--- NEWS ---
--- ABOUT ME ---
--- ROUTE ---
--- DIARY ---
--- GALLERY ---
--- GUESTBOOK ---
--- CONTACT ---
E U R O P A 
A F R I K A
A S I E N
O Z E A N I E N
A M E R I K A 

   

I N D O N E S I E N   II   ( N U S A   T E N G G A R A )

14.10.2011, 14:30   ---   Von funky Bemos zu unendlicher Ruhe

Kupang, die Hauptstadt West Timors, hat nicht unglaublich viel zu bieten, es gibt einen  hübschen Wasserfall in der Nähe und abends einen Night Market mit fantastischem Essen. Das Stadtbild (und die Geräuschkulisse) ist geprägt von bunten, prolligen, aufgemotzten Minivans – genannt Bemos – die hier als öffentliche Verkehrmittel dienen. Die Hupen hupen nicht einfach nur, sondern spielen eine Art nervtötende Melodie, von innen dröhnt laute Musik nach draußen und die Bässe  aus der Soundanlage unter den Sitzbänken lassen einen während der Fahrt unfreiwillig im Takt wippen.
Die Lavalon Bar ist der ultimative Treff- und Hangout-Spot für die wenigen Backpacker und einige Auswanderer, Edwin, der Besitzer, ist die wohl beste Quelle der Stadt für Informationen über Fährverbindungen, Sehenswürdigkeiten usw. und gleichzeitig hatte man noch einen direkten Blick auf Meer.

Nach ein paar Tagen Faulenzerei habe ich mich zusammen mit Scoutt und Joey (vor Kupang sind wir uns bereits in Borneo mal kurz begegnet) auf den Weg zur nächsten Insel gemacht – Alor. 17 Stunden dauerte die Fahrt mit der Fähre (nein, es war nicht so weit, das Boot war nur irre langsam!), wir hatten uns zum Glück für die Business Class entschieden und konnten so den Komfort gepolsterter Sitze genießen und zusammen mit den Einheimischen der indonesischen Fußball-Nationalmannschaft im Fernsehen zujubeln – an Schlafen war bei dem Lärm nicht zu denken!
Auf Alor angekommen haben wir uns direkt auf den Weg gemacht zur kleinen Insel Kepa, eine Empfehlung von zwei anderen Backpackern aus Kupang und wirklich wunderschön. Es gibt hier auf der Insel nur ein einziges Resort, wir wohnen in einem kleinen Bungalow, das Meer ist strahlend blau, das Essen ist phantastisch und am Riff direkt vor unserer Nase tummeln sich Haie, Schildkröten, große Fische, kleine Fische, bunte Fische… ein wirklich wunderschönes Riff und grandios klare Sicht, allerdings auch recht starke Strömung (man fühlt sich gelegentlich ein bisschen wie in einer Achterbahn, oder wie die Schildkröten in „Findet Nemo“ ;-) ). Hier herrscht eine unwahrscheinliche Ruhe, es gibt keine Straßen, dementsprechend auch keine Motorräder oder Bemos und nachts vorm Einschlafen hört man lediglich das Rauschen des Meeres und die lustigen Geräusche der Geckos. :-)


17.10.2011, 21:00   ---   Hello Mister!

