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M A L A Y S I A

24.08.2011, 17:45   ---   Von einem Postkarten-Paradies ins Nächste

Nach einem langen Tag in Bussen, einem ruhigen Grenzübergang und 2 Nächten in Kota Bharu ging es mal wieder ab auf die Insel – Pulau Perhentian Kecil. Das ist die kleinere der beiden Perhentian Inseln, bewachsen von strahlend grünem Dschungel und umgeben von kristallklarem blauen Wasser. Dort habe ich mich im einzigen Resort an einem kleinen Strand im Norden der Insel niedergelassen. Es herrschte eine wunderbar entspannte Atmosphäre, nette Leute, keine Autos, keine Straßen und ein Riff zum drauf-los-schnorcheln direkt vor der Haustür. Nur zum Schwimmen war es leider nicht so toll, weil eben wie gesagt direkt das Riff anfing und es teilweise super flach war… aber dafür konnte man problemlos zu einem der vielen anderen Strände laufen. Nebenbei habe ich auch endlich mal ein paar notwendige organisatorische Dinge erledigt, eine Tauchgenehmigung für Sipadan in Borneo ergattert, die entsprechenden Flüge gebucht und auch sogar meinen Flug nach Australien klar gemacht, am 14. November ist es so weit! :-) Nur das Tauchen auf den Perhentians musste ich leider streichen, da ich immer noch ein wenig erkältet bin… aber man bekommt die Zeit auch anders rum!
Gestern war auf einmal helle Aufregung im Resort – ein riesiger Waran war aus dem Busch an unseren Strand gekrabbelt und alle standen mit gezückter Kamera und einem großzügigen Sicherheitsabstand drum herum. Ich glaub nicht, dass Warane gefährlich sind, aber der war schon echt riesig mit seiner 1,5m Länge und durchaus Respekt einflößend! Danach hab ich mir zusammen mit ein paar anderen 2 Kajaks ausgeliehen um zur Nachbarinsel Pulau Perhentian Besar zu paddeln und sind auf halber Strecke doch tatsächlich beinahe abgesoffen! Mark und ich stellten irgendwann fest, dass der Wasserpegel in unserem Kajak unermüdlich steigt… was tun? Wir hatten den Eindruck schon etwa auf halber Strecke zu sein (waren wir natürlich noch nicht, wie wir später feststellten) und beschlossen lieber weiter zu paddeln, anstatt umzudrehen, denn das würd ja nun keinen Unterschied machen. Allerdings stieg das Wasser immer weiter an, sodass das ganze Kajak recht instabil wurde und zu kippen drohte. Zufälligerweise hatte ich meine Taucherbrille zum Schnorcheln mitgenommen und damit hat dann immer einer von uns eifrig das Wasser aus dem Kajak geschaufelt, während der andere allein weiter paddeln musste. Die Mädels vom anderen Kajak hatten währenddessen mehr mit ihrer rechts-links-Koordination zu kämpfen, aber nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir endlich den Strand und wurden mit einem reinsten Postkarten-Panorama belohnt! Strahlend weißer Pudersand, das klarste Wasser, das ich je gesehen habe, kein einziges Resort oder Restaurant und kaum Leute – Willkommen im Paradies! Dort haben wir ganz entspannt den Tag vergehen lassen bevor wir uns mit unserem sinkenden Kajak wieder auf den Rückweg machten… Mark hatte am Strand zwei Pappbecher gefunden, die das Wasser-schaufeln ein wenig erleichterten, im Gegenzug hatten wir aber mit einem ordentlichen Wellengang und teils starker Strömung in Richtung offenes Meer zu kämpfen – da können 5km (haben wir später mal auf einer Karte nachgeschaut) ganz schön in die Arme gehen! ;-)

Heute Morgen stand die Abreise an und Mark und ich sind direkt weiter gezogen ins nächste Insel-Paradies – Pulau Kapas. Das ist eine recht winzige Insel etwas weiter südlich, logischerweise weißer Sand und klares Wasser, wir haben eine ganz tolle Unterkunft gefunden und als ich vorhin so im Wasser herumgedümpelt bin war ich plötzlich von einem Schwarm bunter Fische umgeben, einfach toll! :-)
Hier steht jetzt erstmal noch eine weitere Runde hammocking, relaxing and sunbathing (in der Hängematte liegen, entspannen und Sonne tanken) an, während ich mir überlege wohin es weitergehen soll.


