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S Ü D A F R I K A   

17.12.2010, 11:00   ---   Gepäckloses Reisen

Nach 35 Stunden Reisezeit kam ich am Dienstag Morgen in Kapstadt an, wartete auf mein Gepäck, das Gepäckband stoppte… astrein, mein Rucksack hatte den Weg nach Südafrika offensichtlich nicht gefunden. Aber nach 6 Wochen in Ägypten schockt einen so schnell nichts mehr und so hab ganz relaxt den Angestellten der Airline zu seinem Büro begleitet und meine Verlustmeldung gemacht. Er versicherte tausend Mal, dass es ihm unglaublich leid täte und schien ganz irritiert, dass ich nicht vor Wut kochte - ich glaub er hatte noch nie so eine entspannte Kundin vor sich sitzen. :-D
Mit meinem Handgepäck hab ich mich dann auf den Weg zu meinem Hostel gemacht und es war eine ganz neue Erfahrung mit so wenig Gepäck zu reisen. Im Hostel waren alle super nett und hilfsbereit und haben mir direkt mit Duschzeug, Handtuch, T-Shirts usw. ausgeholfen.

Der erste Eindruck von Kapstadt besteht aus hohen Mauern, Stacheldraht und Stromzäunen – hier baut echt jeder seine eigene kleine Festung! Und es gibt offensichtlich null öffentliche Verkehrsmittel, man hat also lediglich die Wahl zwischen Laufen und Taxi. Ich hab mir dann die Zeit damit vertrieben ein wenig durch die Stadt zu schlendern, habe das Shopping Center an der Waterfront erkundet und bin auf den Lion’s Head geklettert. Das ist ein Berg neben dem Tafelberg mit einer wunderschönen Aussicht auf die Stadt und die Küste.

Vorgestern habe ich von der Airline endlich die erleichternde Nachricht bekommen, dass mein Rucksack in Abu Dhabi ist und gestern – mit 2 Tagen Verspätung – hatte ich ihn endlich zurück. Ich hab mich noch nie so gefreut dieses schwere Monstrum zu sehen! ;-)
Nun habe ich mir zusammen mit Florian (aus Deutschland) einen Mietwagen besorgt und gleich geht es für ein paar Tage die Garden Route entlang.


26.12.2010, 17:00   ---   Große Tiere und ein plötzliches Ende

Vor gut einer Woche haben wir Kapstadt mit unserem Mietwagen verlassen und uns erwarteten jede Menge wilde Tiere, schöne Strände und meine ersten Regentage nach 6 Wochen in der ägyptischen Wüste. Aber es kann ja nicht immer nur die Sonne scheinen. ;-)
Direkt als wir aus der City raus waren kamen wir schon an den ersten Townships vorbei, Siedlungen aus sehr einfachen winzigen Blechhütten, die den riesigen Kontrast zwischen arm und reich (und traurigerweise in der Regel auch schwarz und weiß) zeigen. Auf der Straße laufen etliche Straßenhändler herum, die versuchen die verrücktesten Dinge an Autofahrer zu verkaufen und ich habe noch nie in meinem Leben so viele Tramper am Straßenrand gesehen wie hier in Afrika. Auch an die Sicherheitsvorkehrungen zu denen einem geraten wird muss man sich gewöhnen: Grundsätzlich während der Fahrt die Türen verriegeln, Fenster geschlossen halten, niemals irgendwelche Wertgegenstände (oder am besten gar nichts) im Auto lassen und in Dunkelheit nicht mehr allein auf die Straße.
Ein lang gehegter Traum war eine Begegnung mit dem Weißen Hai und den hab ich mir als erstes erfüllt. Mit einem Boot ging es von Gansbaai raus aufs Meer (wobei ich sagen muss, dass wir noch erschreckend nah an der Küste waren) und mit Fischköpfen als Köder (kein Futter!!) wurden die gefürchteten Meeresräuber angelockt. Drei Haie haben den Weg zu uns gefunden und schon vom Boot aus waren sie unglaublich beeindruckend. Und dann ging es ins eiskalte Wasser – 12 Grad! Am Boot war ein Metallkäfig befestigt von wo aus wir dem Weißen Hai unter Wasser irre nahe kamen, oder eher er uns. Es war ganz anders als erwartet, kein Stück Angst einflößend, einfach nur faszinierend!! Die Tiere zeigten überhaupt keine Aggressionen und schwammen stattdessen sehr ruhig und gelassen um uns herum, total toll!
Ein weiteres Highlight war der Addo Elephant National Park. Dort kann man mit dem eigenen Auto durchfahren und auf Wild-Suche gehen. Wir haben uns noch einen sogenannten Hop-On-Guide engagiert, der uns total viel über die einzelnen Tiere erzählte und ganz geduldig mit uns Erdmännchen gesucht hat. Leider haben wir keine gefunden, ebenso keine Löwen und Nashörner (ist halt kein Zoo…), aber dafür jede Menge Elefanten, Büffel, Zebras, Antilopen, Warzenschweine (die fand ich besonders ulkig, wenn auch hässlich :-D ), Schildkröten… teilweise waren sogar Junge dabei, total niedlich!
Und dann war plötzlich alles ruck zuck vorbei – Autounfall! Wir sind auf einer zwei-spurigen Straße mit einem anderen Wagen kollidiert, der versuchte uns auf einer nicht vorhandenen dritten Fahrbahn-Spur zu überholen. Zum Glück wurde niemand verletzt, aber es war dennoch ein verdammter schlechter Start in die Weihnachtsfeiertage. Unsere Autovermietung konnte uns auch keinen Ersatzwagen zur Verfügung stellen und so wurden wir abends nach Plettenberg gebracht und konnten am Heiligabend mit dem Abschleppwagen zurück nach Kapstadt fahren – Merry Christmas!