Wow, was für einzigartige Tage… die indonesische Gastfreundschaft ist einfach unübertrefflich! Über Couchsurfing hatte ich Melissa kennengelernt, eine Indonesierin aus Kalabahi, und habe für zwei Tage bei ihr gewohnt, nachdem ich Pulau Kepa verlassen hatte. Melissa ist super nett, hilfsbereit, kennt tausend Leute mit den Informationen die man so braucht und wir haben uns auf Anhieb super verstanden!
Samstags vormittags ist sie immer in der Kirche und beim Bibel-Unterricht und so habe ich die Zeit genutzt um auf eigene Faust die Gegend zu erkunden. Ich bin nach Takpala gefahren, ein kleines, sehr traditionelles Dorf in den Bergen Alors. Auf dem Weg dorthin habe ich zufällig Gabriel, ein Englisch-Lehrer aus Kalabahi, und seinen kleinen Sohn Christian getroffen. Seine Frau stammt aus Takpala, er bot sich direkt an mich zu begleiten und herum zu führen und so hatte ich auch direkt einen Übersetzer an meiner Seite. :-) Die 13 Familien des Dorfes leben in traditionellen Häusern Alors und sind unwahrscheinlich gastfreundlich. Ich wurde überall ganz herzlich begrüßt, mehrere Einwohner setzten direkt Kaffee oder Tee auf, es gab frisches Obst und jede Menge neue indonesische Wörter.
Nach dem Besuch bot Gabriel mir an mich nach Kalabahi zurück zu fahren, unterwegs hielten wir noch kurz an der Farm eines Freundes von ihm und an einem kleinen Fischmarkt an und überall herrschte rege Aufregung und Neugierde beim Anblick einer Ausländerin. Ganz egal wo ich auftauche, überall bin ich umgeben von „Hello Mister!“-Rufen. Es scheinen sich tatsächlich kaum Ausländer hierher zu verirren und bei „Hello Mister“ hört das Englisch der meisten Menschen auch schon auf, nur die wenigsten kennen zumindest auch noch die weibliche Anrede. ;-)
Zurück in Kalabahi bestand Gabriel darauf mir noch sein Haus zu zeigen und seine Familie vorzustellen – sein Vater, seine Frau und die 4 Kinder. Umgeben von einer zusätzlichen Horde Kinder aus der Nachbarschaft gab es Getränke, frisches Obst und Gebäck und dann sollte ich doch direkt noch zum Mittag essen bleiben. Nebenbei hat Gabriel mir viel von seinen Schülern erzählt und Fotos von meiner Familie und Freunden waren in der geselligen Runde der absolute Renner.
Dann sollte es aber wirklich wieder zurück gehen und auf dem Heimweg erzählte Gabriel mir, dass dort in Melissas Straße eine Deutsche lebt, sie würde sich sicherlich über einen Besuch freuen – gesagt getan! Seit fast 50 Jahren lebt „Mama Jerman“ (die deutsche Mama) oder „Mama Putih“ (die weiße Mama), wie sie in der ganzen Stadt bekannt ist, in Indonesien und hat vor über 20 Jahren das Waisenhaus Damien eröffnet. Tatsächlich schien sie sich sehr über deutschen Besuch zu freuen und hat mich ganz herzlich empfangen. Es gab direkt mal wieder Kaffee und Kuchen, voller Elan, Stolz und Liebe erzählte sie mir von ihrer großen Familie und all den Kindern, denen sie ein neues Zuhause gegeben hat und führte mich durchs Haus – eine tolle Frau!

Viel zu schnell musste ich Kalabahi leider auch schon wieder verlassen, aber die Fähre fährt leider nicht so ganz oft und da muss man nehmen was man kriegen kann. ;-) Es ging also weiter auf die Insel Lembata und wie es der Zufall wollte hatte auch Melissas Freundin Foni am selben Tag vor dorthin zu fahren. Ihr Bruder heiratet dort, und somit war die gesamte Verwandtschaft mit am Start. Und obwohl ich Foni kaum kannte hat sie angeboten, dass ich die Nacht mit bei ihrer Familie verbringe und sie mir dann am nächsten Tag hilft zum Bus zu kommen, echt toll! Gegen Mitternacht kamen wir mit der Fähre in Lewoleba an, die gesamte Sippe wurde zum Haus des Bruders gefahren, dort gab es erstmal Kaffe und ordentlich was zu Essen, die ganze Familie war super lieb und mit etwas Englisch, etwas weniger Indonesisch, einem Wörterbuch und jede Menge freundlichen Lächeln haben wir uns verständigt! Ich weiß nicht mehr wie viele Mahlzeiten am nächsten Vormittag aufgetischt wurden, ich jedenfalls war kurz vorm Platzen und dann waren sie noch so nett mich zum Bus zu fahren, eine unglaublich herzliche Familie bei der ich mich direkt pudelwohl gefühlt habe!


