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L A O S

30.05.2011, 21:45   ---   Sabaidee

Meine ersten beiden Tage in Laos habe ich auf einem sogenannten Slowboat verbracht. Von der Grenze aus ging es mit jeder Menge anderen Reisenden und ein paar einzelnen Einheimischen den Mekong Fluss hinunter. Der Fluss ist eine ziemlich dreckige, braune Brühe, aber die wunderschöne Landschaft am Ufer macht das locker wieder wett. Der Mekong schlängelt sich durch dichte tiefgrüne Regenwälder, gelegentlich kommt man an kleinen Dörfern vorbei, Einheimische baden im Wasser, spülen ihr Geschirr, waschen Wäsche, Fischer werfen ihre Netze aus… während man an Bord jede Menge Zeit hat all diese Eindrücke bei einem kühlen Bierchen auf sich wirken zu lassen. Die Nacht haben wir in Pakbeng, eine Aneinanderreihung von Gästehäusern, verbracht und am zweiten Tag ging es noch mal für 8 Stunden aufs Boot, bis wir in Luang Prabang ankamen. Das waren zwei unglaublich entspannte Tage und vor allem wesentlich angenehmer als in einem engen stickigen Bus!

Luang Prabang ist ein wunderschönes kleines Städtchen, dass es irgendwie bis heute geschafft hat seinen ruhigen und ursprünglichen Charme zu erhalten, obwohl es anscheinend im Reiseplan jedes einzelnen Laos-Reisenden mit eingeplant ist.
Direkt im Zentrum der Stadt befindet sich ein kleiner Berg mit dem Tempel Phu Si. Der Tempel ist alles andere als spektakulär, dafür aber umso mehr die grandiose Aussicht über die Stadt. Ich bin mit zwei anderen zum Sonnenuntergang dort oben gewesen und das hat dem Ganzen noch mal die Krone aufgesetzt – einfach wunderschön!
Am nächsten Morgen haben wir die Gelegenheit genutzt eine beeindruckende buddhistische Tradition zu beobachten: Buddhistische Mönche leben einzig und allein von Almosen aus der Bevölkerung und morgens gegen halb sechs gehen sie durch die Stadt um Lebensmittel zu sammeln. Die Menschen warten mit ihren Essensspenden am Straßenrand sitzend und dann ziehen hunderte von Mönchen durch die Straßen. Und anstatt das ganze Schauspiel nur zu beobachten haben auch wir Reis und Bananen gekauft und an die vorbeiziehenden Mönche verteilt. Ein beeindruckendes Erlebnis!
In Luang Prabang selbst gibt es ansonsten nicht ganz viel zu tun, aber ganz in der Nähe befindet sich der Kuang Si Wasserfall, eine Reihe großer und kleiner Wasserfälle mit verschiedenen Pools und jeder Menge Gelegenheiten zu einer Erfrischung in der tropischen Hitze. Der größte Pool ist sogar tief genug um von den Felsen zu springen oder sich von einem Baum am langen Seil Tarzan-mäßig uns kühle Nass zu schwingen. :-)

So viel zu meinen ersten Tagen in Laos und ich muss sagen ich liebe dieses Land jetzt schon! Landschaftlich wunderschön, leckeres Essen und vor allem wahnsinnig freundliche Menschen, mit denen selbst die Thais nicht mithalten können! „Sabaidee“ schallt einem aus all den freundlich lächelnden Gesichtern entgegen und man hat das Gefühl tatsächlich willkommen zu sein.