Zurück in meinem Hostel hab ich direkt nen paar nette Deutsche kennengelernt – Ronja, Marcus und Tino – und wir haben abends noch zusammen auf Weihnachten angestoßen. Weihnachtsstimmung kommt natürlich eher nicht auf bei den sommerlichen Temperaturen und ohne Familie, aber man macht das Beste draus! Und so sind wir am nächsten Tag nach Camps Bay gefahren, haben mit vielen anderen Leuten am Strand gechillt  und uns im kalten Atlantik erfrischt. Später haben wir uns dann noch ein paar kalte Drinks gegönnt und nebenbei das Schaufahren der Proleten mit ihren Nobelkarren beobachtet.


02.01.2011, 22:30   ---   Frohes Neues Jahr

Die letzte Woche in Kapstadt ging ruck zuck um und nun bin ich schon mit Ling (aus Hong Kong) und Michael (aus Kanada) auf dem Weg nach Namibia.
Ich hab mich in Kapstadt mittlerweile schon richtig wohl gefühlt, es herrscht eine super entspannte Atmosphäre und es gibt doch tatsächlich auch öffentliche Verkehrsmittel. Ich hab die meiste Zeit mit Ronja und Marcus verbracht, sind durch die City spaziert, haben im Park gechillt, Eichhörnchen gefüttert, abends auf nen paar Drinks an die Long Street… herrlich!
Einen Tag hab ich eine Weintour nach Stellenbosch gemacht. Wir haben vier verschiedene Weinberge besucht, ein bisschen was gelernt und in toller Landschaft jede Menge Weine probiert.
Richtig cool war auch eine Tour die wir über die Kap Halbinsel gemacht haben! Zuerst sind wir mit einem Boot zu einer kleinen Insel gefahren um uns die riesige Seelöwen-Kolonie anzuschauen. Danach ging es weiter zur Pinguin Kolonie am Boulder’s Beach. Soooo putzig wie die da am Strand entlang watscheln! :-) Und zu guter Letzt ging es ans Kap der guten Hoffnung. Entgegen dem weit verbreiteten Glauben ist es nicht der Punkt, an dem der Atlantik und der Indische Ozean aufeinander treffen, aber es war trotzdem toll. Wir haben tapfer gegen den irren Wind angekämpft und unterwegs jede Menge Dazzies (sehen aus wie überdimensionale Meerschweinchen) gesehen. Von dort aus sind wir dann mit dem Wind im Rücken zurück zum Visitor Center geradelt, wo wir von unserem Tourbus wieder eingesammelt wurden.
Dann stand schon Silvester vor der Tür und wir haben mit 60 anderen Leuten auf einem Katamaran gefeiert. Wir hatten nen DJ mit an Bord, Snacks und all-you-can-drink Alkohol und sind feiernd an der Küste Kapstadts entlang gecruised. Nur das Feuerwerk an der Waterfront war ziemlich bescheiden, aber ansonsten ein grandioses Silvester!!
An Neujahr wurde erstmal ausgeschlafen und dann haben wir die letzte Gelegenheit genutzt auf den Tafelberg zu fahren. Das ist gar nicht mal so einfach, wenn man zu faul ist die 3-stündige Wanderung auf sich zu nehmen, denn wenn der wenn der Wind zu stark ist fährt die Seilbahn nicht (und es scheint ziemlich of zu windig zu sein). Außerdem steckt der Berg oft in einer dicken Wolke und an Silvester waren die Schlangen so lang, dass schon mittags keine Tickets mehr verkauft wurden. Aber am letzte Tag hatten wir dann aber doch noch mal Glück, sind nach 1,5 Stunden Schlange stehen dort oben bissl herumgelaufen, haben den Ausblick genossen, wieder Dazzies gesehen und eher unfreiwillig sogar noch den Sonnenuntergang beobachtet, während wir in der Schlange für die Rückfahrt gewartet haben.
Heute Morgen war ich noch auf Robben Island und habe das Gefängnis besichtigt, in dem während der Apartheid neben etlichen anderen Freiheitskämpfern auch Nelson Mandela 18 Jahre lang inhaftiert war. Das war eine ziemliche Massenabfertigung, aber trotzdem interessant und die Tour wurde sogar von einem Ex-Häftling geführt.


