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L E T Z T E   B E R I C H T E   

08.06.2013, 14:00   ---  ¿Habla Español?

Relativ unvorbereitet und ohne jegliche Spanisch-Kenntnisse (abgesehen von “una cerveza por favor“) stolperte ich nach Mexico City. Mit ganz viel Zeichensprache, fragenden Blicken und etwas Glück schaffte ich es zu meinem Hostel und dort wurde erst einmal bei einem kalten Corona (da half mir immerhin mein einziger spanischer Satz ;-) ) auf das Wiedersehen mit meinem Fidschi-Kumpel Helge angestoßen. Mexiko City hat ja so seinen Ruf nicht gerade ungefährlich zu sein, aber ich muss sagen ich hab mich dort kein Stück unwohl gefühlt. Die Stadt hat mir richtig gut gefallen, besonders das Kopfstein gepflasterte Centro Historico mit seinen unwahrscheinlich lebhaften Straßen und alten VW-Käfern an allen Ecken, selbst als Taxis!

Nach 2 Tagen zur Eingewöhnung machte ich mich auf die Socken Richtung Yucatan und nahm den Nachtbus nach Palenque. Busse sind ja hier sowas von teuer!!! Vor allem im Vergleich zu sonstigen Preisen… aber nützt ja nix. Dafür sind aber auch überraschend komfortabel, gut organisiert und pünktlich. Palenque ist bekannt für die Ruinen einer alten Maya Stadt, die waren echt cool und lagen mitten im Dschungel. Die ersten Gebäude direkt am Eingang waren teils echt gut restauriert und ziemlich gut besucht. Weiter nach hinten raus waren sie immer verfallener und tiefer im Dschungel gelegen. Ich kam an einem wunderschönen Wasserfall vorbei und darüber hinaus schien sich keine Menschenseele zu verirren. Ich war ganz allein, die alten Ruinen waren mit Moos bewachsen und teilweise ragten sogar Baumwurzeln über die alten Mauern hinweg, eine ganz andere Atmosphäre als am Anfang. Und dazu kam noch das unglaublich laute Gebrüll von ein paar Brüllaffen, die unweit von mir hoch oben im Baum gesessen haben müssen, sehen ließen sie sich leider nicht. Aber stattdessen erspähte ich für einen kurzen Moment einen wunderschönen Ara. :-)

Weiter ging es in Yucatans Hauptstadt Mérida. Dort wollte ich eigentlich nur in den nächsten Bus springen, war aber dann so geschafft, dass ich mich entschied doch eine Nacht zu bleiben und hab mich pudelwohl gefühlt, eine wunderschöne alte Kolonialstadt! Und die Mexikaner sind auch so ein richtig nettes, offenes und gesprächiges Völkchen… Da wäre es dann erst recht toll Spanisch zu können um einfach auch mal miteinander ins Gespräch zu kommen. Ich kann mich zum Beispiel an einen Sitznachbarn im Bus erinnern, mit dem ich dann ganz mühselig via Google Übersetzter eine Unterhaltung führte, die moderne Welt… ;-) Aber ich lerne jeden Tag ein bisschen dazu. Anfangs graute es mir noch vor meiner ersten Busfahrt (das kann man sich gar nicht vorstellen, aber hier spricht tatsächlich kaum jemand auch nur ein winziges bisschen Englisch, krasser als in Spanien!), aber wenn man dann nach einem mühsamen Ticketkauf im richtigen Bus sitzt fühlt man sich richtig gut und dann wird es jedes Mal ein bisschen einfacher und macht jetzt sogar Spaß. :-)