01.06.2011, 10:30   ---   Schatten des Krieges

Wer hätte gedacht, dass Laos das am stärksten bombardierte Land der Welt ist?? Traurig aber wahr, während des Vietnam-Krieges warf die US Army über 2 Mio Tonnen an Bomben über Laos ab, weil sie dort Vietnamesische Truppen vermuteten und um Transitstrecken zu zerstören. Die am schlimmsten betroffene Region ist Xieng Khuang Province um Phonsavan, wo ich die letzten Tage verbracht habe. Und als wäre die Bombardierung während des Krieges nicht schon schlimm genug gewesen, so sind etwa 30% der Bomben nicht detoniert. Auch fast 40 Jahre nach dem Krieg machen tonnenweise Blindgänger (sogenannte UXO – unexploded ordnance) die Gegend zu einem gefährlichen Lebensraum für die Einheimischen. Gleichzeitig bringt es eine enorme Armut der Bevölkerung mit sich, da es zu wenig sichere Ackerflächen gibt um ausreichend Lebensmittel anzubauen und letztendlich sind die Menschen gezwungen gefährliche Landstriche umzupflügen. Unzählige Menschen werden jährlich von den Bomben schwer verletzt oder getötet und ebenso Haus- und Straßenbau sind hochriskante Angelegenheiten. Die Räumungsarbeiten gehen stetig voran, aber es wird wohl noch Jahrzehnte dauern, bis die Bevölkerung hier wieder annähernd gefahrlos leben kann.
Nur wenige Traveller verschlägt es in diese Gegend von Laos und die, die den Weg auf sich nehmen, kommen nicht wegen der Bomben, sondern wegen der Plain of Jars, nur wenige Kilometer von Phonsavan entfernt. An verschiedenen Orten befinden sich riesige Steinkrüge unbekannten Alters, jeder wiegt zwischen 600kg und 6 Tonnen und deren Zweck ist bis heute ein Mysterium. Es gibt verschiedene Theorien und Mythen, von Urnen und Begräbnis-Zeremonien bis hin zu Sieges-Partys von Riesen, die in diesem Land gelebt haben sollen. Der tatsächliche Ursprung wird wohl ein ewiges Rätsel bleiben. Markierte Wege zu den drei größten Jar-Sites sind mittlerweile von Bomben befreit und ermöglichen den Besuch dieser einzigartigen Orte, was den Menschen neue überlebenswichtige Arbeitsmöglichkeiten gibt. Eine Registrierung als Weltkulturerbe würde den sehnsüchtig erhofften Tourismus weiter ankurbeln, doch bevor es dazu kommt muss die Plain of Jars absolut sicher und bombenfrei sein.


06.06.2011, 21:00   ---   Spicy

In der richtigen Gesellschaft erstaunt es einen immer wieder wie fix die Zeit vergeht, so auch in Vang Vieng. Das Spicy Backpackers war voll von tollen Leuten und so musste ich heute beim Check-out feststellen, dass ich doch tatsächlich viel länger dort war als ich vor hatte…
Vang Vieng ist ein kleiner Ort, dessen laotisches Flair leider völlig untergeht und stattdessen reihen sich Bars und Guesthouses aneinander, es gibt die besten Sandwiches der Welt, jede Menge westliches Essen auf den Speisekarten und in den Bars laufen sämtliche Episoden von Friends und Family Guy von morgens bis abends rauf und runter. Und selbst die landesweite Sperrzeit ab 23:30 Uhr scheint nicht zu existieren.
Dabei übersehen die meisten Leute vollkommen die wunderschöne Landschaft drum herum… Berge, Regenwälder, grüne Reisfelder und vor allem jede Menge Höhlen. Zusammen mit Johannes, einem Deutschen, den ich schon aus Luang Prabang kenne, habe ich mir einen Tag Mountain Bikes geliehen und damit haben wir ein bisschen die Umgebung erkundet. Nur wenige Minuten vom Ortskern entfernt befindet man sich schon direkt wieder im gewohnten Laos, wir sind auf einen der Berge geklettert um von dort oben die Aussicht zu genießen und sind dann zur Blue Lagoon gefahren. Dieser Flussarm des Mekong ist tatsächlich super blau und eine tolle Erfrischung in der Hitze. Von dort aus sind wir noch in eine der vielen Höhlen geklettert, das war einfach irre! Anfangs noch recht unspektakulär und hell ging es doch gewaltig tief in den Berg hinein. Wir sind eine gute halbe Stunde bis zum Ende gelaufen, vorbei an tollen Felsformationen und wenn wir unsere Taschenlampen ausgeschaltet haben war es so stockfinster um uns herum, wie ich es noch niemals irgendwo erlebt habe. Kein einziger noch so winziger Lichtschimmer ist bis dorthin durchgedrungen, ein ganz seltsames Gefühl irgendwie… aber cool! :-)
Die größte Attraktion in Vang Vieng ist das sogenannte Tubing. Man leiht sich einen großen Luftreifen, wird damit ein paar Kilometer den Fluss hoch gefahren und von dort aus lässt man sich an etlichen Bars vorbei wieder zurück in die Stadt treiben. So vertreibt man sich dann bei eimerweise Alkohol, Trinkspielen und gratis Schluck den Tag, viele Bars haben Wasserrutschen und Schaukeln und es ist einfach ne mega Party! Nunja, europäische Sicherheitsstandarts sind hier ein großes Fremdwort und so sind Unfälle (sogar mit jährlichen Todesfällen) leider keine Seltenheit. Wir haben es aber allemann gut überstanden und hatten am nächsten Tag lediglich mit den hartnäckigen Resten der Sprühfarbe, unerklärlichen Prellungen (die letzten waren ja auch grad abgeklungen…) und einem mittelmäßigen Kater zu kämpfen. ;-)