29.10.2011, 21:00   ---   Langsam zurück Richtung Tourismus

Abgeschiedenheit, Walfänger, überfüllte Fähre, Ruhe, Traumstrand, Oktopus, Erdriss, farbige Seen, Reisfelder, Vulkane… meine letzten 10 Tage im Schnelldurchlauf! :-)
Ich war also auf der Insel Lembata. Auf der indonesischen Tourismusskala liegt sie wohl eher am untersten Ende, es fällt regelmäßig der Strom aus und die Straßen sind so übel, dass dort nur LKWs und Motorräder fahren können. In einer Art LKW-Bus (quasi ein LKW mit ner Bank an jeder Seite) ging es 4 Stunden lang holprig und staubig durch den Busch und dann war ich in Lamalera, ein kleines Dorf mit einer Kirche, einem kleinen Kiosk und stundenweise Strom – sonst nix. Es hat irgendwie eine ganz seltsame, spukige Atmosphäre, kann ich gar nicht beschreiben oder erklären. Ich habe mich ein wenig gefühlt wie ein Jahrhundert zurück versetzt und die Zeit scheint einfach still zu stehen. Sehr sehr seltsam… aber auch hier unwahrscheinlich freundliche Menschen! Das Dorf lebt von der Fischerei und sie jagen quasi alles was ihnen im Meer in die Quere kommt – Fische, Mantas, Schildkröten, Haie, Delfine… und Wale! Und ich hab die Boote gesehen, die jagen tatsächlich riesige Wale lediglich mit kleinen Holzbooten und Bambusharpunen, quasi mit der Hand! Das ist durchaus nicht ganz ungefährlich, aber allemal beachtlich. Ja richtig, Wale stehen international unter Jagdverbot, aber diese Fischer erlegen im Jahr so wenige dieser Tiere, dass sich niemand wirklich dafür zu interessieren scheint. Meine Meinung dazu ist eher zwiespältig, aber man muss ihnen zugute halten, dass nicht das kleinste Fitzelchen all dieser Tiere verschwendet wird, alles wird verwertet und am Ende bleiben lediglich die Knochen übrig! Mir wurde auch angeboten am Morgen mit einem der Fischer mitzufahren, aber daraus wurde leider nichts, zu starker Wellengang. Auf der Nachbarinsel Flores war ein Vulkan ausgebrochen und hatte eine Art Mini-Tsunami ausgelöst… schade.

Ich bin dann also zurück gefahren nach Lewoleba und von dort ging es per Fähre rüber nach Flores. Hammer, was für eine Fähre!! Also das Busse hier zum Bersten gefüllt sind ist ja nichts Neues, aber auf dieser Fähre sah es nicht viel anders aus! Vollgestopft bis in die letzte Ecke! Anstatt dann am nächsten Hafen erstmal die Leute aussteigen zu lassen die runter wollten sind schon direkt erstmal wieder welche dazu geklettert, der ein oder andere plumpste vom Deck ins Wasser, über die Köpfe hinweg wurde Gepäck abgeladen… indonesische Ordnung, verrück! :-D

Die ersten Tage in Flores habe ich in Wodong verbracht, in einem hübschen Strandbungalow, und habe die Ruhe genossen. Indonesien ist wohl das Lärm-intensivste Land, das ich bisher erlebt habe, da genießt man solche Orte der Ruhe umso mehr! Zusammen mit einem netten französischen Ehepaar (Jaques und Christine) habe ich ein Boot gechartert und Captain Gani und sein Sohn haben uns einen Tag lang zu wunderschönen Inseln, traumhaften Schnorchelplätzen und einem kleinen Dorf gefahren, ein toller Tag! Beim Schnorcheln habe ich zum ersten Mal einen völlig unversteckten Oktopus umher schwimmen gesehen, tolles Tier, und an einer Stelle war ein Riss im Meeresboden. Der ist wohl seit dem letzten Tsunami vor einigen Jahren dort, etwa einen halben Meter breit und man sieht genau wie beide Seiten wie ein Puzzelteil zusammen passen würden. An dieser Stelle haben sich zwei Erdplatten voneinander weg bewegt, krass das mal so deutlich zu sehen. Die Kanten zweier Erdplatten verlaufen genau durch Indonesien hindurch, was die Ursache für die Unmengen an Vulkanen und regelmäßige Erdbeben darstellt.