Letzte Nacht habe ich in einer winzig kleinen Stadt namens Pisté verbracht, weit und breit kein anderer Ausländer, ebenso wieder eine super Gelegenheit mal wieder zwei, drei neue Begriffe in Spanisch zu lernen und einfach super nett und authentisch. Von dort ging es heute Morgen nach Chichen Itza, dem Aushängeschild Yucatans. Das ist eine weitere Ansammlung von Maya Ruinen, darunter die Weltberühmte Pyramide „El Castillo“ (eins der „neuen Weltwunder“). Die ist tatsächlich irre beeindruckend, und zwar nicht von der Optik oder Größe her, sondern die gesamte Ausrichtung. Das Bauwerk ist quasi ein Maya-Kalender aus Stein und 2 Mal im Jahr zu bestimmten, immer identische Daten erscheint auf den Stufen eine einzigartige optische Illusion durch die Sonne. Hier pilgern natürlich entsprechende Menschenmassen hin, insbesondere jetzt gegen Mittag, als ich fertig war, wimmelte es nur so von riesigen Tourgruppen. Die restlichen Ruinen waren auch ganz cool, können aber nicht mit der Atmosphäre in Palenque mithalten. Am coolsten waren aber noch die Iguanas, hübsche mittelgroße Echsen, von denen es hier nur so wimmelt.

So, nun reicht es aber auch mit Städten und Ruinen, ich brauche Strand und Meer! Es ist super heiß hier und vor allem unglaublich schwül. Bei der Luftfeuchtigkeit fallen mir blöderweise ständig die Pflaster vom Bein und die Wunde sauber und trocken zu halten ist quasi unmöglich… dann will ich mich wenigstens mal gelegentlich im Meer erfrischen können und noch für ein paar Tage an einer soliden Bräune arbeiten – also ab an die Karibikküste!!! :-)


02.06.2013, 10:00   ---   Entscheidungen in San Francisco

Vor ein paar Tagen kamen wir nach einer durchaus anstrengenden Reise in San Francisco an, wo ich nochmal ein paar tolle Tage verbrachte. Zuerst haben wir gemeinsam noch ein bisschen die Stadt erkundet, uns die Golden Gate Bridge angeschaut, die drolligen Seelöwen am Pier 39 beobachtet… Sebastian, Jenny und Mareike hatten das ja alles schon vor meiner Ankunft gemacht und wussten nun genau wo es lang geht. Donnerstag Nacht haben sie sich dann aber auf den Weg zurück nach Hause gemacht und ich bin noch für ein paar Tage zu meiner ehemaligen Arbeitskollegin Kadar und ihrem Freund Mukesh gezogen. Es hat super Spaß gemacht mit Kadar durch die Stadt zu gurken, wir waren shoppen in Chinatown (ich glaub das schönste Chinatown, dass ich bisher in all den Städten der Welt gesehen habe!), am Sonntag haben wir alle zusammen eine tolle Wanderung an der Küste entlang zur Golden Gate Bridge gemacht und gelegentlich wurde auch einfach nur gemütlich gechillt.

Und nebenbei entschied ich mich nach langem hin und her für eine Heimreise über Mexiko. Fürs erste ist mein Bedarf an Großstädten gedeckt und somit war New York raus, stattdessen schaue ich mir lieber ein paar Maya-Ruinen an und gönne mir einen letzten Strandurlaub. Und zack… sitz ich auch schon im Flieger zum letzten Land meiner langen Reise. :-)


29.05.2013, 10:30   ---   Natur, Glamour und der Wilde Westen

Sooo viel Zeit ist schon wieder vergangen und wir haben eine Menge erlebt und gesehen! „Wir“ sind in diesem Fall mein Bruder Sebastian, meine Cousinen Mareike und Jenny und ich. Mit unserem Mietwagen ging es direkt vom Flughafen in San Francisco los, eine abwechslungsreiche Reise durch den Südwesten der USA mit jeder Menge Wows lag vor uns!
Unser erstes Ziel war Bodie, eine kalifornische Geisterstadt, die nach dem Goldrausch verlassen wurde und seitdem langsam aber sicher einstaubt. Wenn man so durch die alten Straßen schlendert, vorbei an Geschäften, einer Schule, Kirche, Feuerwehr, dem städtischen Pub und jeder Menge Privathäuser fühlt man sich direkt in den Wilden Westen zurückversetzt. Etliche uralte Autos sind noch vor den Haustüren geparkt und rosten vor sich hin und auch die meisten Häuser sind noch komplett eingerichtet, als wenn die Einwohner ganz fluchtartig ihre Stadt verlassen hätten.
Im Yosemite Nationalpark wurden wir auf dem Pass in gut 3000m Höhe mit eisiger Kälte und sogar Schnee (nicht nur schmelzend auf dem Boden sondern auch frisch von oben!) empfangen – wer erwartet das schon von einem Urlaub im „sonnigen“ Kalifornien?? Wir jedenfalls waren durchaus überrascht und aufgrund allgemein ungemütlicher Diesigkeit recht enttäuscht. Am nächsten Tag wachten wir allerdings zu strahlendem Sonnenschein auf und der Nationalpark zeigte sich von seiner allerbesten Seite – ein Traum aus Bergen, schroffen Klippen, grünen Tälern und unzähligen gigantischen Wasserfällen. Insbesondere das Yosemite Valley ist absolut atemberaubend und Jenny und ich entdeckten auf einer Wanderung vom Glacier Point zurück ins Tal sogar noch eine Schwarzbärin mit ihren beiden Jungen im Wald.

