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T H A I L A N D   II

30.07.2011, 15:00   ---   Zu normal um erwähnt zu werden

Seit 3 Monaten bin ich nun in Südost-Asien unterwegs und viele Dinge des alltäglichen Lebens sind so sehr zur Gewohnheit geworden, dass sie in meinen regelmäßigen Berichten gar keine weitere Erwähnung finden. Dabei ist so vieles aus deutscher Sicht betrachtet alles andere als normal…

1. Straßenverkehr
Den Straßenverkehr in Südost-Asien kann man im Allgemeinen als chaotisch und hektisch bezeichnen mit jeder Menge Gehupe. In Laos geht es ein wenig ruhiger zu, die Vietnamesen dagegen legen noch mal ne gute Schippe drauf. Verkehrsregeln sind eher Verhaltensvorschläge, Verbotsschilder finden keinerlei Beachtung und wer beim Abbiegen die Kreuzung nicht überqueren kann um auf die korrekte Spur zu kommen wartet nicht, sondern schlängelt sich stattdessen erstmal auf der falschen Straßenseite durch den Gegenverkehr bis sich irgendwann mal eine Lücke ergibt. Und ganz wichtig: Man ruht eher mit dem Daumen auf der Hupe, anstatt mit dem Fuß auf der Bremse!
Das überqueren dieser Straßen als Fußgänger ist anfangs eine echt Mutprobe, irgendwann hat man dann aber den Dreh raus und entwickelt regelrecht Spaß daran immer größere und vollere Straßen zu überqueren. ;-)

2. Motorräder
Motorräder oder auch Motorroller machen geschätzte 95% aller Fahrzeuge aus (mit Ausnahme von Thailand), Helme werden nur selten getragen und Unfälle enden oft tragisch. In Vietnam sterben täglich etwa 30-40 Personen in Verkehrsunfällen!
Motorräder sind die asiatische Allzweckwaffe im Straßenverkehr! Sie dienen ganz locker als Fahrzeug für die ganze Familie (5 Personen auf so einer kleinen Kiste sind keine Seltenheit), selbst Kinder düsen mancherorts schon damit durch die Gegend, sie bieten unglaublich viel Stauraum für Transporte jeglicher Art (Auf dem Sitz hinter dem Fahrer, an den Seiten festgeschnürt, vorne zwischen den Beinen, auf dem Schoß, an den Lenkergriffen…) und wenn es noch mehr zu transportieren gibt ziehen sie auch locker riesige Anhänger hinter sich her. Da kommt man doch manchmal nicht schlecht ins Staunen!
Auch geschäftlich werden Motorräder an allen Ecken genutzt: In erster Linie natürlich als Tuk-Tuks, ein kleiner überdachter Anhänger mit ein oder 2 Sitzreihen für bis zu 6 Ausländer oder auch viel mehr Einheimische. Die größeren Varianten haben einen langen Anhänger mit Holzplanken als Sitzreihen und dienen in manchen Städten quasi als Bus.
Auch unter Reisenden sind Motorräder ein beliebtes Fortbewegungsmittel um auf eigene Faust die Umgebung zu erkunden. So ziemlich überall kann man für ein paar Euros am Tag so ein Ding mieten, Führerscheine interessieren hier niemanden und nach einer kurzen Eingewöhnungszeit fließt man ganz angstfrei locker im asiatischen Straßenverkehr mit.