Nächstes Ziel war Moni, ein kleines Dorf in den Bergen, schöne Landschaft, ein hübscher Wasserfall, ne heiße Quelle… und die dreifarbigen Seen von Kelimutu. Das ist natürlich mal wieder ein Vulkan und oben drauf befinden sich drei verschieden farbige Kraterseen. Meist ist einer schwarz, einer rötlich und einer türkis, momentan allerdings eher ein schwarzer und zwei türkise (dennoch farblich leicht unterschiedlich). Wunderschön auf jeden Fall, besonders wenn die Wolken sich verziehen und die Farben in der Sonne so richtig zum leuchten kommen. Die Ursache für die Farben liegt wohl in verschiedenen Mineralen im Gestein und dem Glauben der Einheimischen nach wandern die Seelen der Verstorbenen in diese Seen (einer für die Jungen, einer für die Alten und einer für die Bösen, wer wohin gehört weiß ich allerdings nicht mehr), also ein heiliger Ort.

Mit einem kurzen Zwischenstop in der Bergstadt Bajawa und einem Wiedersehen mit Jaques und Christine bin ich nun in Labuan Bajo am westlichen Ende von Flores und habe erfolgreich die elenden Busfahrten auf dieser Insel hinter mich gebracht! Flores ist wunderschön, ein landschaftlicher Traum mit perfekt symmetrischen Vulkanen, strahlend grünen Reis-Terrassen und wunderschöner Küste, aber auch mit unzähligen Bergen. Dementsprechend schlängeln sich die Straßen bergauf, bergab und um die Berge herum, es gibt kaum mal 200m gerade Strecke, immer nur Kurven… und gut die Hälfte der Fahrgäste im Bus hat ne Kotztüte vor der Nase – es gibt Schöneres! ;-)


04.11.2011, 9:00   ---   Rendezvous mit den Giganten

Eine Woche habe ich in Labuan Bajo verbracht und die tierischen Begegnungen hier sind nur schwer noch zu übertreffen!
Direkt vor der Küste liegt der Komodo Nationalpark, viele kleine und große Inseln mit irre trockener Vegetation und weißen Stränden, kristallklarem Meer, phantastischen Riffen zum Schnorcheln und Weltklasse-Tauchplätzen… ach ja, und die Komodo Warane. Mit bis zu 3m Länge die größten Warane der Welt und einzig und allein hier zu hause.
Zusammen mit 4 anderen Reisenden habe ich eine zweitägige Bootstour in den Nationalpark gemacht, wunderschön!! Wir hatten eine super nette Crew, wurden toll bekocht, schliefen an Deck und wir wollten natürlich die Warane sehen! Wir haben sowohl auf der Insel Rinca als auch auf Komodo selbst angelegt um dort ein wenig wandern zu gehen. Die Riesenechsen sind in der Tat nicht ganz harmlos (allein in diesem Jahr gab es 6 Angriffe auf Menschen, ein 6-jähriger einheimischer Junge wurde halb aufgefressen) und deshalb darf man die Inseln nur in Begleitung eines Parkrangers erkunden - bei der ersten Begegnung waren wir auch direkt froh ihn dabei zu haben. Die Warane sind riesig und unwahrscheinlich respekteinflößend, wirken wie Überbleibsel aus der Zeit der Dinosaurier. Da hält man gerne auch mal ein wenig mehr Abstand! ;-)
Getoppt wurde das Ganze dann aber noch beim Schnorcheln. Wir sind zum sogenannten „Manta Point“ gefahren und haben direkt schon an der Wasseroberfläche riesige Mantarochen  gesehen – also nix wie ab ins Wasser! :-) Wow!! Sie waren überhaupt nicht scheu, kamen ganz dicht an uns heran und man fühlt sich so unwahrscheinlich winzig… Ich bin einem Manta ein wenig gefolgt und plötzlich war ich umgeben von FÜNF dieser Riesenrochen, der größte von ihnen hatte eine Flossenspannweite von etwa 5m, unbeschreiblich!!!
Danach wollten wir noch ein wenig die Riffe abschnorcheln und als wir ankerten zeigte der Captain ins Wasser uns sagte „Das da unten sind tausende von Fischen!“ Sah eher aus wie dunkle Felsen, aber als wir im Wasser waren haben wir doch noch mal hingeschaut und Tatsache: Ein riesiger Fischschwarm so groß wie unser Boot ruhte dort auf etwa 6-8m Tiefe, alle dicht aneinandergedrängt. Ein gigantischer Anblick wenn man hinuntertaucht, mitten durch schwimmt und der gesamte Schwarm wie synchronisiert einen Tunnel bildet!! Es gibt Tage da hätte ich gerne eine Unterwasserkamera! :-/

