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N A M I B I A   

13.01.2011, 8:20   ---   Mitten im Nirgendwo

Ganz viel Landschaft und ganz wenig Menschen – das ist mein erster Eindruck von Namibia. Es erinnert ein wenig an das Outback Australiens, nur dass hier nicht jedes winzige Dorf eine Kneipe hat. ;-)
Namibia war vor langer Zeit mal eine deutsche Kolonie, ca. 2% der Bevölkerung spricht Deutsch als Muttersprache und wir hören einen deutschen Radiosender mit deutscher Musik. Schon irgendwie seltsam, aber auch mal wieder ganz schön. :-)
Das Land ist unglaublich weitläufig und menschenleer, schier endlose ungeteerte Straßen führen durch Berglandschaften und Wüsten und man begegnet unterwegs weit mehr Antilopen als Autos. Da hat unser kleiner Kia ganz schön zu kämpfen, aber er ist ziemlich tapfer! Bis auf eine Reifenpanne sind wir bisher super durch gekommen und mit einem zierlichen Ersatzreifen ging es weiter zum Fish River Canyon, der 2. größte Canyon der Welt (nach dem Grand Canyon in den USA). Einfach krass: Weit und breit plattes Land und plötzlich wie aus dem Nichts ist da dieses riesige Loch mit all seinen Schluchten im Erdboden!
Von dort sollte es weiter gehen Richtung Norden, aber an einer Kreuzung nach ca. 100km mussten wir feststellen, dass unsere Abzweigung gesperrt ist und landeten in einem Strohhüttendorf am Orange River. Bei einer Pause mit kühlen Getränken in einer kleinen Bar haben wir ein paar der Einwohner kennengelernt und sie schienen alle unglaublich stolz zu sein, dass wir gekommen sind um ihr Land zu sehen.
Danach begaben wir uns notgedrungen auf den Umweg von über 200km in Richtung unseres ursprünglichen Ziels. Auf der Karte hatten wir schon einen der größeren Orte als Nachtlager ausgewählt und staunten nicht schlecht als wir dort ankamen: Es gab grob geschätzt 5 Häuser, eine Tankstelle und ein Gasthaus!


20.01.2011, 20:45   ---   Deutsch

Durch einen derben Sandsturm hindurch und an einigen wilden Wüsten-Pferden vorbei erreichten wir unser nächstes Ziel: Lüderitz – eine kleine Küstenstadt, eingekesselt zwischen zwei Wüsten und unglaublich Deutsch! Strände, Straßen und Gebäude haben deutsche Namen, etliche Menschen sprechen Deutsch und im Supermarkt gibt es jede Menge deutsche Produkte. Das war ein irre seltsames Gefühl so fern von der Heimat so viel vertrautes zu sehen und zu hören! Und die Welt oder zumindest Afrika scheint so unglaublich klein zu sein, dass in unserem Hostel auf einmal völlig überraschend Florian, mit dem ich an der Garden Route war, vor mir stand!
Nur ein paar Kilometer von Lüderitz entfernt liegt die Geisterstadt Kolmannskuppe. Das war einst eine von Deutschen bewohnte Diamantenstadt, bis die Menschen vor ca. 60 Jahren in ertragsreichere Diamanten-Gegenden weitergezogen. Seitdem steht alles leer und die Dünen der Wüste bahnen sich ihren Weg zwischen den Gebäuden hindurch.
Ein weniger Deutsches, sondern eher sehr afrikanisches Erlebnis war ein Besuch im Benguela Township am Stadtrand. Ich war anfangs noch etwas skeptisch, weil diese Gegenden in Südafrika in der Regel als nicht ganz ungefährlich gelten, aber hier in Namibia scheint es anders zu sein. Die Menschen sind unglaublich aufgeschlossen und freundlich, wir haben den Nachmittag in einer winzigen Bar verbracht und uns super wohl gefühlt. Einziger Haken: Es scheint jedes Mal mindestens einen Mann zu geben, der bei dem Wort Deutschland direkt Hoffnungen auf ein besseres, reiches Leben hat und recht unverblümt darum bittet mit nach Hause genommen zu werden.

