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S I M B A B W E

18.02.2011, 22:45   ---   Abenteuer Simbabwe

Seit 3 Tagen bin ich nun wieder allein unterwegs und fühle mich pudelwohl – wenngleich auch Simbabwe ein Land ist, dass sich mehr von den bisherigen Ländern unterscheidet als erwartet. Südafrika, Namibia und Botswana sind sich im Großen und Ganzen recht ähnlich. Hier in Zimbabwe dagegen merkt man durchaus, dass das Land nach wie vor auf recht wackeligen Beinen steht. Häuser und Straßen sind enorm heruntergekommen, Stromausfall ist keine Seltenheit, Telefonverbindungen sind oft recht schlecht, Supermärkte sind sehr spärlich bestückt und Verkehrsmittel sind in einem katastrophalen, wenn nicht sogar gefährlichen, Zustand.
Des Weiteren herrscht hier nach wie vor ein ziemliches Währungschaos. Nachdem der Simbabwische Dollar kollabiert ist wurde der US-Dollar als offizielle Währung eingeführt und ist auch weitestgehend an Geldautomaten erhältlich. Allerdings existieren hier nur Banknoten, keine Münzen, und Wechselgeld unter einem Dollar wird dann in Südafrikanischen Rand oder alternativ in Bonbons rausgegeben. Rand wird ohnehin im Allgemeinen akzeptiert, ebenso botsuanische Pula und vereinzelt auch Euro. Ziemlich verwirrend!
Hinzu kommen noch die Tatsachen, dass das Fotografieren von Städten (nicht nur von staatlichen und polizeilichen Einrichtungen) nicht gestattet ist, Fernsehsender und die meisten Zeitungen unter staatlicher Aufsicht stehen und negative Äußerungen über Präsident Mugabe sind strengstens verboten – also Kamera wegstecken und Klappe halten!
Aber positiv sehr auffallend ist die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen hier in Simbabwe! Man wird überall nett gegrüßt und wenn ich mit all meinem Gepäck irgendwo auftauche versucht jeder mit zu helfen den Weg zu finden und sicher anzukommen.

Mein erstes Ziel in Sim war Bulawayo, wo ich nach gut 6 Stunden im Zug auch endlich mal irgendwann ankam… gar nicht mal so schnell für nur 200km. ;-) Die Züge sind einfach irre lahm (und so marode, dass sie bei höheren Geschwindigkeiten vermutlich auseinanderfallen würden), brauchen eine Ewigkeit um zumindest einigermaßen Tempo aufzubauen, halten an jeder Milchkanne an und warten dann dort noch unerklärlich lange. Das liegt vermutlich daran, dass all die Massen an Waren, die die Menschen hier mit dem Zug transportieren abgeladen werden müssen, nachdem deren Einladen schon bei der Abfahrt zu einer beträchtlichen Verspätung geführt hat… aber man hat ja Zeit!
Zu allem Überfluss sind die Grenzbeamten, die eigentlich die Einreiseformalitäten während der Fahrt abwickeln sollen, nicht aufgetaucht und so stand ich dann ohne Visum und Einreisestempel kurz vor Einbruch der Dunkelheit in Bulawayo. Ein recht besorgter Einheimischer hat mir dann auf halbem Weg zu meinem Hostel dazu geraten ein Taxi zu nehmen, da die Gegend im Dunkeln zu gefährlich sei und so fand ich mich kurz darauf in dem schrottigsten Auto (wenn man das noch Auto nennen kann…) wieder, dass ich je gesehen hatte mit einem Fahrer, der weit weniger Ahnung vom Weg hatte als ich – ich bin nicht wirklich überzeugt, dass das sicherer war als zu laufen. ;-) Im Hostel gab es dann praktischerweise auch grad keinen Strom, aber Kerzen standen schon überall bereit und am nächsten Morgen konnte ich mich ausgeschlafen auf den Weg zur Einwanderungsbehörde machen, um den Herrschaften dort mehrfach glaubwürdig zu erklären, wie ich denn in Simbabwe sein konnte ohne im Besitz eines Visums zu sein. Die wollten mir da offensichtlich noch ein wenig an den Karren fahren, bis ich schließlich beim Chef im Büro saß, ihm die ganze Story nochmals schilderte und er sich dann mehrfach dafür entschuldigte, dass die Beamten im Zug nicht aufgetaucht sind und ich nun meine Zeit dort vergeuden muss anstatt meinen Urlaub zu genießen. Na also, geht doch! :-)

