangen, ein zuverlässiger Bundy-Vorrat... was will man mehr?? Und zu guter Letzt kam auch noch der kleine Superstar von Airlie Beach vorbei (er sorgt jeden Abend im Paddy's Pub für die Musik) um uns ein wenig musikalisch zu unterhalten, total cool!


06.01.2013, 14:00   ---    Frohes neues Jahr!

Den zweiten Weihnachtsfeiertag wollte ich in Airlie ganz entspannt an der Lagune verbringen und gegen Mitternacht stand dann ein Skype-Date mit der gesamten Sippe zu Hause an – das hätte ja so schön sein können... Doch am Vormittag machte plötzlich wie aus dem Nichts mein Laptop nen Streckfuß. Der Monitor wurde schwarz und es tat sich einfach mal gar nichts mehr! Die Lagune war damit abgehakt und stattdessen fand ich mich kurz darauf im Bus zum nächsten Shopping Centre wieder. Der sogenannte Boxing Day ist allerdings sozusagen der Tag der Sonderangebote, Australier haben nach Weihnachten anscheinend nichts besseres zu tun als ins Shopping Centre zu stürmen und dementsprechend war es so voll dort, dass keiner der PC-Profis Zeit hatte sich mein Elend anzusehen. So vertrieb ich mir die Zeit mit Kaffee trinken und ein paar Stunden später hatte sich der Ansturm schon ein wenig gebessert, somit hatte dann auch endlich einer der Computer-Freggels Zeit mir zu bestätigen, dass mein kleiner Begleiter tatsächlich nicht zu retten sei. :-( Ja ich weiß, es ist nur ein Computer, aber er war über 2 Jahre lang ein treuer Begleiter und ich war wirklich geschockt. Nun gut, zu meinem Glück war ja Boxing Day und so konnte ich direkt bei einem der Sonderangebote zuschlagen! ;-) Kurz darauf war ich mit meinem brandneuen High-Tech Gerät zurück in Airlie und habe widerwillig versucht mich damit vertraut zu machen. Hat natürlich gar nicht geklappt, das olle Ding machte einfach nicht was es sollte und somit fiel letztendlich auch das Weihnachts-skypen aus – meine Stimmung war grandios!

Um auf andere Gedanken zu kommen gönnte ich mir ein ganz spezielles Weihnachtsgeschenk: Ein Aerobatics Flug, quasi wie ne Achterbahn, nur besser! :-D Die erste Buchung war blöderweise irgendwie untergegangen, aber als Entschädigung hat der Pilot mir beim zweiten Versuch direkt noch etwas mehr Flugzeit und nen paar extra Überschläge gegönnt, also alles halb so tragisch. :-) Geflogen wurde in so nem alten Doppeldecker-Flugzeug. Man sitzt dort direkt an der frischen Luft, trägt so ne oldschool Fliegerbrille und es ist einfach nochmal nen ganz anderes Gefühl vom Fliegen. Und nach nem kurzen Ausblick über die Berge und Inseln ging es los: Sturzflug, kopfüber, Salto, rollen... ein gigantischer Spaß!! :-D

Und kurz darauf startete ich zu einem kleinen Roadtrip nach Brisbane. Ich hatte mir für 3 Tage ein Auto gemietet und konnte mich mal wieder ein wenig treiben lassen. Diese Roadtrips ganz allein tun manchmal echt gut! Ich war an so manch traumhaftem Strand, habe dem kleinen Ort Agnes Water mal wieder einen Besuch abgestattet, ein klein wenig die Sunshine Coast erkundet und am allerbesten: Ich war bei der Destillerie meines allerliebsten Bundaberg Rum! :-) Dort hab ich an ner witzig interessanten Tour teilgenommen, reichlich Bundy getestet und hatte nen super Tag!
Von Brisbane aus flog ich direkt weiter nach Newcastle, um dort mit meinem Kumpel Stuart Silvester zu verbringen. Alle Welt schien mal wieder nach Sydney zu strömen, aber ich hatte einfach überhaupt keine Lust mir diesen Stress noch einmal anzutun, somit war Newcastle eine super Alternative. Wir haben auch einfach mal gar nichts gemacht, nur gequatscht, Pizza von nebenan geholt, das ein oder andere Bier getrunken und Filme geschaut. Um Mitternacht sind wir dann zum Hafen runter gelaufen, um uns das Feuerwerks anzuschauen und bis auf eine einzige gerappelt volle Bar war auch sonst nicht viel los in Newcastle. Das war wohl das entspannteste Silvester meines Lebens! :-)