Von Lüderitz aus ging es weiter in die Namib Wüste, die älteste Wüste der Welt und voll von riesigen roten Dünen (zum Teil über 300m hoch!!). Wir sind schon bei Sonnenaufgang gestartet, denn dann ist das Licht besonders schön und es ist noch nicht so heiß. Doch die Hitze kam schneller als erwartet und der Hike nach Sossusvlei und der Aufstieg auf eine der Dünen war kein Zuckerschlecken… aber trotzdem total toll!! Und ein paar Gemsböcke sind selbst in dieser trockenen Gegend in der Lage zu überleben.

Nun sind wir seit 2 Tagen in Windhoek, der Hauptstadt Namibias. Die Stadt ist sehr überschaubar und es gibt nicht wirklich viel zu sehen. So haben wir die Zeit genutzt mal wieder Wäsche zu waschen und unser Auto bestmöglich von all dem Staub und Wüstensand zu befreien und mussten in der Touri Info leider feststellen, dass wir wohl doch nicht überall hinreisen können wo wir gerne hin möchten, da die Straßen aufgrund der Regenzeit zum Teil nicht befahrbar sind, schon gar nicht für so einen niedlichen Kleinwagen wie unseren Kia. Der Regen hier in Windhoek ist echt enorm! Megakräftige Regenschauer und Gewitter, die die Straßen überschwemmen und Zelte fluten, unter anderen natürlich auch mein Schnäppchen-Zelt – Willkommen in der Regenzeit! ;-)
Mit Mühe und Not haben wir es abends aber dennoch in ein Restaurant geschafft, das uns empfohlen wurde und kurze Zeit später hatten wir die halbe afrikanische Tierwelt auf dem Teller: Strauss, Zebra, Krokodil, Kudu… lecker! :-)
Heute waren wir im National Museum of Namibia, was uns durchaus positiv überrascht hat, und den Nachmittag haben Ling und ich in einer winzigen Friseur-Hütte der Einheimischen verbracht und uns Rastas flechten lassen. Gerade eben habe ich von zwei anderen Reisenden noch ein neues Zelt erstanden und bin nun gewappnet für den regnerischen Norden.


25.01.2011, 9:45   ---   Haben wir was verpasst?

Swakopmund soll ein absolutes MUSS für jeden Backpacker sei, insbesondere für Deutsche, die sich mal wieder ein wenig heimatlich fühlen wollen. Das wollten wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen, also ab an die Küste! Was und erwartete war dann aber doch eher enttäuschend… Das Hostel anfangs noch recht leer, partymäßig ging mal nicht so ganz viel, die Küste hatte abgesehen von etlichen Flamingos nicht viel zu bieten und die Stadt war bei Weitem nicht so Deutsch für Lüderitz, eigentlich gar nicht. Also eine Stadt wie jede andere… oder haben wir etwas verpasst?? Allerdings haben wir ein Hostel mit W-lan und leckerem Frühstück. Das Haben wir dann ausgiebig genutzt und genossen! :-)
Wir sind dann mal wieder in eines der Townships gefahren, weil es einfach toll ist wie offen und freundlich die Menschen dort sind. Man wird als Weißer ziemlich angestarrt, aber alle Winken einem neugierig zu und sind super hilfsbereit.
Gestern sind wir noch zur Welwitschia Plain gefahren. War insgesamt nicht so wahnsinnig spannend, bis auf die Welwitschia Pflanze. Das ist eine der seltensten Pflanzenarten der Welt und die älteste dort ist ca. 1500 Jahre alt, echt beeindruckend!!
Gestern bin ich auf der Suche nach Deutschem Essen noch mal ein wenig durch die Stadt geschlendert und tadaaaa… hab doch tatsächlich eine versteckte kleine Füßgängerzone entdeckt, die so Deutsch war wie sie nur sein konnte! Fachwerkhäuser, ein Brauhaus, deutscher Buchladen, deutscher Friseur… wir hatten also doch etwas verpasst! Dort habe ich mir eine deutsche Bratwurst gegönnt (die war so lala) und zum Nachtisch noch einen Apfelstrudel (der war umso besser!!) und war rundum zufrieden! :-) Das muss jetzt auch erstmal für unbestimmte Zeit reichen und gleich geht es weiter gen Norden.