Zusammen mit einem anderen Backpacker wollte ich am nächsten Tag in den Matobo National Park, sind aber leider nicht ganz weit gekommen… Der Ticketverkäufer im Bus war recht betrunken und hat uns etwa 20km zu spät gesagt, dass wir aussteigen müssen. Dort haben wir nach etwa einer halben Stunde einen überfüllten Minibus in der Gegenrichtung angehalten. Da wurde locker noch irgendwie ein Platz für uns gezaubert und mit 90er Jahre Westlife-Musik-Entertainment (über einen portablen DVD-Player, der professionell an der Sonnenblende festgetaped war) ging es zurück Richtung Parkeingang. Oder zumindest bis zu der Abzweigung dorthin… von dort sollten es noch ca. 1-10 km sein (je nachdem wen man fragte) bis zum Gate, von wo aus es aber wohl nicht erlaubt sei zu den Aussichtspunkten zu wandern… Lange Rede, kurzer Sinn: Wir haben aufgegeben und sind kurz darauf auf der Ladefläche eines Transporters wieder zurück in die Stadt gefahren. Lief zwar nicht wie geplant, aber es war durchaus alles andere als ein langweiliger Tag und abends ging es für mich auf eine 15-stündige Zugfahrt ins 500km entfernte Victoria Falls.


21.02.2011, 11:15   ---   Der donnernde Rauch

Die Victoria Falls auf der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe sind eines der 7 Weltwunder der Natur und einer der 3 größten Wasserfälle der Welt. Auf einer Länge von 1,7 km stürzen pro Sekunde bis zu 1 Mio. Liter Wasser 108 Meter in die Tiefe. So viel zu den Fakten.
In der Sprache der Ureinwohner heißen die Vic Falls „Mosi-oa-Tunja“ – der donnernde Rauch, was es ziemlich gut trifft. Dieser gewaltige Wasserfall wirbelt mit einem riesigen Lärm so viel Wasser in die Luft, dass es aussieht wie eine riesige Rauchwolke, die man selbst aus mehreren Kilometern Entfernung noch deutlich sehen kann.
Auf der Simbabwischen Seite kann man an der Schlucht entlang zu verschiedenen Aussichtspunkten laufen und hat eine grandiose Sicht auf die Vic Falls, einfach beeindruckend! Einziger Haken ist das bereits erwähnte Spritzwasser… An manchen Aussichtspunkten ist es so dicht, dass man die Wasserfälle auf der anderen Seite der Schlucht nicht mal mehr sehen kann. Wie strömender Regen schüttet es auf einen hinunter, man wird nass bis auf die Knochen und es gibt nicht den Hauch einer Chance auch nur ansatzweise trocken zu bleiben. Aber das war es auf jeden Fall wert! :-)

Gestern konnte ich dem Pferde-Drang, der sich in den letzten 5 Monaten aufgebaut hat, nicht mehr standhalten und habe in Begleitung von zwei erfahrenen Guides einen Ausritt in den nahegelegenen Zambezi National Park gemacht. Ich hab wohl noch nie so viel Geld bezahlt um aufs Pferd zu kommen, aber ich hab auch noch nie Elefanten so nah vom Pferd aus gesehen. ;-) Einer der Elefanten schien allerdings ein wenig genervt von uns und kam drohend einige Schritte auf uns zugelaufen. Da haben wir uns lieber schnell vom Acker gemacht! Hat auf jeden Fall jede Menge Spaß gemacht und das muss jetzt wohl auch erstmal wieder für eine Weile reichen.

Den Rest der Zeit habe ich nicht viel mehr gemacht als zu chillen und abends mit witzigen Leuten das ein oder andere Bierchen zu zischen. Nachher geht es im Nachtzug zurück nach Bulawayo und dort werd ich dann mal schauen wie ich am Besten weiterkomme.