Im neuen Jahr ging es dann aber doch für mich nach Sydney und wie immer ist es einfach toll wieder hier zu sein. Karen (die Dänin die ich von Cairns aus in meinem Mietwagen mitgenommen hatte) ist auch gerade hier und wir haben direkt erstmal einen super Tag am Bondi Beach verbracht. Gestern startete das zweiwöchige Sydney Festival und mit einer sensationellen Eröffnungsfeier im Darling Harbour. Mit viel Humor, Musik, Aborigine Tänzen und Akrobatik wurde die Rubber Duck (eine riesengroße Quietscheente) empfangen. Den Sinn dahinter hab ich noch nicht so ganz durchschaut, ist aber auf jeden Fall schon echt witzig und nun sitzt sie für die Dauer des Festivals dort im Hafenbecken. Abends stand außerdem noch ein großes open-air Konzert in der Stadt an. Aaron, der ehemalige Gärtner von Auvergne Station, kam auch noch vorbei und zu guter Letzt endete der Tag im O'Malleys Hotel, meinem alten Lieblings-Pub. :-)


25.01.2013, 13:00   ---   Sydney vs. Farm

Meine Zeit in Australien neigt sich langsam aber sicher dem Ende und so war es an der Zeit mir zu überlegen, wo ich meine letzten knapp 3 Monate verbringen möchte: Bleibe ich in Sydney oder ziehe ich noch ein letztes Mal hinaus aufs Land??? Nach meiner gigantischen Zeit in Nowendoc und im Outback hat mich die zivilisierte Ostküste oft ein wenig gelangweilt und ich wollte gerne noch einmal etwas Zeit auf dem Land verbringen. Aber auch Sydney hat seine Reize und so blieb ich letztendlich hier. Ich bin umgezogen in ein tolles, kleines, familiäres Hostel in Kings Cross – das Asylum – und arbeite hier nun an der Rezeption. Damit mache ich keine großen Ersparnisse, aber ich kann davon leben, habe mein eigenes Zimmer, die Arbeit macht Spaß und die Leute sind super!
In Sydney zu leben hat außerdem den großen Vorteil viele Dinge direkt persönlich vor Ort erledigen zu können anstatt per Telefon oder Email. Steuern, Rückzahlung meiner Rentenbeiträge, Bankangelegenheiten... es gibt tatsächlich jede Menge zu tun bevor es auf die letzte Etappe meiner Reise geht. Fühlt sich ein wenig so an wie vor über 2 Jahren, als ich von zuhause aufbrach. Außerdem habe ich bereits unzählige Stunden damit zugebracht mir zu überlegen wo ich denn nun hin möchte, Flüge suchen, Preise vergleichen... und das altbekannte Elend mit all den Visabestimmungen. Der Anfang ist nun gemacht, am 3. April geht es nach Fiji! :-) Danach fliege ich für einen langersehnten Besuch zu meinem Ägypten-Kumpel Nathan nach Hawaii und dann kommen mein Bruder und meine beiden Cousinen für einen Roadtrip in die USA!
Ansonsten ist in der Zwischenzeit nicht viel passiert. Wir hatten hier gelegentlich mit enormen Hitzewellen von gut 45 Grad zu kämpfen (die aber entgegen der weltweiten Berichterstattung immer nur etwa einen Tag angehalten haben), direkt gefolgt von einem Temperatur-Abfall von 25 Grad... Man mag es kaum glauben wie eiskalt sich plötzlich 20 Grad anfühlen können!


08.02.2013, 22:30   ---   Australia Day

Das ist nun auch schon wieder fast 2 Wochen her, aber am 26. Januar war Australia Day und das wird hier gigantisch gefeiert! Meine Freundin Karen-Maria war gerade wieder in Sydney und so schlenderten wir gemeinsam durch die Feiereien in der Stadt. Ganz Australien schien unterwegs zu sein um ihren großen Tag gemeinsam zu feiern, mischten sich von Kopf bis Fuß in Nationalflagge gehüllt in die Menschenmengen oder verbrachten den Tag typisch australisch mit Picknick, BBQ und Cricket in einem der Parks. In der Stadt waren hunderte Oldtimer Autos ausgestellt, es gab Kinderbelustigung, Konzerte, DJs, im Hafen segelten die Tall Ships (riesige Segelboote wie aus einem Piratenfilm) eine kleine Regatta... Echt beeindruckend dieses Gemeinschaftsgefühl und den Landesstolz live mitzuerleben, da können wir Deutschen uns echt mal eine Scheibe von abschneiden!
Aber damit noch nicht genug: Abends verfolgten wir noch gemeinsam mit tausenden anderen das große Finale im Darling Harbour, wo zum krönenden Abschluss eines tollen Tages noch ein Feuerwerk der Extraklasse abgefeuert wurde! Wenn's um Feuerwerke geht lässt Sydney sich echt nicht lumpen, darin sind sie die Meister! Ein Pontoon in der Mitte des Hafenbeckens und mehrere symmetrisch dazu geankerte Boote dienten als Abschussplattformen und nach der Nationalhymne folgte eine gut 20-minütige Licht-, Laser- und Feuerwerksshow, perfekt abgestimmt zur begleitenden Musik – absolut gigantisch!!