3. Öffentliche Verkehrsmittel
Auf Langstrecken ist man in Asien üblicherweise in Bussen unterwegs (Es gibt auch vereinzelte Bahnstrecken, aber das hatte sich für mich nie angeboten) und die decken die gesamte Bandbreite ab, die man sich vorstellen kann. Von heruntergekommenen Klapperkisten mit Löchern in den Scheiben, null Beinfreiheit und Plastikhockern auf dem Mittelgang bis hin zu Luxuslinern mit allem möglichen Schnick-Schnack ist alles dabei, aber selbst letztere Variante kann unterwegs mal den Geist aufgeben, wie ich selbst feststellen durfte. Aber ganz egal wie heruntergekommen, alt und defekt ein Bus ist, er hat auf jeden Fall einen einwandfrei funktionstüchtigen Fernseher mit DVD-Player und jeder Menge Lautsprecherboxen. Dort läuft dann auf voller Lautstärke nonstop die einheimische Popmusik rauf und runter, begleitet von den entsprechenden Karaoke-Videos, eventuell zur Abwechslung mal ein furchtbar schlecht gespielter Film mit enorm simpler Handlung oder im besten Falle noch einer der unzähligen Chacky Chan-Filme.
In den Städten hat man in der Regel eine große Auswahl an verschiedenen Verkehrsmitteln. Je nach Stadt gibt es gewöhnliche Taxis (eher nur in Bangkok), Sorng-taa-ous (überdachte Pick-Ups mit zwei Bänken, hauptsächlich in Thailand), Motos (Motorrad-Taxis) Cyclos (Fahrrad-Taxis mit Passagier-Sitz vor dem Lenker, hauptsächlich Vietnam und Kambodscha) und natürlich die bereits erwähnten Tuk-Tuks.

4. Essen
Alleroberste Regel: Reis geht immer und mit allem! Die verschiedensten Gerichte der jeweiligen Landessküche gibt es in an jeder Ecke und in allen Variationen. Ob vom kleinen Schubwagen, einer fahrenden Imbissbude am Motorrad, einer kleinen Hütte am Straßenrand, im Restaurant – hier ist für jeden etwas dabei! In den touristischen Gegenden findet man oftmals auch westliche Gerichte wie Pizza, Pasta, Burger & Co, wird dabei jedoch auch oftmals enorm enttäuscht. Sicherheitshalber sollte man vorher mal kurz checken welche Nationalität der Koch hat. Ist er ein Westerner kann es versuchen, ansonsten sollte man lieber bei den lokalen Gerichten bleiben.
Gegessen wird hier grundsätzliche erstmal alles. Fisch, Geflügel, Rind und Schwein sind ja nichts außergewöhnliches, aber es könnte auch unter Umständen mal Hund dabei sein, Vorsicht ist also geboten! Sehr beliebt sind auch Frösche, Spinnen, Larven und sonstiges Ungeziefer. Wer ein wenig experimentierfreudig ist kann sich also richtig austoben!
Ich persönliche bleibe da (abgesehen von meiner Grashüpfer-Geschmacksprobe) aber lieber bei all den phantastischen tropischen Früchten!! Ananas, Mango, Passionsfrucht, Mangosteen, Lichee, Schlangenfrucht, Rambutan… lecker! :-)

5. Sprache und Schrift
Reisen könnte so einfach sein wenn man sich überall einwandfrei verständigen und alles verstehen könnte… und auch irgendwie sehr langweilig! Klar, in den touristischen Gegenden sprechen viele Leute mehr oder weniger gutes Englisch. Abseits dieser Hochburgen fängt das Reisen aber erst richtig an Spaß zu machen und da bleiben einem zur Verständigung oft nur Hände, Füße und ein paar wenige Brocken der jeweiligen Landessprache. Und als wenn das nicht schon umständlich genug wäre haben die Asiaten in jedem Land ihre ganz eigenen hübschen Schriftzeichen, die unsereins natürlich in keinster Weise irgendwie entschlüsseln kann.
Viele Einheimische wollen unbedingt Englisch lernen und insbesondere abseits der Touristen-Pfade wird man oft von Menschen angesprochen, weil sie einfach nur mit ein bisschen Small Talk ihr Englisch aufbessern wollen. Mir fällt da zum Beispiel gerade eine Busfahrt in Laos ein. Es waren lediglich eine junge Laotin und ich in dem Bus und nach einer Weile drückte sie mir ihr Handy in die Hand. Am anderen Ende der Leitung war ihre Schwester, die gerade Englisch lernte und ganz aufgeregt war die neu erlernte Sprache anzuwenden und zu verbessern.

