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M A L A Y S I A   II   ( B O R N E O )

27.09.2011, 21:30   ---   Sipadan

Lange hatte ich drauf gewartet und dann war es endlich so weit: Tauchen bei Pulau Sipadan!!! Die Insel wurde mehrfach zu den Top-10-Tauchplätzen der Welt gewählt und ist seit einigen Jahren streng geschützt. Nur 120 Permits werden pro Tag ausgestellt (sowohl für Taucher, Schnorchler als auch Tagesbesucher) und somit ist der Andrang riesig, 2 Monate im Voraus ist in der Regel alles ausgebucht. Ich hatte mein Permit zum Glück rechtzeitig beantragt und brauchte mir damit keine Gedanken mehr machen. Wohnen kann man auf Sipadan logischerweise nicht, die Stadt Semporna auf dem Festland ist eher langweilig und dreckig und so habe ich stattdessen auf der Insel Mabul Quartier bezogen, nur etwa eine halbe Stunde mit dem Speedboot von Sipadan entfernt. Am nächsten Morgen ging es dann los, 3 Tauchgänge im  Unterwasserparadies standen bevor – der Hammer!!! Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Haie und Schildkröten gesehen!! Ich habe ernsthaft aufgehört mitzuzählen, die waren einfach überall, wir haben bis zu 6 Haie auf einmal um uns gehabt, irre! Für die Instructors ist es schon so normal, dass sie sie gar nicht mehr wirklich wahrzunehmen scheinen und einem stattdessen zum Beispiel begeistert eine kunterbunte Nacktschnecke in den Korallen zeigen. Und sogar einen Hammer-Hai haben wir gesehen!! Okay, der war recht weit weg im tiefen Blau des Ozeans, aber der auffällige Umriss war anfangs noch klar erkennbar, danach sahen wir lediglich noch einen dunklen Schatten seine Bahnen ziehen. Und gigantische Fischschwärme… erst nen riesen Schwarm Jackfish, eine schier endlose Wand aus Fischen und später noch einen Barracuda-Schwarm, der Tornado-mäßig im Kreis schwamm. Und auch sonst einfach tausend tolle Sachen: Skorpion Fisch, Froschfisch, Thunfisch, Napoleon Wrasse… und eben was man auch sonst so immer am Riff sieht. :-) Das waren auf jeden Fall ein paar grandiose Tauchgänge und definitiv den Aufwand wert!!!

Nachdem ich noch ein bisschen auf Mabul relaxt habe ging es zurück ans Festland, eine Nacht in Semporna und heute morgen weiter. Blöderweise ist das Kabel meines Handy-Ladegeräts vor einer Woche gerissen, der Akku ist mittlerweile lange leer und ich stehe ohne Wecker da. So hab ich logischerweise den einzigen Bus am frühen Morgen verpasst. Stattdessen habe ich mein Glück bei den Minibussen versucht, war ein paar Stunden später ne Stadt weiter, von dort nen weiterer Minibus, der mich dann an der Kreuzung raus ließ wo ich in ne andere Richtung weiter wollte und dann stand ich erstmal auf dem Trockenen. Ein paar dubiose Einheimische um die Ecke wollten mich für nen Wucherpreis weiterfahren, aber dafür müssten wir noch auf 3 weitere Leute warten, die mitfahren (übliche Minibus-Praxis, aber die Chancen auf 3 weitere gestrandete Backpacker standen in der Gegend eher schlecht). Stattdessen habe ich an der Straße mein Glück mit Trampen versucht und keine 10 Minuten später saß ich bei 3 witzigen Typen aus Kuala Lumpur im Auto. Sie haben mich erstmal mitgenommen zum Gomantong Cave. In der Höhle wohnen tausende von Vögeln (es stinkt dementsprechend und der Boden ist enorm vollgekackt), die mit jeder Menge Spucke ihre Nester bauen und das wiederum ist wohl eine chinesische Delikatesse. 3 Mal im Jahr ernten die Einheimischen also mithilfe Waghalsiger Leiter-Konstruktionen die Nester ab um sie für ein halbes Vermögen zu verkaufen. Erntezeit ist allerdings gerade vorbei und so konnten wir weder die Nester noch die Ernte-Action sehen… Danach waren die Jungs noch so nett mich bis nach Sukau zu fahren, obwohl das gar nicht mehr auf ihrem Weg lag, ich bin hier in einem ganz tollen Guesthouse und morgen früh geht’s auf eine Bootstour durch den Dschungel – vorausgesetzt ich schaffe es ohne meinen Wecker wach zu werden… ;-)