10.06.2011, 22:30   ---   Hit the road Jack

Nach einem kurzen Zwischenstopp in der überteuerten Hauptstadt Vientiane machte ich mich auf nach Tha Khek. Und das nicht in irgendeinem Bus, sondern im komfortabelsten Bus, der mir je untergekommen ist! Tja, aber was nützt einem der tollste Bus, wenn die Technik versagt? NIX! Und so standen wir nur wenige Stunden später mitten im nirgends am Straßenrand und der Fahrer werkelte im Motorraum, während die klapprigen alten local buses an uns vorbei zogen.
Letztendlich sind wir aber doch noch in Tha Khek angekommen und am nächsten Tag bin ich zusammen mit Britt, Fredi, Lena und Tore (wir hatten uns auf der Busfahrt kennengelernt) zu einer Motorroller-Tour aufgebrochen. Führerscheine interessieren hier niemanden, es gab eine 5-minütige Einweisung inklusive Testfahrt und los ging es zum knapp 200km entfernten Kong Lo Cave. Die Strecke führt durch tolle Landschaften und vorbei an kleinen Dörfern, die Kinder am Straßenrand winken einem aufgeregt zu und freuen sich wie kleine Könige wenn man zurückwinkt, die Erwachsenen bebauen in mühsamer Handarbeit die Reisfelder… Die Nacht haben wir in einem kleinen Dorf verbracht und am nächsten Morgen sind wir frühzeitig zum Kong Lo Cave gestartet. Das ist die größte Höhle in Laos, 7km lang und einfach atemberaubend. Mit kleinen Booten sind wir dort hinein gefahren, durch die Spiegelung im Wasser wirkt die gesamte Höhle noch viel riesiger, die riesigen Stalagmiten werden von Scheinwerfern angestrahlt, damit man sie in der Dunkelheit nicht übersieht… wunderschön!!
3 Stunden später saßen wir wieder auf unseren Rollern. Fredi, Lena und Tore sind in eine andere Richtung aufgebrochen, während Britt und ich den Rückweg angetreten haben um über Nacht noch weiterreisen zu können. Wir sind super durchgekommen, kannten ja nun auch den Weg und selbst die eingeplante Zwangs-Regenpause fiel aus. Und dann: ZACK – platter Reifen! Natürlich war weit und breit kein Dorf in Sicht und so blieb uns nicht anderes übrig als den nächsten vorbeifahrenden Bus zu stoppen. Mein Roller wurde kurzerhand aufs Dach verfrachtet, Britt ist hinterher gefahren und an der nächsten Werkstatt haben sie mich wieder abgesetzt. Ruckzuck war der Reifen auch schon wieder geflickt und es konnte weitergehen. Aber das Glück war nur von kurzer Dauer… etwa 10km weiter war der Reifen erneut platt, diesmal aber immerhin nicht weit von einer weiteren Werkstatt entfernt. Dort hat man mir für weniger als 2 Euro direkt nen neuen Schlauch eingebaut und wir konnten endlich ohne weitere Zwischenfälle die restliche Heimfahrt in Angriff nehmen!