6. Badezimmer
Toiletten gibt es hier in allen möglichen Variationen, von der selbstreinigenden Luxusvariante bis hin zum einfachen Loch im Boden. In der Regel findet man in einfachen Guesthouses gewöhnliche Western-Style-Toiletten zum hinsetzen. Klospülungen findet man wiederum hauptsächlich in etwas gehobeneren Hotels, stattdessen gibt es sonst einen Eimer Wasser. Ich habe mich auch durchaus schon mal dabei ertappt irritiert den Wassereimer zu suchen, bevor mir auffiel, dass die Toilette eine „normale“ Spülung besitzt. ;-) An Raststätten, in einfachen Restaurants und in ländlicheren Gegenden findet man in der Regel nur Squat-Toiletten (quasi ein in Keramik gefasstes Loch im Boden, in Kombination mit dem bereits genannten Eimer Wasser zum Spülen) und ganz abseits der Touristenpfade gibt es maximal ein gebuddeltes Loch oder eben den Busch. Und grundsätzlich gilt: BYOT – Bring your own toilet paper!!
Duschen sind nicht wie zu Hause vom Rest des Badezimmers abgegrenzt, sondern lediglich ein Duschkopf (oder unter Umständen auch einfach mal nur ein Wasserschlauch) mitten im Badezimmer, sodass einfach der gesamte Raum geflutet wird. Das Wasser ist in den meisten Fällen kalt, mit ein bisschen Glück und Aufpreis kommt man aber gelegentlich in den Genuss eines kleinen elektrischen Geräts, dass das Wasser mal mehr mal weniger erwärmt.
Und glaubt nicht, dass Waschbecken zur Grundausstattung eines Badezimmers gehören!! Das ist so ein Detail, worauf man anfangs bei der ersten kurzen Zimmerbegutachtung gar nicht wirklich achtet. Doch wenn man sich dann abends bettfertig machen will guckt man nicht schlecht wenn unter dem Spiegel plötzlich kein Waschbecken hängt! Aber stattdessen ist ja praktischerweise die Dusche direkt mitten im Badezimmer. ;-)

7. Wetter
Nein, es ist nicht immer trocken und es scheint auch nicht immer die Sonne!! Fotos können trügen, denn strömender Regen verleitet mich nicht unbedingt zu fotografischen Ekstasen. ;-) Momentan herrscht Regenzeit in Südostasien und wie der Name schon vermuten lässt regnet es dann auch. Und wenn es regnet, dann auch richtig, man ist innerhalb von Sekunden durch bis auf die Knochen und sieht quasi die Hand vor Augen nicht!! Üblicherweise geht es von einer Sekunde auf die andere mit Volldampf los, ist dann aber auch genauso plötzlich wieder vorbei und es scheint wieder die Sonne.

8. Tiere
Mit wilden Tieren kommt man hier in Südostasien so viel in Berührung wie ein Mönch mit der Ehe, nämlich eigentlich gar nicht! Klar, im Dschungel leben Tiger, Elefanten, Bären, Panther… aber es ist quasi unmöglich sie in freier Wildbahn zu finden. Naja doch, Affen sieht man gelegentlich mal irgendwo rumflitzen und wenn man nicht aufpasst klauen sie alles was nicht niet- und nagelfest ist! Aber das wars auch schon.
Ansonsten begegnet man lediglich Unmengen von streunenden Hunden und Katzen, Kühe trotten über die Straßen, Wasserbüffel wälzen sich im Schlamm… grundsätzlich laufen hier halt einfach alle Tiere frei herum, Zäune scheint es nicht zu geben und es ist mir wirklich manchmal ein Rätsel, wie die Menschen ihr Vieh wiederfinden.