27.01.2011, 20:45   ---   Auf in neue Abenteuer

Nach einer doch eher langweiligen Woche in den Städten wurde es Zeit wieder raus zu kommen und etwas zu erleben und schon nach kürzester Zeit auf den Namibischen Straßen war unser frisch gereinigter Kia sowohl innen als auch außen wieder gut getarnt in Staub-grau.
Wir passierten die Berge von Spitzkoppe, die wie aus dem Nichts plötzlich aus der flachen Landschaft aufragen und haben zum ersten Mal ein paar Geier durch die Lüfte schweben sehen, riiieeesige Vögel! Und viel viel kleiner, aber umso schöner: Zwei Hornbills, der Zazu aus „König der Löwen“! ;-) Mittlerweile haben wir alle Tiere aus diesem wunderbaren Film in freier Wildbahn gesehen – abgesehen von den Löwen…
Weiter ging es Richtung Norden durch traumhafte Landschaften und scheinbar endlose Wildnis, wo ein paar Elefanten-Warnschilder direkt Hoffnungen auf eine Begegnung mit den Dickhäutern machte! Sie können nicht weit gewesen sein – Es lag jede Menge Kot auf der Straße (der Größe nach nicht schwer zu identifizieren) und wir konnten sie praktisch riechen… aber leider nicht sehen.

Bei einem nicht ganz freiwilligen Offroad-Test unseres Kias sind wir dann allerdings am tiefen Sand eines ausgetrockneten Flussbetts gescheitert und steckten fest. Wie sich später herausstellte hatten wir uns auf eine Straße verirrt, die auf unserer Karte nicht mal erfasst war, aber das nütze in dem Moment auch nicht. Da hilft nur buddeln, Äste sammeln, Fahrbahn befestigen, schieben, fahren, buddeln, Fahrbahn befestigen, schieben… Wir sind mit ordentlich Speed dort hineingeraten, hatten also eine entsprechende Strecke zurückzulegen um wieder herauszukommen. Nach 1,5 Stunden waren wir ein paar Erfahrungen reicher und das Auto hatte endlich wieder festen Boden unter den Rädern.
Es nahte aber bereits der Sonnenuntergang und wir konnten es unmöglich in den nächsten Ort schaffen. Es blieb uns also nicht anderes übrig als wild zu campen und darauf zu hoffen, dass die Elefanten fern bleiben und uns nicht versehentlich über den Haufen trampeln – so schnell können sich die Meinungen ändern. ;-)

Wohlbehalten ging es am nächsten Morgen weiter durch die traumhaften endlosen Weiten, vorbei an hunderten von Adlern, jeder Menge Antilopen und ein paar Straußen. Oftmals kreuzten frei streunende Kühe und Esel der vereinzelten Bauern die Straße und Hirten wanderten mit ihren Schafs- und Ziegenherden durch die Gegend.
In Twyfelfontein haben wir uns das Weltkulturerbe der Fels engravings (also keine Malereien, sondern mit Steinen reingeritzt… wie nennt man das auf Deutsch??) angeschaut. Sie stammen von dem nomadischen Stamm der San (auch Bushmen genannt) und sind 2000-6000 Jahre alt, super interessant!
Und ganz in der Nähe gibt es einen versteinerten Wald. Das sieht aus als ob jemand wild rumgeholzt hat und die Stämme einfach dort hat liegen lassen, aber es ist kein Holz, sondern massiver Stein. Total cool!

Mittlerweile sind wir im „echten“ Afrika angekommen, ein rein von Schwarzen bewohntes Land, viele Kinder, einfache Lebensverhältnisse, wenig Zivilisation und Frauen in traditionellen bunten Gewändern, die wir bisher nur aus dem Museum kannten. Dazu gehört leider auch die Malaria-Gefahr und wir stehen bereits unter dem vollen Einfluss unserer Malaria-Prophylaxe-Drogen. Ursprünglich hatte ich mich dagegen entschieden sie zu nehmen, da die Nebenwirkungen oftmals enorm sind und sie trotzdem keinen 100%iger Schutz bieten, aber speziell in der Regenzeit ist das Risiko noch größer und JEDER hier hat mir zur Prophylaxe geraten… und glücklicherweise wurde ich bisher auch von den Nebenwirkungen verschont. Ich hoffe mal, dass es so bleibt!
Die letzte Nacht haben wir in einem winzigen Dorf gecampt und es war super interessant. Wie es scheint verirren sich dort nicht viele Weiße hin. Die Menschen sind neugierig, alle schauen uns an, aber gleichzeitig sind sie auch unglaublich schüchtern und trauen sich kaum uns anzusprechen. Es hat eine ganze Weile gedauert bis das Eis gebrochen war.
Und jetzt sind wir in Opuwo, eine kleine Stadt, die durch die Kontraste der verschiedenen Stämme auffällt – rothäutige, halbnackte Himbas neben Herero-Frauen in ihren gewaltigen bunten Kleidern, dazwischen leger gekleidete junge Menschen und ebenfalls sehr leicht (aber bunt) bekleidete Frauen von einem angolischen Stamm.