30.08.2011, 13:30   ---   Schnorchelparadies Kapas

Etwa 2 Tage hatte ich vor auf Kapas zu verbringen… mittlerweile bin ich bereits eine Woche hier und hab auch noch gar nicht richtig Lust zu gehen. Alles ist super relaxt, die Leute sind nett und ich habe selten so viele Brett- und Kartenspiele gespielt!
Die Insel ist umgeben von wunderschönen Korallenriffen, eine unglaubliche Vielfalt aus harten und weichen Korallen, Massen an Fischen, Rochen, Moränen, Riffhaie… ich glaub ich habe selten irgendwo ein schöneres Schnorchelriff erlebt und auch noch nie solche Massen an Anemonen und Clownfischen in allen Größen und farblichen Variationen gesehen. Einen Tag sind wir auf der erfolglosen Suche nach Haien zur winzigen Nachbarinsel geschwommen, haben uns dort die niedlichen kleinen Meeresschildkröten der Turtle Conservation angeschaut und uns dann auf den Heimweg gemacht. Weil wir keine Lust hatten wieder den ganzen langen Weg an den Korallengärten entlang zurückzuschwimmen haben wir stattdessen den direkten Weg genommen. Das Meer war eine ganze Weile irre tief, man konnte weit und breit nichts sehen und ich war schon ein wenig gelangweilt… bis dann plötzlich ein riesiger Schwarm bunter Fische von unten auf mich zu schwamm, hunderte von ihnen schwirrten auf einmal um mich herum und wenige Meter weiter war ich auch schon wieder zurück am Riff, einfach toll!
Vorgestern hatte ich am späten Nachmittag noch mal Lust ein wenig zu schnorcheln, eine andere aus meinem Zimmer kam auch noch mit und wir hatten eigentlich nur vor ein bisschen direkt an unserem Strand herum zu schnorcheln. Als ich nach einer ganzen Weile mal wieder hoch schaute waren wir schon einen Strand weiter geschwommen, in der Richtung wird das Riff auch immer schöner und so beschlossen wir noch ein Stück weiter zu schwimmen. Es war außerdem genau die Tageszeit zu der sich die Riffhaie laut den Einheimischen vermehrt in dieser Ecke aufhielten. Und tatsächlich: Nach etlichen Rochen, Boxfischen, Nemos und co. schwamm plötzlich ein Schwarzspitzen-Riffhai mit geschätzten knappen 2m Länge vor unserer Nase her – WOW! Uns wurde mal gesagt, dass sich hauptsächlich Junghaie hier herumtreiben, der war definitiv nicht mehr allzu jung mit der Größe! Kurz darauf entdeckten wir noch einen deutlich kleineren Hai und waren völlig begeistert! Mittlerweile wurde es langsam aber sicher dunkel, wir waren schon etwa 2km geschwommen und es war dringend an der Zeit umzukehren. Auf dem Rückweg kitzelte mich plötzlich irgendetwas am Bauch und bei einem Blick nach unten entdeckte ich einen Cleaner-Fisch. Die hängen sich üblicherweise an Rochen und Haie, reinigen deren Haut oder begleiten sie einfach um selbst Schutz zu suchen. Der kleine Kamerad hatte mich wohl verwechselt und klebte nun wie angetackert an meinem Bauch, ließ sich nicht verscheuchen und so kämpfte ich mit meinem kitzelnden Begleiter gegen die Strömung, super witzig! Aufgrund der fortschreitenden Dunkelheit sind wir letztendlich an den ersten über Land zugänglichen Strand geschwommen, dort musste mein Fisch mich dann gehen lassen, wir sind den Rest der Strecke zurück gelaufen und es war stockduster als wir ankamen. In unserer Unterkunft hatten sich währenddessen etliche Leute schon nen mega Kopf gemacht wo wir abgeblieben waren, da unsere Handtücher immer noch am Strand lagen und wir weit und breit nicht zu sehen waren. Sie hatten wohl bereits schon eine Runde im Boot gedreht um uns zu suchen, aber da müssen wir anscheinend schon zu Fuß auf dem Rückweg gewesen sein, sodass sie uns nicht finden konnten und als wir endlich auftauchen waren sie bereits drauf und dran das Tauchcenter zum suchen heranzuholen… Ups!
Gestern hatte ich dann eigentlich endlich mal vor weiter zu reisen, hab mich aber letztendlich doch noch mal dagegen entschieden und nun stecke ich gerade regelrecht auf der Insel fest. Es ist 3 Tage lang Hari Raya, die bedeutendsten Feiertage im Islam (vergleichbar mit unserem Weihnachten) wo das Ende des Ramadan (Fastenzeit) gefeiert wird. An diesen Tagen fahren hier keine Boote und ich komme nicht weg… schade! ;-) Nun gut, es gibt schlimmeres als ein paar Tage auf einer wunderschönen Insel festzusitzen und so wird es dann aber wohl am Donnerstag endgültig weitergehen.