Nachts ging es dann zusammen mit Britt auch schon weiter, diesmal in einem local bus, der wohl eher das komplette Gegenteil zu unserem vorherigen Luxus-Schlitten darstellte! Alt und klapprig, wackelnde Wände, löchrige Fenster, nicht-vorhandene Federung, der Gang bis hinten hin vollgepackt mit Waren und asiatische Beinfreiheit (also nix für große Europäer!). Wir waren allerdings von den letzten zwei Tagen so geschafft und müde, dass wir trotzdem in null-komma-nix eingeschlafen sind und nun befinden wir uns auf Don Det, einer Insel im tiefsten Süden des Landes. Ja richtig, eine Insel! Laos liegt zwar nicht am Meer, aber der Mekong ist hier unten so breit, dass er locker Platz macht für über 4000 Inseln. Heute haben wir erstmal einfach nichts gemacht! Nur gefaulenzt, in der Sonne gechillt, gelesen, geschlafen… nichts spannendes, aber unglaublich entspannend! :-)


15.06.2011, 10:15   ---   Bye bye Laos

Don Det hat mich im ersten Moment ein wenig enttäuscht. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie hatte ich die Vorstellung von Stränden und klarem Wasser im Kopf… aber der Mekong ist dort logischerweise genauso schmuddelig braun wie auch sonst überall und der einzige Strand, den wir gefunden haben, lud auch eindeutig nicht zum Sonnenbaden ein. Aber als die erste Enttäuschung überwunden war, waren wir doch froh hergekommen zu sein! Die ganze Atmosphäre auf der Insel ist unglaublich entspannt und friedlich, ein paar Einheimische, die in den Dörfern ihrem Alltag nachgehen und abgesehen von vereinzelten Rollern und Tuk-Tuks kein Verkehr. Nachdem wir ja an unserem ersten Tag ganz eifrig nichts getan haben, haben Britt und ich uns Fahrräder geliehen und sind (logischerweise über eine Brücke ;-) ) zur Nachbarinsel Don Khon geradelt, waren an einem tollen Wasserfall, haben frische Kokosnuss geschlürft und zur Abwechslung mal wieder fleißig relaxt. :-)

Danach ging es für Britt nach Bangkok und ich bin nach Tat Lo gefahren, ein kleines Dorf abseits der ausgetretenen Touri-Pfade, angenehm kühles Klima, die Menschen waren einfach mal wieder umwerfend und es gibt dort ein paar hübsche Wasserfälle. Und als ich dann einen Abend entspannt in der Hängematte vor meinem Bungalow lag und auf meinem Netbook einen Film geschaut habe hatte ich plötzlich eine ganze Schar neugieriger Kinder um mich. Nungut, „Brüno“ ist wohl nicht ganz jugendfrei… da war dann wohl eher ein harmloser Walt Disney angebracht und die Kids waren völlig begeistert.

Nun ist meine Zeit in Laos auch schon vorbei und ich sitze im Bus nach Vietnam. Dieses Land mit seiner Leichtigkeit und Gelassenheit gehört definitiv zu meinen bisherigen Favoriten, landschaftlich wunderschön, die Einheimischen unbeschreiblich aufgeschlossen, freundlich, gelassen und authentisch und selbst die Kühe auf den Straßen sind die entspanntesten, die ich je erlebt habe – ich bin gespannt was mich in Vietnam erwartet!

   

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