Wo ich schon mal hier war durfte ich mir das Tauchen natürlich nicht entgehen lassen und weil es so spektakulär toll war hab ich direkt noch nen zweiten Tag drangehängt. Traumhafte gesunde Korallenriffe, jede Menge Haie, Schildkröten, Napoleons, Moränen, Feuerfische, Skorpionfische, Krebse, Langusten… und noch mal Mantarochen!!! Sie ließen sich genüsslich von kleinen Fischen reinigen, tanzten um uns herum und kamen immer wieder zu uns zurück, echt toll!
Am zweiten Tag wollten wir gerade zu unserem ersten Tauchgang ins Wasser als ein anderes Tauchboot meldete Walhaie in der Nähe gesehen zu haben! Das hatte natürlich Vorrang und zusammen mit einigen anderen Booten (2 Boote sind sogar gefolgt, obwohl ihre Taucher gerade mitten im Tauchgang waren, nicht unbedingt die empfehlenswertesten Tauchcenters!) ging es auf „Verfolgungsjagd“. Als wir sie endlich fanden entpuppten sich die angeblichen Walhaie zu 3 Walen. Wenn sie zum Luft holen an die Oberfläche kommen kann man ja immer nur einen winzigen Teil des Körpers sehen, aber so lange wie es dauerte bis sie den gesamten Körper einmal an der Oberfläche langgezogen haben mussten sie absolut gigantisch groß sein, im Kontrast dazu eine winzige Rückenflosse. Wir haben später mal ein wenig recherchiert und demnach müssen es Blauwale gewesen sein, mit bis zu 30m Länge die größten Lebewesen der Erde!!! Sie tauchen allerdings nur etwa alle 5 Minuten auf zum atmen, den Rest der Zeit kann man nur erahnen wo sie sind und versuchen zu folgen und demnach war es ein wahnsinniges Glück als sie plötzlich nah wieder genug auftauchten, um sie selbst unter Wasser sehen zu können… hätte unser Captain nicht so unwahrscheinlich gepennt! Wir waren alle startklar und bereit zum Absprung, aber anstatt das Boot anzuhalten ist er mit Vollspeed weitergefahren und wir haben sie verloren. Eine absolut einmalige Gelegenheit und er hat’s versaut – der Depp!!
Mit 2 Stunden Verspätung erreichten wir wieder unseren ursprünglichen Tauchplatz und uns erwartete die krasseste Strömung meines Lebens! Strömungen sind hier an allen Tauchplätzen recht stark und bieten hervorragende Drift Dives, aber das war schon alles andere als witzig! Schwimmen war quasi unmöglich, man wäre direkt davon gespült worden, so hangelten wir uns am Boden entlang und mussten Halt an Felsen und Korallen suchen. Wenn es mal nichts zum festhalten gab musste man sich für einen Moment der Strömung hingeben und sich rechtzeitig bei der nächsten Gelegenheit wieder abfangen, dabei erwischt man schnell auch mal scharfe oder brennende Korallen, weil alles so schnell geht, und die Finger haben ordentlich gelitten, unter diesen körperlich anstrengenden Vorraussetzungen ging uns schon nach der Hälfte der geplanten Tauchzeit die Luft aus… Tauchen war schon mal entspannter, aber entschädigt wurden wir mit unzähligen Haien und großen Fischschwärmen! :-)
Komodo gehört sicherlich nicht zu den einfachen Tauchplätzen der Welt, aber hat die beeindruckendste Unterwasserwelt, die ich je gesehen habe!!