01.02.2011, 10:30   ---   Ganz weit im Norden

Die Himbas gehören neben den San/Bushmen zu den einzigen zwei Stämmen in Namibia, die heutzutage noch immer nach ihren Jahrhunderte alten Traditionen leben. Zusammen mit einer Himba aus Opuwo als Übersetzerin haben wir eines der Dörfer besucht und waren doch eher enttäuscht… Sie leben zwar noch immer ihre Traditionen und Bräuche, aber der Tourismus hinterlässt ganz offensichtlich seine Spuren. So stürmten sie im ersten Moment allesamt auf uns zu und versuchten enorm penetrant uns Ihre Handarbeiten zu verkaufen – nicht wirklich Teil ihrer Kultur. Aber nach einer Weile haben sie offensichtlich begriffen, dass wir tatsächlich gekommen waren um mehr über ihre sie und ihr Leben zu lernen und es war noch ein netter Nachmittag.

Da der Typ aus der Touri Info in Windhoek, der uns ja sagte der Norden Namibias wäre zu dieser Jahreszeit mit unserem Auto nicht befahrbar, offensichtlich keine Ahnung hatte wovon er spricht (immerhin waren wir ja nun ohne Probleme schon dort oben unterwegs) wollten wir auch das letzte Stück noch versuchen: zu den Epupa Falls Wasserfällen an der Grenze zu Angola. Die Fahrt verlief ohne Probleme, wir hatten einen schönen Campingplatz direkt am Fluss und zusammen mit unserem neuen vierbeinigen Kumpel (ein Hund vom Campingplatz, der uns nicht mehr von der Seite wich nachdem wir ihn kurz gestreichelt hatten) wanderten wir zu den wunderschönen Wasserfällen in saftig grüner Landschaft. Super toll und definitiv den Weg von knapp 200km wert!!

Seit zwei Tagen sind wir nun in Oshakati und wohnen bei Clinton und Louis, zwei Afrikanern die wir über Couchsurfing gefunden haben. Das ist eine Internetplattform wo Menschen sich gegenseitig eine Couch zum Übernachten anbieten und das ist total cool!
Gestern haben wir dann ein wenig die Gegend erkundet. Die Landschaft ist ganz üppig grün und die Esel und Kühe am Straßenrand stehen zum Teil bis zum Bauch im Wasser – schwer vorstellbar, dass wir vor nur einer Woche noch in der Wüste waren! Wir sind dann zu einem speziellen Baobab Tree gefahren, ein riesiger Baum mit hohlem Stamm, der zu einer kleinen Kirche umfunktioniert wurde und danach ging es noch mal kurz an die angolische Grenze zu den Ruacana Falls. Ganz anders als die Epupa Falls, aber auch sehr cool. Gestern Abend stand dann hier im Haus ein Farewell-Braai für Louis an, der morgen nach Windhoek umzieht. Mit einigen anderen Leuten wurde gemütlich gegrillt und gefeiert und es war ein super Abend! Dementsprechend ist heute erstmal nur entspannen angesagt und morgen geht’s topfit weiter in den Etosha Nationalpark – vielleicht haben wir ja hier mehr Glück mit den Löwen. ;-)


04.02.2011, 22:20   ---   Hautnah

WOW!!! 3 Tage haben wir im Etosha Nationalpark verbracht und es war einfach irre! Die Regenzeit ist im Allgemeinen enorm schlecht um Tiere zu beobachten. Es gibt überall Wasser, sodass die Herden sich nicht um wenige Wasserstellen schaaren müssen, sondern sich über die gesamte Fläche verteilen und die Pflanzen sind so dicht, dass man kaum etwas sehen kann… aber wir hatten mal wieder eine Menge Glück!!