Die letzten 2 Wochen waren außerdem geprägt von tollen Wiedersehen! George, der Farmer aus Nowendoc bei dem ich Anfang letzten Jahres 3 Monate lange lebte und arbeitete, war geschäftlich in der Stadt und wir hatten uns echt viel zu erzählen! Kurz darauf kam Elodie noch einmal vorbei bevor sie dann letzte Woche nach Hause flog, meine Broome-Zimmergenossin Anna kam völlig unerwartet nach Sydney und außerdem noch ein bisschen heimatliches: Eileen, die Schwester meiner Freundin Nadine war gerade mit ihrem Freund Lars auf der Durchreise. Zu guter Letzt tauchte dann auch noch Hughie hier auf, der Helikopter-Pilot von Auvergne Station. Wir haben den Nachmittag in einer Bar mit gigantischem Blick über Bondi Beach verbracht, Hugh bekam daraufhin eine Führung durch das berühmt berüchtigte Kings Cross und die Nacht endete zusammen mit der gesamten Asylum Hostel-Meute im O'Malleys. Ein gelungener Tag mit einem nicht so gelungenen Morgen, den ich ab 7 Uhr schon wieder an der Rezeption verbringen durfte... aber immerhin hat mein Chef Verständnis für lange Partynächte und fand es eher amüsant. ;-)


08.03.2013, 13:30   ---   Verrücktes Hostel-Leben

Die Suche nach einem Zweitjob hatte ich mittlerweile aufgegeben (mit einem bald ablaufenden Visum scheint es einfach echt hoffnungslos zu sein) und stattdessen widmete ich mich voll und ganz dem Partyleben in Asylum! Seitdem besteht mein Alltag aus arbeiten, feiern, schlafen, arbeiten, feiern, arbeiten... mit mal mehr und mal weniger Schlaf zwischen feiern und arbeiten und viel zu vielen verkaterten Frühschichten! Es gibt aber auch einfach immer irgendwie Grund zum Feiern... Irgendjemand hat im Hostel immer seine letzte Nacht, oder ansonsten hat irgendwer nen neuen Job, den letzten Arbeitstag und mit ganz viel Glück ist auch mal nen Geburtstag dazwischen. ;-) Wir haben momentan auch echt ne super Truppe hier am Start und es wird einfach nie langweilig, selbst bei der Arbeit. Und wenn dann mal wieder jemand mit dem Satz „Dani ich glaub ich brauch mal deine Hilfe...“ zur Rezeption geschlichen kommt wird’s meist witzig! :-D
Hier mal ein paar meiner Favoriten der letzten Wochen:

- „Guck mal, ich hab nen Tattoo! Ich hab schon gerubbelt, es ist echt!“
- unser immer fröhliches Party-Photo-Face Owen verließ Asylum, weil er zu viel feierte um einen Job finden zu können. Zwei Tage später traf er sich mit uns auf einen Drink und ließ sich widerstandslos überzeugen zurück zu kommen – am nächsten Morgen zog er wieder ein!
- Evan versenkte seinen Schlüssel im Bettpfosten eines der Etagenbetten, wo er dann relativ mittig stecken blieb anstatt bis unten durch zu fallen. Sein Versuch uns plausibel zu machen wie das passieren kann scheiterte kläglich!
- Ein gewisser englischer Mitbewohner vergnügte sich eines Nachts mit weiblicher Begleitung im Fernsehzimmer. Als die heimkehrende Partymeute beim penetranten Klopfen das unverriegelte Fenster aufstieß winkte er ihnen unbekümmert fröhlich zu, bevor er das Fenster schloss und sich wieder seiner Begleitung widmete. Dem Jubel von draußen folgte am nächsten Tag eine Lärmbeschwerde der Nachbarschaft.