14.11.2011, 11:00   ---   Auf Wiedersehen Indonesien!

Meine letzte Woche in Indonesien habe ich in Lombok und Bali verbracht. Auf dem Weg nach Lombok habe ich direkt noch mal Jaques und Christine auf der Fähre getroffen und dann war ich für 2 Tage in Mataram, der Hauptstadt der Insel. Nicht wirklich viel Zeit, aber genug um mit einem Motorroller ein bisschen die Gegend zu erkunden. Die Landschaft ist wunderschön, unglaublich grün, und neben etlichen Moscheen gibt es außerdem schöne balinesische Hindutempel. Dann ging es für ein paar Tage auf die winzige Insel Gili Trawangan. So viele Leute, die ich unterwegs getroffen habe, haben mit davon vorgeschwärmt… nunja, ich war eher enttäuscht! Zwar angenehm ruhig und entspannt (motorisierte Fahrzeuge sind verboten), aber ansonsten eher überbaut, zu touristisch und vor allem überteuert und der Strand hat mich auch nicht unbedingt vom Hocker gerissen. Das tollste waren meiner Meinung nach all die Pferde. ;-)

Also nix wie ab nach Bali! Dort habe ich bei Owain, einem Couchsurfer, und seinen 3 süßen Hunden gewohnt und hatte eine super Zeit! Ich war am Ulu Watu Tempel, wunderschön auf einer steilen Klippe im Süden Balis gelegen, unten tosen die Wellen und im Tempel erfreuen sich die Affen daran unaufmerksame Touris um ihre Besitztümer zu erleichtern! Schmuck, Brillen, Handys, Schuhe… nix ist vor ihnen sicher, aber gegen etwas Futter rücken sie ihr Diebesgut üblicherweise auch wieder heraus. Und abends zum spektakulären Sonnenuntergang gibt es noch eine traditionell balinesische Kecak Tanz Vorführung, wunderschön!
Einen Tag bin ich nach Kuta gefahren, der touristischste Ort Balis, um ein wenig shoppen zu gehen – der Schock meines Lebens! Als ich vor 5 Jahren in Bali war habe ich für ein paar Tage dort gewohnt und hatte einen zwar touristischen, aber recht angenehmen Ort in Erinnerung (zugegeben, das war recht kurz nachdem diverse Bomben die meisten Ausländer verscheucht haben…). Davon ist absolut nichts mehr übrig!! Ein riesiges Verkehrschaos, tausende von Menschen, die einfachen kleinen Händlerhütten wurden durch Boutiquen und Einkaufszentren ersetzt… einfach nicht mehr wiederzuerkennen!! Wenn ich es nicht ganz sicher wüsste, würde ich nicht glauben schon einmal dort gewesen zu sein!
Meinen letzten Tag in Asien wollten wir eigentlich gestern am Strand verbringen, aber als dann dicke schwarze (!) Wolken am Himmel aufzogen haben wir doch lieber darauf verzichtet und uns stattdessen mit Bier eingedeckt und nen Hähnchen in den Ofen geschoben – mit dem Regen in Bali ist nicht zu spaßen.