04.09.2011, 13:30   ---   Weg von der Küste

Die letzten Tage auf Kapas waren noch mal super toll und haben es nicht leichter gemacht die Insel zu verlassen. Kayan, der Besitzer vom KBC wo ich gewohnt habe, hat uns mit seinem Boot noch ein paar Mal zu ein paar anderen Schnorchelplätzen gefahren und uns die ganze Insel gezeigt. An der hinteren Seite ist eine kleine Höhle, wo wir mit dem Boot rein fahren konnten und drinnen war alles voll Fledermäuse, tausende hingen da an den Wänden! Von dem plötzlichen Lärm und Gestank des Motors aufgeschreckt flogen sie nach draußen ins freie, zirkelten um den Höhleneingang herum und das Buffet für die Seeadler war eröffnet. Das ließen die sich natürlich nicht entgehen und kamen direkt zum Mittag essen um die Ecke. ;-)
Aber das Ende der Feiertage rückte näher und nachdem ich am letzten Abend noch den selbsternannten Insel-Champion in „Die Siedler von Catan“ besiegt habe (was er widerum gar nicht mal sooo witzig fand!) war es an der Zeit zu gehen.

Mein nächstes Ziel war der Taman Negara Nationalpark im Zentrum der Malaysischen Halbinsel, zum ersten Mal fuhr ich mit den öffentlichen Bussen (bisher hatte es sich immer irgendwie angeboten sich mit mehreren zusammen ein Taxi zu teilen) und war super positiv überrascht – pünktlich, sauber, modern! Die letzte Etappe bis zum Nationalpark habe ich per Boot zurückgelegt. Eine wunderschöne 3-stündige Fahrt in einem kleinen Holzboot, dessen innerer Wasserstand langsam aber sicher über die Fahrt hinweg stieg und es dann doch noch schaffte uns vor dem Absaufen zum Ziel zu bringen. Der Dschungel des Taman Negara soll 130 Mio. Jahre alt sein, ist damit der älteste Dschungel der Welt und gleichzeitig das Zuhause von Tiger, Panther, Elefant & Co (Die man aber leider mit 99%iger Sicherheit nicht zu Gesicht bekommt). Aber schön aussehen tut er, besonders vom Boot aus, wenn man so an der unglaublich dichten, grünen Wand aus Bäumen und Büschen vorbei schippert.
In Kuala Tahan, einem kleinen Dorf am Nationalpark, habe ich mich mit Maria und Florian, die ich von Pulau Kapas kannte, wieder getroffen und am nächsten Tag sind wir zusammen im absolut stylischen Anti-Blutegel-Outfit (lange Hose in lange Socken gestopft) wandern gegangen. Nun gut, so wahnsinnig viel gewandert sind wir nicht, haben aber immerhin ein paar Affen und jede Menge große Insekten gesehen und den Canopy Walk gemacht. Das ist eine Hängebrückenkonstruktion die einen auf wackeligem Boden durch die Baumwipfel des Regenwaldes führt – definitiv nichts für Leute mit Höhenangst, aber mir hat’s Spaß gemacht!
Nun sitze ich schon wieder im Bus und freue mich nach langer Zeit mal wieder auf eine Großstadt – Kuala Lumpur!


