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I N D O N E S I E N   ( J A V A )

15.09.2011, 10:15   ---   Ein grandioser Start in Indonesien

Auf Pulau Batam angekommen habe ich am Hafen direkt mal die Weiterreise-Optionen gecheckt: Das nächste Boot nach Java legte erst 2 Tage später ab, aber Flüge gab es noch. Ich hätte direkt bei der Agentur am Hafen buchen können, aber ich dachte mir am Flughafen bei der Airline ist es sicherlich günstiger. Also ab ins Taxi und rüber zum Flughafen… Pustekuchen! Beim Airline-Schalter bekam ich nen Preis etwa 20€ über dem vom Hafen (bei einem knapp 60€-Flug ist das durchaus schon enorm)! Hab noch ein wenig nachgebohrt wie das denn sein kann und es ging dann noch mal etwas runter, aber noch immer 10€ überm Hafen-Preis. Nunja, konnte ich nicht mehr viel dran machen, hab den Flug gebucht und am Kassier-Schalter sollte ich plötzlich doch viel weniger zahlen, 10€ unterm Hafen-Preis – das soll mal einer verstehen! Also schnell bezahlt und weg, bevor sie es sich noch mal anders überlegen! ;-) Kurz darauf saß ich auch schon im Flieger nach Surabaya, habe dort super leckeres Nasi Goreng gegessen, jede Menge unwahrscheinlich nette, hilfsbereite, interessierte und kontaktfreudige (ich weiß, das schreib ich von fast jedem Land, aber die Indonesier toppen einfach noch mal alles!!) Menschen getroffen und am nächsten Morgen fuhr ich nach Cemoro Lawang am Gunung Bromo.

Der Bromo-Tengger-Semeru Nationalpark ist eine traumhafte und auch recht aktive Vulkanlandschaft. Das gemütliche kleine Dorf Cemoro Lawang liegt auf der Kante des riesigen Tengger-Kraters, aus diesem Krater ragen die Vulkane Batok, Bromo und Kursi heraus und im Hintergrund liegt der riesige Gunung Semeru. Zusammen mit Coralie und Nico, die ich im Bus kennengelernt habe, wollte ich direkt am nächsten Morgen den Gipfel von Gunung Pananjakan erklimmen, um von dort den Sonnenaufgang über dem Nationalpark zu sehen. Um 3 Uhr war die Nacht also schon vorbei (bei mir blöderweise schon um 2 Uhr, da mein Handy noch auf Singapur-Zeit eingestellt war…), in eisiger Kälte stiefelten wir los (Ja, auch in unmittelbarer Äquator-Nähe ist es auf über 2000m Höhe kalt!), gönnten uns kurz vorm Ziel einen heißen Kaffee und waren passend zum Sonnenaufgang mit nur ein paar anderen Leuten an einem optimalen Aussichtspunkt. Die Landschaft vor uns war atemberaubend, wirkte absolut surreal!! Der Grund des Tengger-Kraters lag verborgen unter einer dichten Wolkendecke, daraus erhoben sich die rauchenden Vulkane, Gunung Semeru thronte im Hintergrund und der Himmel war strahlend blau. Mit der aufgehenden Sonne veränderten sich die Farben der Vulkane, die Wolken am Boden lichteten sich langsam und wir machten uns auf den Rückweg.
Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem Lieblings-Wahrung (Warungs sind einfache indonesische Restaurants) und einer weiteren Runde Schlaf fühlten wir uns wieder fit und starteten unsere zweite Wanderung des Tages, diesmal hinunter in den Tengger-Krater und hinauf auf den Gunung Bromo. Mit blauem Himmel war leider nichts mehr, stattdessen schuf eine dichte Wolkendecke eine eher mystische Atmosphäre in der aschgrauen Vulkanlandschaft. Oben am Krater angekommen standen wir vor einem riesigen Loch, man hörte das Brodeln im Inneren des Vulkans und es stieg permanent dichter Rauch auf – WOW! Sicherheitsabsperrungen gab es natürlich nicht und während wir in relativ sicherem Abstand zur Kante den Anblick genossen kraxelten zwei ältere Einheimische im Geröll im Inneren des Kraters herum. Was auch immer sie dort gesucht haben, ich jedenfalls habe sie schon unten im rauchenden Loch verschwinden sehen, verrückt.
Als wir kurz vor Sonnenuntergang wieder im Dorf ankamen waren wir echt geschafft von dem Tag, aber super happy. Lediglich eine heiße Dusche hätte den Tag noch besser machen können… reinstes Wunschdenken. Die Ausstattung eines einfachen Badezimmers erreicht hier in Indonesien eine völlig neue Dimension: Ein „kamar mandi“ (Badezimmer) besteht aus der bereits gewohnten Hock-Toilette in Boden und einem Wassertank mit einer großen Plastikkelle. Damit kann man zum einen die Toilette spülen und zum anderen duschen, das Wasser ist logischerweise entsprechend der Außentemperatur eisig kalt!! Und das wo ich doch so ein leidenschaftlicher Heiß-Duscher bin… ;-)