Weiter ging es durch das Death Valley, ein durchaus treffende Name für die staubtrockene, felsige und brütend heiße Wüstenlandschaft, wo uns außer einem Kojoten und gelegentlichen Touristen keinerlei Lebewesen begegneten und auch die Vegetation fällt dort eher spärlich aus. Wir hatten noch eine lange, triste Fahrt vor uns, weit und breit nichts als Wüste, es wurde dunkel, stockduster… und hinter einem Hügel lag plötzlich das gigantischste Lichtermeer, das ich je gesehen habe: Las Vegas!!! Auf einen Schlag waren wir wieder hellwach, klebten ungläubig an den Fenstern und bis auf eine Aneinanderreihung von Wows verschlug es uns völlig die Sprache! Am nächsten Tag wurde dann ausgiebig der Strip erkundet. Bei Tag, Bei Nacht, von oben, von unten, kreuz und quer durch die Kasinos… einfach unglaublich was für eine künstliche kleine Welt sie dort aufgebaut haben, man schlendert von Venedig, nach Rom, über Paris nach New York… jedes Kasino ist eine eigene kleine Welt für sich. Ein bisschen gespielt wurde natürlich auch und nach über 20km den Strip auf und ab fielen wir halbtot und unsere Betten.

Und was wäre eine Reise durch die USA ohne eine Fahrt über die legendäre Route 66? Die „Mother Road“ führte ursprünglich quer durch die Staaten von Chicago bis San Francisco und fiel in den 50er Jahren den wesentlich moderneren und besser ausgebauten Interstate Highways zum Opfer. Die wenigen erhaltenen Teilstrecken sind voller Charme und Nostalgie, unzählige Harleys knattern an einem vorbei, aus dem Radio dröhnt Country Musik, alte Tankstellen, Motels und Diner säumen den Weg und haben teils den Betrieb wieder aufgenommen und überall findet man unzählige tolle alte Autos die wohl eher ins Museum als an den Straßenrand gehören – eine Kult-Fahrt in die Vergangenheit!

Bald darauf erwartete uns ein weiterer Ort, der auf einer USA-Reise wohl einfach nicht fehlen kann: Der Grand Canyon, ein wahrlich gewaltiges Loch!!! Man befindet sich auf dem platten Land und dann ist da plötzlich dieser riesige Canyon, die tiefsten Ebenen liegen einen Kilometer weiter unten, der Colorado River, der für all das verantwortlich ist, versteckt sich in den tiefen Schluchten und ist nur an wenigen Stellen sichtbar… das alles ist so unbeschreiblich groß und dabei sieht man ja auch sogar nur einen winzigen Teil des weltgrößten Canyons, atemberaubend! Und noch eindrucksvoller wird das Ganze dann sogar noch zum Sonnenuntergang, wenn die tief stehende Sonne die verschiedensten Farben der Felsen strahlen lässt und die immer länger werdenden Schatten einen tollen Kontrast bilden.
Weiter ging es zu den freistehenden Felsblöcken des Monument Valley, die Kulisse aus etlichen alten Western Filmen mit John Wayne & Co. Eine wahrhaftig beeindruckende Gegend, insbesondere auch hier wenn die tief stehende Sonne die roten Felsen leuchten lässt und es fehlte nur noch ein Pferd im vollen Galopp unter meinem Hintern… ;-)