Und dann hieß es endgültig „Bye bye Indonesien, bye bye Asien!“ Ich hatte eine tolle Zeit auf diesem Kontinent und werde ganz sicher wieder kommen, aber fürs erste freue ich mich auf eine Reis-freie Ernährung! ;-) Auf nach Australien!!!


14.11.2011, 12:00   ---   Wo ist es am schönsten???

Seit fast 14 Monaten bin ich nun fast unterwegs, sitze gesund und munter im Flieger nach Australien und habe somit quasi die geografische Halbzeit meiner Reise erreicht. Die wohl häufigste Frage, die mir all die Monate gestellt wurde war „Wo ist es am schönsten?“ Fast die gesamte Reise über gab es darauf keine treffende Antwort, die einzelnen Länder sind einfach zu verschieden und jedes war auf seine Art eine tolle Erfahrung. Doch dann kam ich nach Indonesien und BAM… das ist er, mein klarer Favorit unter den bisherigen Ländern dieser Reise!
Aber wie gesagt, jedes Land hatte seine tollen Seiten, daher hier einmal mein persönliches Ranking (Reihenfolge ist keine Wertung):

Schönste Strände
Mosambik
Tansania (Sansibar)
Malaysia

Atemberaubendste Landschaft
White Desert, Ägypten
Petra, Jordanien
Namib-Wüste, Namibia
Mount Bromo, Indonesien

Bestes Essen
Italien
Griechenland
Mosambik
Thailand
Indonesien

Präsenteste Geschichte
Italien
Ägypten
Vietnam
Kambodscha

Freundlichste Einheimische
Simbabwe
Malawi
Laos
Indonesien

Beeindruckendste Tierwelt
Südafrika
Namibia
Botsuana
Malaysia
Indonesien

Beste Tauchgebiete
Ägypten
Tansania (Sansibar)
Malaysia (Borneo)
Indonesien

Beeindruckendste Bauwerke
Pyramiden/Tempel/Gräber in Ägypten
Petra, Jordanien
Dubai
Die Tempel von Ankor, Kambodscha

Beste Reisebegleitung
Ägypten
Namibia
Kambodscha

Größte Vielfalt
Namibia
Thailand
Indonesien

Beängstigenster Moment
Nashorn-Angriff in Namibia
Krank in Malawi
Ganz vorne im Nachtbus in Indonesien mit einem Hell-Driver am Steuer

Skurriles
Heiratsanträge von Fremden in Afrika
Alte Omas helfen einem in Vietnam über die Straße
Reisgerichte bei McDonalds in Asien

Beeindruckendstes Wildtier-Erlebnis
Cage-Dive mit dem Weißen Hai in Südafrika
Blickkontakt mit einem riesigen männlichen Löwen in Namibia / Etosha NP
Umgeben von 5 riesigen Mantarochen in Indonesien / Komodo NP

Entspannteste Orte
Dahab, Ägypten
Cape McClear, Malawi
Pai , Thailand
Don Det, Laos
Koh Tao , Thailand
Pulau Kapas , Malaysia

Schönstes Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Simbabwe
Malawi
Indonesien

Verrückteste Parties
Oktoberfest in München, Deutschland
Tubing in Vang Vieng, Laos
Fullmoon Party in Koh Phangan, Thailand

Am wenigsten touristische Gegenden
Simbabwe (abgesehen von den Victoria Falls)
Malawi
Indonesien

Einheimische Sprachen, die mir am besten gefallen haben
Arabisch (Ägypten, Jordanien, Dubai)
Suaheli (Tansania)
Bahasa Malay / Bahasa Indonesia (Malaysia und Indonesien, fast identisch)

Orte, die ich nach der Abreise am meisten vermisst habe
Vilanculos, Mosambik
Koh Tao, Thailand

   

--- Disclaimer ---           --- Impressum ---