Nach einer gemeinsamen kuschelig engen Fahrt im Minibus (frei nach dem Motto: Einer geht immer noch irgendwie rein!) trennten sich unsere Wege dann schon wieder und ich nähere mich langsam aber sicher Jakarta und meinem Flug nach Borneo.
Nach so langer Zeit in stark touristisch organisierten Gegenden ist es eine reine Wohltat wieder in einem Land unterwegs zu sein, wo man einfach zur Bushaltestelle gehen kann und mit dem nächsten öffentlichen Bus mitfährt, ohne nen Tag vorher buchen zu müssen und dann nur zusammen mit anderen Reisenden durchs Land gekarrt wird. Manche Busse und insbesondere Minibusse fahren ab wenn sie voll sind, halten überall an wo Menschen vom Straßenrand rüberwinken, unterwegs steigen gelegentlich mal Musiker für nen paar Meter ein, man kann überall unterwegs Snacks und Getränke kaufen… ein bisschen wie in Afrika. :-)
Hach ja, Indonesien ist einfach toll und ich freu mich jetzt schon darauf nach Borneo noch mal für einige Wochen zurück zu kommen! :-)


23.09.2011, 19:00   ---   Astrein ins zweite Jahr gerockt

Nach Gunung Bromo habe ich noch eine weitere tolle Woche in Java verbracht, phantastische Menschen getroffen und tausende Fotowünsche erfüllt (Ausländer sind hier in manchen Gegenden anscheinend doch noch etwas Seltenes). Erste Station war die kleine Stadt Malang. Es war lediglich ein kleiner Zwischenstopp um die weite Fahrt ein wenig zu unterbrechen und nicht großartig spektakulär. Bin allerdings über einen ziemlich „interessanten“ Tiermarkt gestolpert, den Pasar Senggol. Dort gab es Unmengen an Vögeln (vom Wellensittich bis zur Gans alles dabei), Fische, Hamster, Kaninchen, Eichhörnchen, Katzen, Eulen, Affen… ALLES!!! Der Zustand der Tiere war weitestgehend sogar relativ okay (wenn auch auf engstem Raum eingepfercht), lediglich die Affen haben echt mein Mitleid geweckt, die sahen erbärmlich aus! Tja, und wozu all die Tiere?? Da dort so gut wie niemand Englisch sprach war das schwer herauszufinden, aber das indonesische Wort für „Essen“ kenne ich bereits, das war dann klar. ;-) Ansonsten hab ich später erfahren werden viele Tiere auch hier einfach als Haustiere gehalten oder gelegentlich auch sogar mal zu medizinischen Zwecken genutzt (insbesondere wohl Rabenblut).

Darauf folgte eine furchtbare und zu 100 % schlaflose Nacht im Bus. Zwei absolute Höllenfahrer wechselten sich am Steuer ab, ich saß in der ersten Reihe, freier Blick auf eine Aneinanderreihung haarsträubender Überholmanöver und unzähliger Beinahe-Unfälle und selbst mit geschlossenen Augen konnte ich die ständigen Lichthupen des Gegenverkehrs noch wahrnehmen, von der ganzen Huperei mal ganz abgesehen – Schlafen ausgeschlossen und Nerven am Ende (obwohl die ja mittlerweile schon echt was gewohnt sind)!