9. Sitten und Gewohnheiten
Andere Länder, andere Sitten! So ist es hier zum Beispiel ganz selbstverständlich in Häusern, Tempeln und sogar Geschäften die Schuhe vor der Tür auszuziehen. In Geschäften nicht immer, da gibt es durchaus Ausnahmen, aber grundsätzlich gilt, wenn schon ein paar Schuhe vor der Tür stehen werden die eigenen mit dazu gestellt und man geht barfuss shoppen.
Außerdem werden die Fußsolen als unrein angesehen und sollten deshalb, wenn man auf dem Boden sitzt, niemals in Richtung einer anderen Person und schon gar nicht zu einem Buddha gerichtet werden!


04.08.2011, 10:45   ---   Zurück in Thailand

Nach 3 Monaten on the road in Asien ging es nun zurück nach Thailand, zurück nach Bangkok und die Vorfreude war groß. Nicht nur weil Bangkok eine tolle Stadt ist, sondern weil es einfach mal gut tut, an einem Ort anzukommen, den man kennt, wo man weiß wohin man muss, wo man sich zurechtfindet. Mich erwarteten der gewohnte Trubel der Khao San Road, laute Partynächte und erstmals wieder verlässlich gutes westliches Essen. Und es ist interessant wie sich die Wahrnehmung für gewisse Dinge im Laufe der Zeit ändert. Als ich vor 3 Monaten zum ersten Mal in Bangkok ankam empfand ich den Verkehr als leicht chaotisch, die Straßen überfüllt und voller Motorräder. Die Straßen sind natürlich noch immer überfüllt, aber der Verkehr wirkte auf mich enorm organisiert und geregelt, irritierend waren lediglich die Massen an Autos und die dagegen geringe Anzahl an Motorrädern – insbesondere Vietnam scheint in dieser Hinsicht ganz deutlich Spuren hinterlassen zu haben! ;-)
Am ersten Tag habe ich mich direkt mal mit einem vollen Wellness-Programm verwöhnt. Massage, Body-Scrub (das dann auch endlich die letzten pellenden Hautschichten beseitigte), Schaumbad mit Massagedüsen, Sauna… und Waxing (da war die Entspannung auch ganz schnell wieder vorbei!). So rundum erholt habe ich eine knappe Woche lang das Khao-San-Leben genossen: Shopping, Märkte, gutes Essen und abends ein bisschen durch die Bars ziehen. Und zufällig war auch noch mein Kumpel Mark aus Australien gerade zum Urlaub in Thailand und über 5 Jahre seit unserem letzten Treffen haben wir uns endlich wiedergesehen!!
Lediglich meine Myanmar-Pläne ließen sich nicht so umsetzten wie ich gehofft hatte… Nun scheitere ich in Bangkok nicht an dem Visum (zumindest denke ich, ich hätte es dort bekommen), aber stattdessen sind gerade jetzt die Flugpreise so immens in die Höhe geschossen (Einreise über Land ist nicht möglich), dass die Pläne vorerst auf Eis gelegt sind… schade. :-(