Der erste Tag ging direkt super los mit unzähligen Zebras, Springboks, Impalas, Gemsboks, Gnus, Vögeln… jede Menge Giraffen, Warzenschweine, ein Geier… und sogar eine Gepardin mit ihrem Jungen, ganz nah! Einfach Hammer!!
Und dann lugte plötzlich ein dicker grauer Hintern eines Nashorns aus dem Gebüsch! Ganz vorsichtig haben wir versucht näher heran zu fahren, aber es war leider schneller verschwunden als wir gucken konnten. Doch wie es der Zufall will mussten wir auf das nächste Nashorn nicht lange warten. Nur knappe 10m stand es von unserem Auto entfernt im Gebüsch und starrte uns neugierig an. Es hatte riesige Hörner, sah aber ansonsten gar nicht so groß aus… doch als wir das Auto ein wenig in eine andere Richtung bewegten, um es aus einem bessern Winkel zu sehen war der Spaß plötzlich vorbei. Kopf runter, Hörner nach vorne und mit Anlauf stürmte es auf unser Auto zu!!! Ich muss sagen, es war doch ganz schön groß als es nicht mehr halb im Gebüsch versteckt war und in dem Moment ging uns der A**** gewaltig auf Grundeis!! Wie erstarrt saßen wir in unseren Sitzen, es gab nen ordentlichen Knall und der kleine Kia hat ordentlich gerüttelt und gestaubt – ich dachte echt da kommt gleich ein Horn durch die Tür gerammt! Es hat einen Moment gedauert bis wir realisiert hatten was da gerade passiert ist und dann hieß es nur noch Motor an und nix wie weg! Auf dem nächsten Campingplatz konnten wir dann in Ruhe den Schaden begutachten – eine dicke Beule und ein kleines Loch in der hinteren Tür – und erleichtert feststellen, dass wir echt noch mal mit einem blauen Auge davongekommen sind. Dieses tonnenschwere Monstrum hätte locker unser Auto umwerfen können! Und mit der Story waren wir natürlich auch direkt die Attraktion auf dem ganzen Platz. :-D

Am nächsten Morgen sind wir pünktlich zum Sonnenaufgang durchgestartet und waren doch eher enttäuscht… weit und breit so gut wie keine Tiere in Sicht, nicht einmal die sonst so weit verbreiteten Zebras und Antilopen. Doch dann die Entdeckung: Löwen!! Zwei Junge, zwei Löwinnen und noch ein halbwüchsiger (vermutlich ein Junges aus dem letzten Jahr) saßen nur wenige Meter von der Fahrbahn entfernt im Gras und starrten uns neugierig an. Soooo cool… Die Löwinnen waren irre groß und die beiden kleinen waren einfach nur niedlich!!!
Als sie irgendwann im Dickicht verschwanden ging die Fahrt weiter und es dauerte nicht lange – wieder ein Löwe! Diesmal ein riesiges Männchen, direkt neben der Straße – Wow! In so nem kleinen Auto auf Augenhöhe wirken sie direkt noch viiieeel größer und bedrohlicher als im Zoo hinter dicken Eisenstangen! ;-) Bis wir gebremst und den Wagen wieder zurückgesetzt hatten war er allerdings schon hinter einem Gebüsch verschwunden, aber da kam auch schon der nächste angeschlichen. Sah auf den ersten Blick aus wie ein Weibchen, aber er war riesig, hatten nen riesen Kopf und einen leichten Mähnenansatz – muss wohl ein recht junges Männchen gewesen sein. Der verschwand dann ebenfalls hinter dem Busch direkt neben der Straße. Wir sind im Schneckentempo daran vorbeigefahren um einen vorsichtigen Blick hinein zu riskieren und es ist einfach unbeschreiblich wie einem in dem Moment die Düse geht, wenn man weiß, dass nur einen Meter von einem entfernt zwei riesige Löwen im Gebüsch lauern!!
Unsere Glückssträhne wollte einfach nicht abreißen und so brachten wir es auf sage und schreibe elf Löwen für den Tag, darunter zwei Junge, drei ausgewachsene Männchen, einer von ihnen hat sogar mehrfach laut gebrüllt und es war einfach atemberaubend!! Das erklärt wohl auch, warum sich Zebra & Co. aus dieser Gegend eher ferngehalten haben und so war es ein fast reiner Löwen-Tag. Und damit kann ich dann auch den letzten der "Big 5" (Elefant, Büffel, Leopard, Nashorn, Löwe) abhaken, ebenso wie die letzten Charaktere aus "Der König der Löwen". :-)

Mit diesen beiden ereignisreichen Tagen konnte der dritte Tag logischerweise nur noch schwer mithalten, aber mit mehreren Giraffen, drei (zum Glück friedlichen) Nashörnern, Warzenschweinen, Adlern und wieder etlichen Zebras und Antilopen können wir uns auch darüber keineswegs beklagen. :-)