Die nächsten paar Tage habe ich in Yogyakarta (kurz Yogya) verbracht. Das ist die zweitgrößte Stadt Indonesiens, das kulturelle Zentrum Javas und entsprechend touristisch. Wohin man geht gehen einem die Becak-Fahrer (Fahrrad-Taxis) und Kutscher auf den Senkel, weil sie einen irgendwo hinfahren wollen, am besten sollte man doch noch in jeden der ganzen Batik-Shops rein… anstrengend! Aber nichtsdestotrotz eine interessante Stadt! Ich war im Kraton (der Palast des Sultans), habe mir das Wasserschloss zeigen lassen (ein geheimer Vergnügungsort eines früheren Sultans) und mir danach auch ganz brav ein paar wirklich bestaunenswerte Handarbeiten zeigen lassen. Ach ja, und ein Wayang Kulit habe ich mir angeschaut, eine traditionelle javanesische Volksbelustigung mit verschiedenen Figuren hinter einer Schattenwand, begleitet von einem traditionellen Orchester. Ist natürlich alles auf Indonesisch, man versteht also kein Wort und ist auch ansonsten nicht unbedingt spektakuläres Entertainment… aber es ist ein Stück der Kultur des Landes und durchaus mal ganz nett anzusehen.
Mein Highlight in Yogya war Borobudur, ein buddhistischer Tempel aus dem 8. Jahrhundert, echt toll! Ein Sonntag Nachmittag war vielleicht nicht unbedingt der optimale Zeitpunkt für den Besuch, denn es war enorm überfüllt, aber 99% der Leute laufen nur einmal die Haupttreppe hoch zur obersten Stupa und direkt wieder runter, die restlichen Teile des Tempels waren teilweise komplett leer.
Sonntag scheint außerdem ein beliebter Tag für Schulklassen zu sein, um mit dahergelaufenen Ausländern ihr Englisch aufzupolieren. Direkt am Eingang wurde ich von einer Truppe abgefangen, die als Hausaufgabe Ausländer zu ihrer Herkunft befragen sollten, kurz darauf habe ich mit einer anderen Klasse auf Wunsch deren Lehrerin eine knappe halbe Stunde Englisch Unterricht am Tempel gegeben, als ich aus dem Tempel raus kam stand schon wieder ne Truppe auf der Lauer… is ja alles schön und gut und macht auch Spaß, aber irgendwann reicht’s mal! ;-)

Nächster Stop war Jakarta, die laute, hektische und hochgradig Fußgänger-unfreundliche Hauptstadt Indonesiens! Eine Stadt auf die ich in Zukunft durchaus verzichten kann, aber der erste Jahrestag meiner Reise stand bevor und ausgerechnet an dem Tag sollten Linkin Park in Jakarta spielen – eine Wohltat für die Seele nach einem Jahr Rock-Konzert-Abstinenz und die wohl beste Art diesen Tag zu feiern!
Die Tickets waren überraschenderweise genauso teuer wie zuhause, was für Indonesische Verhältnisse ein echtes Vermögen ist! Das erklärt wohl auch warum lediglich eine winzige Ecke des riesigen Bung Karno Stadiums für die Show vorgesehen war. Für den halben Preis hätten sie das Stadion bestimmt dreimal so voll bekommen oder man hätte für die paar Leute in nem Club spielen können… aber gut, lassen wir das! ;-) Nach einem Ticket-Rabatt in letzter Sekunde war der Innenraum dann leider doch gerade ausverkauft als ich in Jakarta ankam, aber auf die Ticket-Mafia direkt am Konzerttag ist wie auch zuhause immer verlass! ;-) Am Eingang traf ich zufällig auf Ari, die mir am Vortag noch geholfen hatte den richtigen Bus zum Stadtzentrum zu finden, jeder war mal wieder total neugierig was eine Ausländerin so allein dorthin verschlägt, überall wimmelte es von bewaffneten Polizisten (vom Schlagstock bis zum Maschinengewehr war alles dabei – Jakarta scheint enorm in Angst vor weiteren Bombenanschlägen oder ähnlichem zu sein) und letztendlich stand ich in der ersten Reihe des wohl kleinsten Konzerts, dass Linkin Park seit Jahren gespielt haben. Um es kurz zu machen: Es war grandios, die Band hat mega abgerockt, das Publikum ist total abgegangen und super zufrieden ging es mit nem Drumstick, zwei Pleks und ner ramponierten Stimme zurück ins Guesthouse. :-)

Gestern Abend bin ich nach unzähligen Sicherheitskontrollen in den Malaysischen Teil Borneos geflogen (da blieb zwischen Check-In und Boarding nichtmal Zeit für nen Kaffee), habe den Tag heute mit Visums-Rennereien verbracht, mein Reisepass ist nun im Urlaub beim indonesischen Konsulat und ich endlich auf dem Weg nach Sipadan Island – World-Class-Diving ich komme! :-)

   

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