25.02.2011, 17:45   ---   Neue Pläne

Nach der Nacht im Zug von Vic Falls nach Bulawayo habe ich noch mal einen guten Tag in Bussen und Minibussen (die sind zwar kleiner, das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass sie auch weniger Personen transportieren können… ;-) ) verbracht, bis ich endlich in Great Zimbabwe ankam. Die Ruinen dieser altertümlichen Stadt stammen aus dem 12. Jahrhundert und gaben letztendlich dem Land ihren Namen. Tourismus ist in Zimbabwe - abgesehen von den Vic Falls - so gut wie nicht vorhanden und so teilte ich mir den riesigen Campingplatz lediglich mit 4 Spaniern und einer Horde Affen. Die Spanier waren super nett und mit Händen, Füßen und ein wenig Französisch (ich kann kein Spanisch bzw. Katalanisch und sie kein Deutsch und weniger Englisch als ich Französisch…) konnten wir uns durchaus ein wenig unterhalten. Die Affen waren mir da weniger sympathisch, wie sie mit diebischen Blicken um einen herumlungern. Einen ganzen Tag lang bin ich in Great Zimbabwe herumgewandert und es war super! Die letzten Ruinen auf meiner Reise sind schon eine Weile her und die Landschaft hier ist auch echt schön!

Als nächstes ging es nach Chimanimani und diese ca. 250 km in diversen Verkehrmitteln haben mich mal locker nen ganzen Tag gekostet. Busse haben zwar einen groben Fahrplan, aber letztendlich fahren sie nicht ab wenn sie nicht wenigstens einigermaßen voll sind. Das kann manchmal etwas dauern… Minibusse fahren ohnehin immer erst los wenn sie randvoll sind und so verbringt man oft eine ganze Weile mit Warten. Als weiße Frau hat man in den Minibussen oft das Privileg vorne beim Fahrer zu sitzen. Das ist einerseits super, weil es dort bei Weitem nicht so eng ist wie hinten. Allerdings hat man dann auch einen freien, angst- einflößenden Blick auf all die riesigen Schlaglöcher in den Straßen, die die Fahrer in der Regel geschickt umfahren. Und praktischerweise kann man die Fahrt auch gleich mit dem Einkaufen verbinden, da man an den Haltestellen absolut alles direkt durchs Fenster kaufen kann.
Abends hatte ich mein Ziel endlich erreicht, fand relativ schnell eine günstige Unterkunft und heute war ich im Chimanimani Nationalpark. Naja, ich bin nicht ganz so weit gekommen wie geplant, aber es war trotzdem super! Der Manager meiner Lodge hat mich zum NP gefahren, wir haben einen Zeitpunkt vereinbart wann er mich wieder abholt und los ging es in die Berge. Die Landschaft ist einfach wunderschön, aber nach einer Weile wurde der Track immer undeutlicher, zugewachsener und verschwand letztendlich im Nichts. Die orangen Punkte als Wegweiser waren weit über die gesamte Gegend verstreut und nicht wirklich hilfreich und ein Weg weit und breit nicht mehr zu erkennen. Leider auch der Rückweg nicht… Das hat mich durchaus ein paar Nerven gekostet, aber grundsätzlich muss man den Berg, den man hochgeklettert ist, ja einfach wieder irgendwie hinuntersteigen. ;-) War auf jeden Fall doch sehr erleichternd nach langem Suchen die ein oder andere Stelle wieder zu erkennen und ich kam nach ca. 3 Stunden heile und munter wieder am Startpunkt an. Da es noch einige Stunden zu früh für die Abholung war hab ich mich schon mal zu Fuß auf den 19km-Rückweg ins Dorf begeben und wurde netterweise auf dem letzten Stück noch von einem Autofahrer mitgenommen. Mal wieder ein Tag der nicht lief wie geplant, aber durchaus erlebnisreich war. :-)

Morgen geht es weiter. Zuerst mit dem Minibus nach Mutare und dann direkt weiter nach Mosambik. Der letzte Plan war ja von Simbabwe nach Malawi zu reisen, dann runter durch Mosambik um von Johannesburg aus weiterzufliegen… Habe mich aber jetzt recht kurzfristig noch mal umentschieden: Ich fahre erst nach Mosambik, dann von dort aus hoch nach Malawi und werde vermutlich von Dar es Salaam/Tansania abfliegen, gefällt mir grad irgendwie besser. Einziger Haken an der neuen Route könnte lediglich die Einreise nach Mosambik sein. Da ich nicht nach Harare fahre kann ich mir das Visum nicht vorab bei der Botschaft besorgen, was für Mosambik durchaus sehr empfehlenswert sein soll. Nun gut, ich werde mein Glück morgen an der Grenze versuchen und hoffe auf nette Grenzbeamte! :-)

   

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