Aber wir haben auch nicht nur im Hostel herumgelungert und gefeiert. Marlene, mit der ich in Darwin zusammen bei Greg gewohnt hatte, ist zurück in Australien und wir haben ihren Geburtstag ganz entspannt zusammen in Bondi verbracht. Und meine Freundin Lisa war für 3 Tage in Sydney, ich habe ihr die Stadt gezeigt und es war einfach toll mal wieder jemanden von zu Hause zu sehen!
Außerdem waren die letzten Wochen die Zeit der großen Paraden! Sydney hat einen hohen chinesischen Bevölkerungsanteil und dementsprechend wird das Chinesische Neujahr gebührend gefeiert. Gute 2 Stunden lang zog die große Twilight Parade durch die Innenstadt. Viele der Floats waren voller Farben mit riesigen Schlangen (es ist das Jahr der Schlange) und sehr typisch chinesisch, richtig gut! Andere dagegen enttäuschend trist, die Teilnehmer wirkten eher unmotiviert und gelangweilt und bis heute verstehe ich nicht was eine Horde Cowboys in einer chinesischen Parade verloren hat.
Die letzten 2 Wochen war in Sydney Mardi Gras, Australiens größtes Schwulen und Lesben Festival, mit der berühmten Mardi Gras Parade am letzten Wochenende (quasi wie der Christopher Street Day). Die ließen wir uns nicht entgehen und gingen mit dem gesamten Hostel runter zur Oxford Street. Die Stimmung war super und die Parade der Knaller!! Bunte Farben, Regenbögen, knappe Outfits und alle Teilnehmer der Parade versprühten eine Energie und Partystimmung von der die Chinesen nur träumen können!!


20.03.2013, 23:00   ---   Es wird Zeit zu gehen

Vorletztes Wochenende hatte ich mir mal einen etwas anderen Job außer der Reihe ergattert, und zwar als Pizzaverkäufer auf dem Top Gear Festival. Top Gear ist eine Englische Motorsport Fernsehshow, dementsprechend drehte sich alles nur um schnelle Autos und zu Gast waren außerdem Jeremy Clarkson und James May, zwei der Moderatoren der englischen Originalsendung. Dort habe ich also zwei Tage lang Pizza verkauft, stand den ganzen Tag quasi direkt neben der Hauptrennstrecke und konnte nebenbei ganz entspannt das Festival verfolgen. Jede Menge Autorennen, Drag Races, Motorrad Stuntshows, Stig's Powerlaps, Auto Fußball, Motorenlärm, rauchende Reifen... und als Highlight ein Rennen zwischen Mark Webber in seinem F1 Wagen, Motorrad-Champion Casey Stoner und Jamie Whincup im V8 Supercar. Webber hat logischerweise das Rennen gemacht und ich war am Ende des Tages halb taub. ;-)

Danach ging es für mich nun ein wenig bergab. Morgen startet in Sydney die Royal Easter Show, eine riesige Agrarshow und Kirmes und dort sollte ich ursprünglich wieder für diese Kinderspielzeugtruppe arbeiten. Das bedeutete eine Menge Arbeitsstunden, dementsprechend gut Kohle und gleichzeitig gratis Unterkunft direkt vor Ort. Nur dafür reize ich überhaupt mein Visum bis zum letzten Tag aus. Das hat sich nun allerdings blöderweise zerschlagen und ich steh mehr oder weniger ohne sicheren Job da... nun gut, über meinen Kumpel Owen ausm Hostel hab ich jetzt noch eine Stelle in einem Restaurant bekommen, aber das wird stundenmäßig und demnach auch finanziell auf alle Fälle magerer ausfallen.
Und dann verlassen momentan irgendwie alle das Asylum... Kev ist am Sonntag nach Hause geflogen, Hannah und Shaun zogen vorgestern in ihre neue Wohnung um, vorhin ist meine beste Freundin Crissy Richtung Outback abgereist... All die Leute die die ganzen 2 Monate mit mir gemeinsam hier waren und dann auch noch alle auf einen Schlag! :-( Da ist es nochmal doppelt ärgerlich, dass das mit dem Job nicht geklappt hat, denn sonst wäre ich ja jetzt selbst auch umgezogen... Aber nützt ja nichts, in 2 Wochen geht es ja dann nach Fiji!!