Bevor ich mich nun aber endlich aufmachen konnte Richtung Inseln und Strände musste ich noch kurz einen kleinen Visa-Run einlegen. Da ich über Land nach Thailand eingereist bin habe ich nur ein Visum von 15 Tagen bekommen und da ich gern am 14.08. zur legendären Fullmoon-Party nach Koh Phagnan möchte hatte ich die Wahl zwischen Visa-Run (kurz in eines der Nachbarländer aus- und dann direkt mit neuem Visum wieder einreisen) oder Visum um ne knappe Woche überziehen. Letzteres würde bei der Ausreise enorm teuer werden und so bin ich über Nacht nach Ranong gefahren, eine Kleinstadt unweit von Myanmar. Von dort bin ich morgens mit einem Sorng-taa-ou (ein Pick-Up mit zwei Bänken) zur Immigration gefahren um auszureisen. Direkt dort vor der Tür habe ich mir ein Boot gesucht, dass mich zu einem vernünftigen Preis nach Kawthoung in Myanmar fährt, eine halbe Stunde lang waren wir unterwegs (diesmal mit Sonnencreme, aber trotzdem ein bisschen verbrannt) und vor Ort habe ich bei der dortigen Einwanderungsbehörde ein Tages-Visum bekommen, mit dem ich mich innerhalb eines 5km-Radius aufhalten durfte. Passend zur Mittagszeit war ich in der Stadt, habe die Burmesische Küche ausgetestet, bin durch die Straßen und über den Markt geschlendert und mit einem Motorrad-Taxi zu einem Tempel oben auf dem Berg gefahren. Auch wenn es nicht das gleiche ist wie mehrere Wochen lang durchs Land zu reisen, so hatte ich zumindest die Gelegenheit einen winzigen Einblick zu bekommen. Die Menschen sind ganz unwahrscheinlich nett, hilfsbereit und aufgeschlossen, lächeln einem fröhlich entgegen, überall ragen goldene Stupas aus den Bergen und ich habe mich in den paar Stunden unglaublich wohl gefühlt. Lediglich das sehr präsente Militär unten am Hafen wirkte fehl am Platz in dieser friedlich freundlichen Welt. Ein paar Stunden später habe ich wieder ein Boot zurück nach Thailand genommen, dort bekam ich bei der Einreise wieder in frisches 15-Tage-Visum und nun geht’s endlich ab auf die Inseln! :-)


11.08.2011, 16:00   ---   Lasst euch Zeit, aber seid schnell!