10.01.2011, 11:15   ---   Auf nach Namibia

Die letzte Woche war einfach grandios! Das Reisen mit Ling und Michael ist total relaxt und funktioniert super, wir haben viel erlebt und gesehen, einer Schildkröte auf dem Highway das Leben gerettet und eine Menge Spaß gehabt.
Die ersten beiden Tage haben wir in der Cederberg Wilderness Area verbracht. Dort gibt es uralte Höhlenmalereien und die Landschaft ist wunderschön und lädt einfach zum wandern ein. Bei locker 42 Grad ist das zwar manchmal alles andere als angenehm, aber mit regelmäßigen Erfrischungen unter Wasserfällen und in Flüssen lässt es sich aushalten. Wow, und wir haben unterwegs soooo viele Paviane gesehen! Die sieht man hier in Afrika immer mal wieder am Straßenrand sitzen, also soweit nichts Besonderes mehr, aber dort tummelten sich geschätzte 40-50 Paviane auf einem Haufen, total cool!

Anstatt von dort aus direkt nach Namibia durchzustarten haben wir uns spontan dazu entschieden noch einen Schlenker durch den Norden Südafrikas zu machen und der Umweg hat sich allemal gelohnt!!
Ich habe noch schnell ein Zelt gekauft und dann haben wir zwei Tage lang am Orange River mitten in einem Weinberg gecampt, relaxt und uns von Weintrauben ernährt. Von dort aus sind wir in den Augrabies Falls National Park gefahren. Dort gibt es den 6. größten Wasserfall der Welt und der ist wirklich beeindruckend! Wir haben noch versucht ein wenig zu wandern, aber dann recht schnell aufgrund brennender Hitze und fehlender Beschilderung des Tracks abgebrochen. Stattdessen sind wir auf der Suche nach ein paar Giraffen durch die Landschaft gefahren. Wir hatten die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben, zumal die Vegetation lediglich aus niedrigen Büschen bestand – nicht gerade giraffentauglicher Lebensraum. Doch dann wie aus heiterem Himmel hinter der nächsten Kurve: Bäume und eine Giraffen Familie!! :-) Einfach super coole Tiere! Und auf dem Rückweg haben wir noch eine ganze Horde Affen entdeckt, die munter in den Bäumen spielte.

Die letzten drei Tage haben wir in der Kalahari verbracht, im Kgalagadi Transfrontier National Park, und soooooo viele Tiere gesehen! Die Landschaft ist wunderschön und abwechslungsreich, von roten Sanddünen mit kargem Buschland hin zu weitläufigen Grünflächen, übersäht mit gelben Blumen und Bäumen. Überall trifft man auf Gnus, Springböcke, Gemsböcke usw. die gelassen grasen oder sich im Schatten ausruhen. Für die weiteren Tierarten, insbesondere die Raubtiere, muss man schon genauer hinschauen und es gehört auch eine Menge Glück dazu. Aber wir können uns keineswegs beklagen, wir haben Adler, bat-eared foxes (Füchse mit riesigen Ohren), Schakale, Hyänen, Giraffen, und einen Geparden gesehen und uns den Campingplatz mit einer Horde Streifenhörnchen geteilt. Und das Beste von allen war ein Leopard! Er saß nur knappe 10 Meter von uns entfernt im Gebüsch und war einfach faszinierend anzuschauen! Einen Abend haben wir eine Nachtfahrt im Geländewagen mitgemacht. Das war super! Abgesehen von zwei afrikanischen Wildkatzen haben wir zwar nichts Neues gesehen, aber von der Rangerin eine Menge über die Tiere gelernt. Wir hatten wirklich eine Menge Glückt, so ziemlich alle Tiere zu entdecken, die diese Gegend zu bieten hat – abgesehen von den Löwen! Selbst nach 3 Tagen haben wir keinen einzigen gesehen, aber das ist halt die Wildnis und kein Zoo…

Gestern haben wir die Grenze nach Namibia überquert und wurden nur ein paar Meter weiter von einer Erdmännchen-Familie empfangen, die neugierig die Umgebung musterte und dann ganz schnell in ihrer Höhle verschwand. :-) Das sind einfach die witzigsten und niedlichsten Tiere der Welt und ich hab die ganze Zeit gehofft sie mal in der Natur zu sehen. Das ist also schon mal ein guter Start für unsere Reise durch Namibia!

   

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