09.09.2011, 10:00   ---   Stadtleben

Nachdem ich ja nun eine ganze Weile mehr oder weniger ausschließlich auf Inseln unterwegs war ging es nun zum ersten Mal wieder in eine Stadt. Und zwar nicht nur irgendeine Stadt, sondern Kuala Lumpur, die funkelnde Hauptstadt Malaysias! Es war ein tolles Gefühl nach langer Zeit mal wieder zwischen Wolkenkratzern umher zu spazieren, Straßenbahn zu fahren und heiß zu duschen! :-)
KL ist eine beeindruckende, hochmoderne Stadt und im Multi-Kulti-Flair wohl kaum noch zu übertreffen. Es wimmelt von Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kulturen, Hindu Tempel, Tao Temple und Moscheen stehen direkt nebeneinander und die ganze Stadt ist in überdimensionale Malaysische Flaggen gehüllt. Es gibt jede Menge riesige Shopping Malls und an jeder Ecke nen Starbucks. Und mitten drin in all diesem friedlichen Getümmel ragen die Petronas Towers in den Himmel, das unverwechselbare Wahrzeichen aus Stahl und Glas. Aus der Ferne kamen sie mir im ersten Moment doch enttäuschend klein vor (vermutlich noch ein Einfluss des Burj Khalifa in Dubai), aber wenn man so davor steht sind sie absolut gigantisch!
Ein paar Tage lang habe ich das Großstadtleben genossen, Ana und Sarah (zwei der Französinnen von den Perhentians) und Hannah (sie ist mit Stuart, Jean-Marie und mir ein paar Tage in Kambodscha gereist) wiedergesehen und dann ging es vom mit Abstand modernsten Busbahnhof, den ich je gesehen habe (ich dachte im ersten Moment ich wäre versehentlich am Flughafen ausgestiegen ;-) ), nach Melaka.

Die Kolonialstadt Melaka ist durch das Weltkulturerbe geschützt. Klar, viele Touris strömen dort hin und lassen sich dann von den kitschig bunten Rikschas mit lauter Musik durch die Straßen fahren, aber es ist trotzdem wunderschön und urgemütlich. Ich wäre total gerne noch länger geblieben, aber momentan steh ich leider tatsächlich ein wenig unter Zeitdruck, weil ich meinen Borneo-Flug von Jakarta aus erwischen muss und so ging es direkt wieder los.

Nach 3 Wochen in Malaysia heißt es vorerst Abschied nehmen von diesen unglaublich freundlichen, offenen, strahlenden Menschen! Anfangs war ich aufgrund der starken islamischen Prägung doch eher ein wenig skeptisch und hab wohl irgendwie ein Stück Ägypten erwartet, war dann aber direkt unglaublich positiv überrascht. Viele Menschen nehmen ihren Glauben zwar sehr ernst, aber es wirkt nicht so streng und zwanghaft wie in Ägypten. Die Frauen tragen zwar in der Regel Kopftuch, aber wenn ihnen mal nicht danach ist gehen sie eben ohne und niemand stört sich daran, Frauen in Burkas sind eine riesige Ausnahme, der Umgang miteinander (insbesondere in Bezug auf Frauen) ist viel offener und selbst während des Ramadan muss ein Nicht-Moslem tagsüber nicht verhungern.

   

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