Strahlend blaues Meer, hochgradig entspannte Atmosphäre, Strandpartys, Feuershows und jede Menge Korallenriffe – das ist Koh Tao, eine kleine Insel im Golf von Thailand. Ich habe super Leute getroffen dort, es wurde viel relaxt, noch mehr gefeiert und nebenbei habe ich noch einmal meine Tauchausbildung ein wenig voran getrieben (was in Kombination mit der nächtlichen Feierei nicht immer ganz einfach war). Am ersten Tag stand EFR/Emergency First Response (1. Hilfe-Kurs) an und danach war ich 3 Tage lang mit meinem Rescue Diver Kurs beschäftigt, ganz klar der spaßigste Kurs von allen! Das Tauchcenter, das ich mir ausgesucht hatte ist eines der größten weltweit, also eigentlich gar nicht mein Fall, wo ich doch normalerweise die kleinen übersichtlichen bevorzuge. Aber ein großes Tauchcenter hat auch seine Vorteile und so hatte ich das Glück meinen Kurs zusammen mit 3 anderen machen zu können, anstatt als einzige Schülerin. Die Gruppe war spitze, unser italienischer Instructor Andrea hat offenbar selbst einen riesen Spaß an den Rescue Kursen und unterrichtet mit jeder Menge Elan, Begeisterung und einem gewissen italienischen Touch. Nach einer ordentlichen Portion Theorie, schriftlicher Prüfung und einigen Stunden Pooltraining wussten wir zumindest schon mal theoretisch was in Notfällen zu tun ist und wie man sie möglicherweise schon von vorn herein verhindern kann und es war an der Zeit das Ganze in die Praxis umzusetzen. Dafür sind wir mit dem täglichen Tauchboot ans Riff raus gefahren, Andrea hatte sich noch eine der Divemaster-Trainees als Opfer-Imitatorin mitgenommen und unsere Aufgabe war es auf dem Boot und während unseres Tauchganges Augen und Ohren offen zu halten und auf jegliche Notfälle korrekt zu reagieren. Panische Taucher, müde Taucher, bewusstlose Taucher (Vorsicht, das könnte auch einfach nur ein Unterwasser-Fotograf sein! ;-) ), Luft ausgegangen, sonstige Problematiken… wirklich viel vom Riff haben wir letztendlich nicht mitbekommen und auch an Bord gab es viel zu tun, die beiden haben uns fleißig auf Trab gehalten! Aber es hat einfach auch mega Spaß gemacht! Der letzte Tag war unsere Abschlussprüfung, Andrea hatte dieses Mal direkt auf 3 Divemaster-Trainees aufgestockt, die uns zusammen mit ihm während des Tauchgangs auf die Probe gestellt haben, auf dem Boot hat er noch etliche andere mit eingebunden, die dann jedes Mal eine bestimmte Notfallsituation für uns gespielt haben und beim letzten Tauchgang erwartete uns ein komplettes Szenario, das wir von A-Z bewältigen mussten – zwei vermisste Taucher. Wir mussten dem verzweifelten Tauch-Buddy Andrea die notwendigen Information entlocken um einen Anhaltspunkt zu haben wo wir suchen müssen, die vermissten Taucher (einer ohne Sauerstoff, der andere bewusstlos) lokalisieren, sicher an die Oberfläche zurück und zum Boot bringen und entsprechende Erste-Hilfe leisten. Danach war es geschafft, die Opfer haben überlebt, alle haben bestanden und wir konnten noch eine Runde ganz entspannt und ohne weitere Zwischenfälle das Riff erkunden. Am nächsten Tag habe ich mir noch zwei Fundives gegönnt um nun auch wenigstens mal die Unterwasserwelt wirklich genießen zu können. Die Sicht war leider ein wenig enttäuschend, aber dafür haben wir mehrfach einen riesigen Schwarm Barrakudas gesehen, einfach der Hammer, quasi eine Wand aus Fischen! Auch sonst sind die Riffe hier echt schön, wir sind durch Höhlen getaucht und bei dem knapp 30 Grad warmen Wasser (sogar noch auf 25m Tiefe) kann man sich sogar den ätzenden Taucheranzug sparen.
Ein einzigartiges Phänomen Koh Taos ist der permanente Flip Flop-Tausch. In all den Restaurants und Bars werden die Schuhe vor dem Eingang ausgezogen, wo man sie dann später allerdings gelegentlich nicht mehr wieder findet (insbesondere wenn man einer der letzten nach einer langen Partynacht ist). Stattdessen nimmt man sich dann einfach ein anderes Paar was dort herum liegt, derjenige dessen Schuhe man nun hat macht das logischerweise genauso und so wird es wohl ewig weitergehen. Und sporadisch bedienen sich auch die vielen Strandhunde gerne mal an der großen Auswahl an Kau-Spielzeugen.
Die Woche auf Koh Tao ging viel zu schnell vorbei. Obwohl ich abgesehen von dem Hauptstrand eigentlich nichts davon gesehen hab liebe ich die Insel, aber unsere Lebern brauchen eine Partypause! So bin ich heute morgen zusammen mit Arne (aus meinem Tauchkurs) und Tobi aufgebrochen nach Koh Phangan und hier wird nun Kraft getankt für die Fullmoon Party in ein paar Tagen.