Und nach all dieser Natur ging es letztendlich zurück Richtung Küste nach Los Angeles. Die Stadt selber… tja, ne Stadt eben, nicht mal eine besonders schöne und auch gar nicht mal so sauber. Einen Tag lang sind wir einfach nur durch die Gegend gegurkt, haben am Hollywood Sign posiert, Sterne auf dem Walk of Fame gesucht und jede Menge hohe Hecken und Mauern in Beverly Hills angegafft – was man halt so tut – aber damit hat’s dann auch locker gereicht. Super lohnenswert, interessant und spannend waren allerdings die Universal Studios!! Trotz staatlichem Feiertag waren die Menschenmassen auszuhalten, die Studiotour führte uns zu Filmkulissen, in denen unter anderem „Zurück in die Zukunft“, „Der weiße Hai“, „Der Grinch“ und „Desperate Housewives“ gedreht wurden, wir erlebten hautnah Regen, Sturzflut und Erdbeben, in anderen Shows wurde anschaulich erklärt wie Spezialeffekte funktionieren, die tierischen Schauspieler vorgestellt, es gab eine gigantische Stuntshow mit etlichen irren Effekten basierend auf dem Film „Waterworld“, „Shrek“ in 4D und unser persönliches Highlight: Eine absolut irre „Transformers“ 4D-Kampfsimulation, die es tatsächlich schafft dem Körper das Gefühl zu geben mittendrin zu sein und aus einem Hochhaus zu stürzen – volle Dröhnung Adrenalin inklusive! Einfach unbeschreiblich!!
Heute morgen sind wir durchgestartet nach Venice Beach und Santa Monica, am „Baywatch“-Strand in Malibu hatten Mareike und ich einen unglaublichen Spaß daran an einer unbesetzten Lifeguard-Hütte zu posieren und á la Pam Anderson (allerdings ohne roten Badeanzug und Rettungsboje) zig mal die Rampe hinunter zu rennen. Was wir nicht bemerkt hatten war der Lifeguard in der Nachbar-Hütte… wo er sich an so einem tristen, besucherlosen Tag (es war tierisch stürmisch) sicherlich eh schon herrlich über uns amüsierte hätten wir uns wenigstens von ihm die klassische Rettungsboje leihen können. ;-)

Nun sind wir fast zurück in San Francisco, damit endet unsere Reise und ich muss mir nun ganz bald ernsthafte Gedanken machen wie und wohin es weitergehen soll. Noch immer vergeht kein Tag an dem ich nicht an Fidschi denke und ich will einfach nur nochmal zurück. Da es sich hierbei allerdings um alles andere als ein günstiges Reiseziel handelt ist das aktuell leider unmöglich. Somit habe ich schon vor ein paar Wochen die Entscheidung getroffen Zentralamerika zu streichen, mir das Geld zu sparen und stattdessen in Kürze nach Hause zu fliegen, wo die Möglichkeiten meine Finanzen für eine hoffentlich baldige Rückkehr nach Fidschi aufzustocken deutlich besser stehen als hier irgendwo. Dazu kommt außerdem noch meine Wunde am Bein, die auch jetzt nach fast 7 Wochen noch nicht annähernd zugeheilt ist und damit möchte ich auch unter keinen Umständen weiter in Entwicklungsländern (von denen ich vor allem weiß dass Englisch mir nicht helfen wird und ich noch kein Spanisch kann) umherreisen als wäre nichts. Und dann gibt es noch diverse andere kleine Gründe die mir die Entscheidung nochmal einfacher machte. Nun bleibt lediglich noch zu entscheiden wann genau, ob mit einem kleinen Stopp in New York oder vielleicht doch zumindest eine kurze Latein-Amerika-Schnupperreise nach Mexiko…