30.03.2013, 23:30   ---   Sydney Royal Easter Show

Oh mann ich liebe meinen Job bei der Royal Easter Show, hätte echt nicht besser laufen können! Das Restaurant, für das ich nun arbeiten sollte, hatte mir nahegelegt noch meinen RSA-Kurs (Responsible Service of Alcohol) abzuschließen, mit dessen Zertifikat ich im Alkoholausschank arbeiten darf. Habe darin nochmal einen ganzen Vormittag investiert und letztendlich hat es mir einen Job an der Bar des Restaurants beschert, ganz klar der beste Job in der ganzen Bude!!! Die Arbeit mit meinem Kollegen Iain macht super Spaß, an stressigen Tagen bekommen wir Unterstützung von Mary Rose, wir sind nen super Team, müssen nicht so irre viel durch die Gegend rennen wie die Kellner, stehen aber auch nicht nur auf der Stelle wie die Kassierer und die absolute Wohltat an den richtig heißen Tagen ist das Auffüllen der Kühlschränke und Eiswannen. :-) Und auch insgesamt herrscht eine super Stimmung, alle sind motiviert und haben Spaß an der Arbeit, nach Feierabend gönnen wir uns oftmals noch ein gemeinsames Bierchen, die Chefs sind super nett... Ich bin jetzt tatsächlich richtig froh, dass ich den anderen Job nicht bekommen habe! Es ist zwar echt harte Arbeit, aber dennoch mit einem enorm hohen Spaßfaktor!
Vor Arbeitsbeginn und in meiner Pause habe ich oft die Gelegenheit genutzt ein bisschen was von der Show anzusehen. Die Easter Show ist eine Mischung aus Landwirtschaftsausstellung und Kirmes und das in riesengroß in Sydney's Olympic Park. Es ist tatsächlich die größte Show dieser Art in der gesamten südlichen Hemisphäre! Zu sehen gibt es zum einen Karussells, Achterbahnen & Co, Australier stehen unglaublich auf ihre sogenannten Showbags (quasi wie eine Wundertüte, aber mit einem bestimmten Thema wie z.B. Cadbury, Spongebob oder Bob der Baumeister) und dann sind da natürlich jede Menge Tiere! Den gesamten Tag über werden Rinder auf Schauen prämiert, ebenso Pferde, Schafe, Geflügel, Alpakas und Hunde, es gibt unzählige Reitwettbewerbe von klassischer Dressur und Springen (was in Australien allerdings eher etwas lahm ausfällt) über Cowboy-Wettbewerbe (Campdrafting, Cutting...) hin zu Polo, es gibt Schafscherer-Wettbewerbe, in der Milking Barn können Besucher sich an Milchkühen üben... und am kuriosesten sind wohl die rennenden und tauchenden Schweine! Einzig und allein mit dem Lockmittel Futter liefern sich die Schweine ein Rennen in einer kleinen Arena oder springen von einer Plattform in einen Pool um an die Leckereien zu kommen, super witzig! Und nach so einer langen Zeit in Sydney und an der Ostküste tut es mal wieder richtig gut so viele Leute vom Land um mich zu haben. Die sind einfach ganz anders drauf als die Stadtmenschen, viel herzlicher und lockerer und wenn die dann abends nach den Schauen alle an die Bar kommen macht die Arbeit ganz besonders Spaß!

Im Asylum ist mittlerweile echt nicht mehr viel los seit so viele Leute uns verlassen haben und da wir (Owen, Isabelle, Maryne, Jay und Simon arbeiten auch auf der Show) so viel arbeiten haben wir auch kaum Gelegenheit die neuen Leute kennenzulernen. Aber wir haben ja noch uns und ein paar letzte verbleibende Freunde und ansonsten sind wir ja zum Glück auch kaum da. ;-) Haha und es ging für mehrere Tage das Gerücht herum, dass ich mich sang- und klanglos aus dem Staub gemacht hätte! Als ich noch im Asylum gearbeitet habe war ich ja immer irgendwie da, weil ich meist auch meine Freizeit dort verbrachte oder zumindest abends wieder mit auf Piste war. Seit die Show losging bin ich meistens aus dem Haus bevor die versoffene Bande aus dem Bett kommt und war insbesondere die ersten Tage so erledigt (nach 2,5 Jahren fast nonstop in Flip Flops vertragen meine Füße einfach keine festen Schuhe mehr, insbesondere nicht für 10+ Stunden nonstop auf den Beinen!!), dass ich direkt im Bett verschwand. Nach ein paar Tagen begrüßten mich dann ungelogen 8 Leute unabhängig voneinander mit „du bist noch hier???“ Pff, als ob ich einfach ohne ein Wort verschwinden würde... :-P

   

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