17.08.2011, 21:45   ---   Hochprofessionelle Beach-Bums

Nach dem Party-Marathon auf Koh Tao haben wir uns auf Koh Phangan eher das genaue Gegenteil gesucht. Bottle Beach wurde unser Zuhause für die nächsten Tage, eine kleine Bucht im Norden der Insel, die nur per Boot erreichbar ist. Dort wohnten wir in einem kleinen, einfachen erste-Reihe Strand-Bungalow, es gab nur ein paar wenige Restaurants und ansonsten herrschte einfach nur Ruhe und Gelassenheit! 3 Tage lang haben wir nichts weiter getan als in der Sonne zu brutzeln, zu lesen, Frucht-Shakes zu trinken, zur Massage zu gehen… und grob gesagt einfach wirklich nichts zu tun – hochgradig erholsam!
Und dann stand auch schon die legendäre Fullmoon-Party vor der Tür!! Seit Jahrzehnten findet diese Party jeden Monat zum Vollmond am Strand von Had Rin im Süden der Insel statt und mittlerweile werden jedes mal etwa 20.000 Menschen auf dieser kleinen Insel zusammengekarrt um gemeinsam eine völlig verrückte Party zu feiern – da durften wir logischerweise nicht fehlen! Der selbsternannte Captain Jack Sparrow vom Restaurant nebenan hatte uns bereits auf seinem Speedboat mit eingebucht, wir hatten vorab schon die Vodka-RedBull-Eimer startklar gemacht und ab ging es. Maximalst stilvoll wurden wir direkt bis an den Partystrand gefahren, die Techno-Beats dröhnten bereits durch die gesamte Bucht, an allen Ecken gab es Neonfarben, jede Menge verrückte Leute und die Feuershows durften logischerweise auch nicht fehlen. Wir haben die ganze Nacht unermüdlich gefeiert, haben eine Wasser-Bühne weggetanzt (Im Meer waren an einer Stelle mehrere Tanz-Podeste auf Stelzen aufgebaut und in Null-Komma-Nix waren wir da natürlich oben. Für nen kurzen Moment hatte ich irgendwann noch gedacht, dass das ja doch recht wackelig ist, aber die bauen die Dinger ja schließlich seit Jahren jeden Monat hier auf, die wissen schon was sie tun… Keine 2 Minuten später lagen wir allemann mitsamt dem Podest im Wasser!), uns beim Roten Kreuz unbeliebt gemacht (Wir haben am Strand einen nahezu bewusstlosen Typen gefunden und zu denen geschlürt. Man erzählte uns, dass das noch kein Notfall sei, solang er noch bei Bewusstsein ist – wenn man den Zustand denn so beschreiben möchte – und als er nach einer Weile anfing sich zu übergeben – endlich, denn irgendwann muss das ganze Zeug ja mal raus – wollten die doch tatsächlich noch 500 Baht von uns fürs sauber machen haben! Pff… ) und wurden dann von Captain Jack wieder zurück zum Bottle Beach gefahren.
Fazit: Eine absolut verrückte Party, die man sich nicht entgehen lassen darf wenn man in der Gegend ist!! Jeden Monat aufs Neue müsste ich mir das aber auch nicht geben…

Am nächsten Morgen (genauer gesagt nach einer Stunde Schlaf) sollten wir eigentlich von einem Taxi-Boot abgeholt und zur Fähre gebracht werden… Nunja, unser guter Freund von der Bungalow-Bude hatte es offensichtlich vorgezogen noch einen Joint zu rauchen anstatt das Boot klar zu machen, so saßen wir morgens um 6 Uhr hochgradig übermüdet mit unseren Rucksäcken am Strand, es kam natürlich kein Boot, die Fähre konnten wir damit auch vergessen… Die Chefin des Ladens hat sich dann später alle Mühe gegeben, das Ganze wieder irgendwie gerade zu biegen und ich durfte noch den halben Tag am Pier zuschauen wie die Partyhorden auf Schiffe verfrachtet wurden. Wahnsinn was für Menschenmassen da verschifft wurden, vor allem alle noch maximalst übermüdet, verkatert und mit halb abgebröckelten Neonfarben von Kopf bis Fuß (nicht dass ich auch nur einen Deut besser gewesen wäre) und meine Fähre war natürlich die allerletzte!
Mit einer dicken Erkältung im Gepäck kam ich endlich auf Koh Samui an und hab erstmal ganz gepflegt meinen Schlaf nachgeholt. Samui ist leider doch sehr enttäuschend. Zugegeben, ich habe es nicht weiter als bis an einen der Hauptstrände geschafft, aber der Ort ist ganz furchtbar hässlich touristisch, laut, dreckig, voller Baustellen, der Strand völlig überlaufen, jede Menge nervige Händler… Auf Postkarten sieht er ja sehr schön aus, aber damit hört es auch schon auf! Praktischerweise ist aber mein Thailand-Visum heute eh schon abgelaufen, ich hab es zumindest bis aufs Festland geschafft und morgen geht es hoffentlich geschmeidig weiter nach Malaysia.

   

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