19.05.2013, 21:00   ---   Mal was ganz anderes

Von Hawaii aus flog ich nach Bellingham in Washington State, kurz vor der kanadischen Grenze. Beim Landeanflug starrte ich fasziniert auf die schneebedeckten Berggipfel und kurz darauf sammelten mich meine Freundin Holly (meine beste Freundin während ich in Darwin lebte) und ihr Kumpel Andi für einen Roadtrip zum Yellowstone Nationalpark ein – da wollte ich schon immer mal hin! Wir starteten direkt durch, es war unglaublich toll Holly wieder um mich zu haben und 2 Tage später passierten wir die Grenze nach Wyoming – Auf ins unglaubliche Yellowstone Wunderland! Yellowstone ist der älteste Nationalpark der Welt (geschützt seit 1872) und unglaublich vielfältig, innerhalb von nur 10 Minuten Fahrtzeit befindet man sich in den verschiedensten Landschaften, oftmals scheint eine komplett andere Welt direkt hinter der nächsten Kurve zu warten. Traumhafte Berglandschaften, grüne Täler, blauer Himmel… und kurz darauf steht man im knietiefen Schnee. Das war der erste Schnee dem ich seit über 3 Jahren begegnet bin, auch Nadelwälder hatte ich in all der Zeit in den Tropen und Subtropen nie gesehen und ich war entsprechend aus dem Häuschen. Auf meiner gesamten Reise bin ich nie annähernd so weit vom Äquator weg gekommen und es war eine willkommene Abwechslung zu Strand, Meer, Palmen und Regenwäldern – einfach mal etwas anderes! Und abgesehen von den sommerlichen Temperaturen (zumindest tagsüber, Nachts war es eisig kalt und wir haben unsere ursprünglichen Camping-Pläne ganz schnell wieder begraben) versetzte mich die verschneite Winterlandschaft witzigerweise direkt in eine weihnachtliche Stimmung. ;-)
Einziger Haken war nur nach wie vor noch immer meine entzündete Wunde, der Schmerz zog in Wellen durchs gesamte Bein und letztendlich hatten wir schon eingeplant auf dem Rückweg direkt noch einmal am nächsten Krankenhaus anzuhalten. Aber zum Ende meiner Antibiotika-Therapie zeigte sich dann doch endlich eine leichte Besserung.
Einige Ecken des Parks waren aufgrund des Schnees noch komplett unzugänglich, leider auch einige der interessanten Wanderungen, dafür führte die Schneeschmelze allerdings zu gigantischen Wasserfällen und die schneebedeckten Berge sind auch optisch nicht zu missachten. Aber neben den Bergen gibt es auch noch tiefe Schluchten, unwahrscheinlich farbenfrohe Felsklippen und jede Menge geothermale Aktivität von heißen Quellen, über blubbernde und dampfende Schlammlöcher bis hin zu kochendes Wasser speiende Geysire. Mehr als 50% der weltweiten geothermalen Aktivität befindet sich in einem kleinen Teil des Yellowstone Nationalparks, dort dampft und blubbert es tatsächlich aus allen Ecken, begleitet von einem fauligen Schwefelgeruch. Die größte Attraktion ist wohl der Old Faithful Geysir, der relativ exakt alle 90 Minuten ausbricht und riesige Wasserfontänen in die Luft schießt, echt beeindruckend!
Und als wäre das nicht alles schon phantastisch genug gibt es dort auch noch Tiere! An allen Ecken tummeln sich die Bison Herden, die sind echt kein Stück scheu und haben doch eine sehr stattliche Größe mit imposanten Hörnern, damit ist nicht zu spaßen. Wesentlich vertrauenserweckender sind dagegen diverse Rotwild-Arten, wir haben sogar einen Hirsch im Gebüsch liegen gesehen, und die große Attraktion sind Wölfe, Schwarzbären und Grizzly Bären. Die sind deutlich seltener, gut versteckt und echt nicht leicht zu finden, oft auch einfach so weit weg, dass sie mit dem bloßen Auge schwer zu sehen waren. Aber die zahlreichen Fotografen und ziemlich professionellen Tierbeobachter waren immer unglaublich großzügig und ließen uns die Tiere immer durch ihre gigantischen Fernrohre beobachten, echt toll! Und dann kurz bevor wir Yellowstone nach 3 tollen Tagen verließen begegneten wir noch einem Grizzly nur etwa 50m von der Straße entfernt, absolut einmalig!!