10.02.2011, 14:15   ---   Endspurt in Namibia

Nach den ereignisreichen Tagen in Etosha sind wir nach Outjo weitergefahren, um von dort aus wieder Richtung Norden durchzustarten. Aber unser Hostel war so schön und die Besitzer so super nett, dass wir spontan noch einen Tag drangehängt haben. Im Ort stand zufällig auch grad ne riesen Motorrad-Ralley an, die aber leider aufgrund starken Regens nicht stattfinden konnte. Aber einige Motorrad-Stuntmen haben sich nicht abschrecken lassen und abends haben wir unglaublich leckeres namibisches Essen mit den Hostel-Besitzern genossen.
Von dort aus ging es weiter zum Waterberg Plateau, wo wir eine kleine Wanderung auf den Spuren einer nicht ganz kleinen Raubkatze gemacht haben (vermutlich ein Leopard), aber gefunden haben wir sie leider nicht.
Nach einem kurzen Stop am Hoba Meteoriten, der größte Meteorit auf der Welt, ging es weiter. Der Regen war echt enorm teilweise, die Straßen halb geflutet und super rutschig und letztendlich standen wir vor einer weggeschwemmten Brücke. Da hilft nur noch umdrehen und einen riesen Umweg ansteuern…

Mit einem Tag Verspätung kamen wir dann endlich in Mbambi an, einem winzigen Dorf ganz im Norden Namibias, wo wir zwei Tage lang bei Sam gecampt haben. Er ist ein amerikanischer Volontär und unterrichtet dort Englisch und Biologie an der Schule. Das Dorf liegt fernab jeglicher Zivilisation und besteht aus weitläufig im Busch verstreuten Lehm-Hütten, fast nirgends Strom, kein fließendes Wasser – aber Handy-Empfang! Sam ist in einem der besten Häuser untergebracht, aber dennoch ohne fließendes Wasser und die Toilette ist der Busch. Einfach beeindruckend waren für uns die Menschen und ihre Gastfreundschaft! Schon an unserem ersten Tag kamen alle Lehrer und sogar der Schuldirektor vorbei um uns zu begrüßen. Sie luden uns ein am nächsten Tag die Schule zu besuchen und da ließen wir uns natürlich nicht zweimal bitten! Auch dort wurden wir unglaublich nett empfangen, die gesamte Schule hat für uns gesungen und dann haben wir Sam’s Englisch-Unterricht besucht. Anfangs waren die Schüler noch sehr schüchtern, doch nach einer Weile hatten sie jede Menge Fragen über uns und unsere Heimatländer, die wir gerne beantwortet haben.
Abends waren wir bei Sam’s ursprünglicher Gastfamilie zum Essen eingeladen. Die Familie ist auch so unglaublich herzlich und gastfreundlich und es gab ganz traditionelles Essen – sehr einfach und macht satt. Diese 2 Tage waren eine unglaublich tolle Erfahrung und möchte ich auch trotz fehlender Dusche nicht missen!

Gestern ging es dann einmal quer durch den Caprivi Streifen zu unserem planmäßig letzten Camp auf namibischem Boden und auf dem Weg dorthin sind wir zum krönenden Abschluss noch einmal stecken geblieben. Dieses Mal allerdings nicht im trockenen Sand, sondern schön im tiefen, glitschigen Schlamm – super! Wir mussten dann leider feststellen, dass das Camp für uns wohl eher nicht erreichbar ist und beschlossen kurzfristig direkt über die Grenze nach Botsuana zu fahren. Die Zeit drängte ein wenig, in Namibia wurden schnell die Ausreiseformalitäten erledigt und passend zum botsuanischen Feierabend standen wir dort bei der Grenzkontrolle auf der Matte. :-) Ging dementsprechend alles ruck zuck und nur ein paar Meter weiter wartete schon wieder ein tierisches Empfangskomitee – eine Elefantenfamilie am Straßenrand!! So cool!! Aber es wurde noch besser: Nur ein paar Kilometer weiter trafen wir auf ein Rudel Hunting Dogs, eine gefährdete afrikanische Wildhund-Art. Das waren etwa 20-30 Stück von denen und sie umzingelten eine einsame Säbel Antilope – Wahnsinn! Zum Angriff kam es allerdings nicht mehr solange wir da waren und wir mussten leider dringend weiter, da es schon dunkel wurde…

   

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