01.10.2011, 19:00   ---   Der Mann des Waldes und seine Dschungel-Freunde

Wunder oh Wunder, ich hab es tatsächlich geschafft wach zu werden! Pünktlich um 6 Uhr morgens saß ich mit 4 anderen in einem kleinen Holzboot und wir schipperten los durch den Dschungel. Die sehnlichst erhofften Orang-Utans haben sich leider nicht blicken lassen, dafür aber jede Menge andere Affen, unter anderem eine ganze Menge Proboscis Monkeys (Keine Ahnung wie die auf Deutsch heißen, sind jedenfalls die mit der unglaublich langen Nase), einen Waran, Wildschweine, ganz tolle Vögel… war toll!
Am Abend bin ich mit 2 anderen noch mal im Boot raus gefahren und neben all den Affen haben wir diesmal sogar eine Herde wilder Elefanten gesehen, so cool! Seit 3 Monaten sind die wohl in der Gegend nicht gesichtet worden, war also auch für die Einheimischen etwas Besonderes. Im Vergleich zu den afrikanischen Elefanten sind sie wesentlich kleiner, wirken aber auch viel viel friedlicher. Wir konnten mit unserem Boot ganz nach ran und es schien sie überhaupt nicht zu stören. Nur mal wieder keine Orang-Utans…

Dafür ging es dann aber als nächstes nach Sandakan, um von dort aus das „Sepilok Orang-Utan Rehabilitation Centre“ (SORC) zu besuchen. Dort werden misshandelte und verwaiste Orang-Utans aufgenommen, aufgepäppelt und nach Möglichkeit wieder in die Freiheit entlassen. Orang-Utan bedeutet übersetzt übrigens „Mann des Waldes“. Die meisten der hier lebenden Menschenaffen leben in einem riesigen Freigehege, wo sie 2 mal täglich gefüttert werden bis sie selbstständig genug sind um eigenständig zu leben. Besucher können von einer Plattform aus die Affen bei der Fütterung beobachten und über einen Boardwalk noch einen Spaziergang durch das Gehege machen. Bei diesem kurzen Spaziergang bin ich direkt auch noch einer Orang-Utan-Dame begegnet und konnte sie so mal ganz aus der Nähe betrachten, faszinierende Tiere! Einer der Ranger zeigte mir noch eine Gruppe wilder Affen (Makaken), die sich wohl eingeschlichen hatten. Er blieb aber mit einem Stock bewaffnet die ganze Zeit neben mir, da diese Art wohl unter Umständen auch mal etwas aggressiv ist.
Nur die Treks des geschützten Regenwalds, wohin die selbstständigen Orang-Utans in die Freiheit entlassen werden, ist momentan leider für Besucher gesperrt, also wiederum keine Chance auf eine Begegnung in freier Wildbahn.

Heute sollte es weitergehen in den Kinabalu Nationalpark, aber stattdessen habe ich den ganzen Tag krank im Bett verbracht – massive Kreislaufprobleme und Fieber, ich kam überhaupt nicht hoch. In diesen Momenten wär man dann doch irgendwie gern zu Hause um sich von Mama betüddeln zu lassen, da hilft selbst der Meerblick vom Bett aus nicht. ;-) Aber die Hostel-Besitzerin war so nett mir etwas zu Essen zu holen und es geht mittlerweile schon wieder deutlich besser, morgen kann ich dann hoffentlich wieder durchstarten!


07.10.2011, 8:30   ---   Letzte Etappe bis Australien

Okay, einen Tag später war ich zum Glück wieder soweit fit, dass ich es endlich zum Bus geschafft habe und in den Kinabalu Nationalpark gefahren bin. Am nächsten Tag wollte ich eigentlich wandern gehen, aber sooooo fit war ich dann leider doch noch nicht - jedenfalls nicht fit genug um auf eigene Faust los zu stiefeln. Stattdessen habe ich mich einer kleinen, geführten Rentner-Wanderung angeschlossen, war relativ gelangweilt und in meinem Zustand noch schneller aus der Puste als der Rest der Truppe. Meine Kinabalu-NP-Erkundung könnte man also als eher semi-erfolgreich abstempeln. Kurz darauf bin ich direkt weitergefahren nach Kota Kinabalu um mich weiter zu erholen und vor allem auch um einen Arzt in der Nähe zu haben falls es noch mal schlimmer wird.
Im Hostel hab ich zufällig Teresa wieder getroffen, die ich auf dem Hinflug nach KK kennen gelernt hatte, es wurde viel relaxt, ein bisschen geshoppt, der erste Dengue-Fieber-Verdacht hat sich zum Glück nicht bestätigt und ich war nach ein paar Tagen wieder topfit. Gestern sind Teresa und ich zusammen wieder nach Jakarta geflogen (sie hatte zufällig wieder den gleichen Flug gebucht), nach einer etwas holprigen Einreise (die Freggels von der Botschaft in KK waren wohl ein wenig durch den Wind und hatten mein Visum mit einem Ausstellungsdatum im November versehen) haben wir die Nacht am Flughafen verbracht, momentan halte ich mich bei Starbucks mit Kaffee wach und gleich geht es für mich weiter nach West Timor. Knappe 6 Wochen bleiben mir um noch ein bisschen Indonesien zu erkunden und Insel-hüpfend nach Bali zu kommen – meine letzte Reiseetappe bevor es ins langersehnte Australien geht! :-)

   

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