Wir fuhren weiter Richtung Süden durch den ebenfalls wunderschönen und noch verschneiteren Grand Teton Nationalpark, verbrachten eine Nacht in der kitschigen aber dennoch coolen Westernstadt Jackson Hole und dann ging es auf den langen Rückweg. Unterwegs kamen wir noch völlig unerwartet an Nevada City vorbei, einer Geisterstadt, die nach dem Goldrausch verlassen wurde, und man kam sich vor wie in den wilden Westen zurückversetzt, total cool.
In Seattle trennten sich unsere Wege schon wieder. Holly und Andi fuhren zurück nach Vancouver und ich erkundete noch ein wenig die Stadt. Es war lausekalt, aber schön! Insbesondere die lebhafte Pike Street Market Gegend gefiel mir echt gut, ich habe in meinem Leben noch nie so viele Starbucks Cafés in einer Stadt gesehen (die stehen ungelogen an jeder Straßenecke!!), habe selbstverständlich einen Kaffee im original ursprünglichen Starbucks Laden getrunken und war doch sehr überrascht wie winzig klein Seattles Wahrzeichen – die Space Needle – in Wirklichkeit ist!
Mittlerweile bin ich bereits schon wieder on the road, diesmal im Südwesten der USA mit meinem Bruder und meinen Cousinen, aber dazu später mal irgendwann mehr.


04.05.2013, 18:00   ---   Nur ein kleiner Kratzer...

Und weiter ging es auf Hawaii's Big Island... Alle Hawaiianischen Inseln sind vulkanischen Ursprungs, heutzutage hat aber lediglich die Big Island noch aktive Vulkane. Der Kilauea ist außerdem der aktivste Vulkan der Welt, tagtäglich fließt dort die glühende Lava und an der Ostküste befindet sich noch ein erstklassiges Tauchgebiet – da sollte wohl keine Langeweile aufkommen! Was mir dann aber einen Strich durch die Rechnung machte war ein winziger Kratzer, den ich mir gute 2 Wochen vorher in Fidschi zugezogen hatte. Als ich dort nach meinem Haitauchgang aufs Boot klettern wollte erfasste mich eine Welle und schmetterte mich gegen die Stahlleiter, das Resultat war eine stark geschwollene Prellung am Schienbein mit einem kleinen Kratzer – alles halb so wild. Hab mir da gar nichts weiter bei gedacht, Wunden heilen bei mir ohnehin immer völlig problemlos ab (und wie gesagt, es war nur ein winziger Kratzer!) und so hab ich mich da nicht weiter drum gekümmert. Erst in Kauai wurde mir irgendwann bewusst dass dieser unscheinbare kleine Kratzer sich langsam aber stetig zu einer soliden Wunde weiterentwickelt hatte und auch ein wenig entzündet schien... somit reduzierte ich ein wenig meine Wasseraktivitäten und behandelte die Wunde noch ein bisschen mit Jod, das sollte dann schon werden. In Hilo auf der Big Island angekommen musste ich mir aber letzten Endes doch eingestehen, dass sich das so einfach nicht in den Griff zu bekommen schien. Die Wunde war weiter gewachsen, stark angeschwollen und mittlerweile auch sehr schmerzhaft und es blieb mir nichts anderes übrig als am nächsten Morgen erst einmal dem Krankenhaus einen Besuch abzustatten. Und es heißt ja immer wir Deutschen sind so irre gut organisiert und effektiv... an den amerikanischen Krankenhäusern können wir uns aber mal locker noch eine Scheibe abschneiden!! Ich hatte noch nicht einmal die Patienten-Registrierung ausgefüllt, da war ich schon dran, in null-Komma-nix pröddelte der Doktor schon an meinem Bein herum, und in weniger als einer Stunde war ich frisch verbunden und mit einem Antibiotika-Rezept in der Hand wieder draußen – Hut ab! Allerdings auch schlappe 450$ ärmer... da wundert es mich nicht mehr, dass meine Krankenversicherung einen USA-Aufschlag kassiert. ;-) Von da an hieß es dann für mich keine Wasseraktivitäten mehr, nichts was mich ins Schwitzen bringt, kein Alkohol und raus aus der Sonne (die Antibiotika führen zu einer stärkeren Sonnen-Sensibilität der Haut)... da bleibt an einem Ort wie Hawaii irgendwie nicht so ganz viel übrig. :-/ Nun gut, Vulkane hab ich schon oft gesehen, darauf konnte ich also verzichten, das Tauchen musste ich zwangsläufig knicken... aber die Wanderung zur Lava ließ ich mir nicht nehmen!!

Zwei Schweizerinnen aus meinem Hostel hatten einen privaten Guide arrangiert und da konnte ich mich kurzfristig noch anschließen. Seit etlichen Jahren ist der Kilauea nonstop aktiv, seine Lava fließt hinunter Richtung Ozean, kühlt dort ab zu Gestein und bildet so Tag für Tag neue Landmasse (bis zu mehreren Acres am Tag!!!). Jeffrey, unser Guide, wohnt mit seinem Hund in einer kleinen Hütte direkt an den schier endlosen Lava-Feldern („Wir leben hier sehr einfach, niemand investiert großartig in sein Haus, denn man kann ja nie wissen ob die Lava nicht in Kürze alles niederbrennt“). Von dort aus wanderten wir zum Sonnenuntergang eine gute Stunde durch das schwarze Gestein mit seinen teils kuriosen Strukturen, in der Ferne sah man schon die ganze Zeit die hohen Rauchschwaden des Ozeaneintritts und plötzlich wurde es an einer Stelle ganz warm um uns. Wir schauten uns um und da brach gerade frische, rot-glühende Lava aus dem Gestein heraus und floss ganz gemächlich voran. Das geschmolzene Gestein hat eine beachtliche Temperatur von 2400°F (1300°C) und so spannend das auch alles ist, lange hält man es in der direkten Nähe nicht aus, das ist einfach unvorstellbar heiß! Aber für einen kurzen Moment siegt dennoch die Neugierde und so stocherten wir mit einem langen Stock in der dickflüssigen, glühenden Masse herum, näher ran geht wohl nicht. Wir haben noch etliche weitere Oberflächenströmungen entdeckt, beobachteten gespannt den Ozeaneintritt (Man schaut quasi zu wie neues Land entsteht, unglaublich) und hatten teilweise das Gefühl, das unsere Schuhsohlen auf dem warmen Boden bereits schmelzen, das wäre nicht das erste Mal. Mit eintretender Dunkelheit leuchtete die Lava noch umso mehr und machte das ganze Schauspiel nochmal beeindruckender und dann ging es mit Taschenlampen zurück.

Am nächsten Morgen flog ich nach Honolulu auf der Hauptinsel Oahu, wo ich netterweise bei Nathans Bruder Michael untergekommen bin. Mit meinem Sonnen-, Wasser- und Sportverbot war ich leider auch hier massivst eingeschränkt, aber die 3 Tage habe ich dennoch gut rum bekommen. Waikiki Beach durfte ich natürlich nicht missen und war auch sogar positiv überrascht. Ja klar, es ist sehr gut besucht und touristisch, aber irgendwie auf eine nette Art mit angenehmer Atmosphäre. Es ist einfach ein wunderschönes Stück Küste mit dem Diamond Head im Hintergrund und die ersten Strandabschnitte waren sogar noch relativ einsam und leer. Ich habe mich dann noch ein wenig in der Innenstadt umgesehen, unwahrscheinlich viel Zeit an Fußgängerampeln verbracht (aus Australien bin ich es noch gewohnt, dass sie piepen wenn sie grün sind und hatte es mir abgewöhnt auf die Ampel zu starren während ich warte... in Honolulu piepen die aber nicht ;-) ) und bin natürlich nach Pearl Harbor gefahren. Dort wird sehr anschaulich, interessant und erschreckend der Anschlag der Japaner auf die US Flotte erläutert und ich hatte Glück sogar noch ein Ticket zum Denkmal der USS Arizona zu ergattern. Dieses Kampfschiff wurde mit am schlimmsten getroffen und sank mitsamt seiner Crew im Hafenbecken Pearl Harbors. Teile des Wracks ragen noch aus dem Wasser hervor und direkt darüber wurde die elegante Gedenkstätte errichtet.

Damit ist meine Zeit in Hawaii nun vorbei, morgen geht es aufs Festland der USA und obwohl ich gedanklich immer noch sehr an Fidschi hänge hatte ich doch eine tolle Zeit in diesem Inselparadies!

      

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